Examensarbeit, 2008
97 Seiten, Note: 1
1 EINLEITUNG
1.1 ABGRENZUNG DER FRAGESTELLUNG
1.2 ZUM AUFBAU DER ARBEIT
2 HISTORISCHER ABRISS DES ISRAELISCH-PALÄSTINENSISCHEN KONFLIKTS BIS ZU DEN GEHEIMVERHANDLUNGEN VON OSLO
3 MEDIATION IN INTERNATIONALEN KONFLIKTEN
3.1 KONZEPTE VON ‚KONFLIKT’ UND ‚MEDIATION’
3.2 VERFAHREN DER FRIEDLICHEN KONFLIKTBEWÄLTIGUNG
3.3 THEORIE DER MEDIATION IN INTERNATIONALEN KONFLIKTEN
3.4 ‚FACILITATION’ ALS VERHANDLUNGSSTRATEGIE
4 NORWEGEN IM ISRAELISCH-PALÄSTINENSISCHEN FRIEDENSPROZESS
4.1 VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE VERHANDLUNGEN VON OSLO
4.2 NORWEGISCHE POLITIK IM NAHEN OSTEN
4.2.1 Die Beziehungen zu Israel
4.2.2 Die Beziehungen zu den Palästinensern und der PLO
4.2.3 Frühere Vermittlungsversuche
4.3 DIE NEBENGLEISVERHANDLUNGEN VON ‚OSLO’
4.3.1 Norwegische Akteure
4.3.2 Kontaktaufnahme
4.3.3 Vorverhandlungsphase
4.3.4 Die offiziellen Verhandlungen
4.3.5 Unterzeichnung des Abkommens und gegenseitige Anerkennung
4.4 DIE NORWEGISCHE ROLLE NACH ‚OSLO’
4.5 NORWEGEN VERSUS USA?
5 NORWEGEN – FACILIATOR ODER MEDIATOR?
6 SCHLUSS
Die Arbeit untersucht die spezifische Rolle Norwegens bei den inoffiziellen Verhandlungen von 1993 zwischen israelischen Vertretern und der PLO, die zur "Declaration of Principles on Interim Self-Government Arrangements" führten. Dabei wird hinterfragt, inwieweit Norwegen tatsächlich die Strategie der "Facilitation" (gute Dienste) anwandte oder ob die Rolle über eine neutrale Vermittlung hinausging.
3.4 ‚Facilitation’ als Verhandlungsstrategie
Wie in allen Verhandlungsstrategien ist es für erfolgreiche Facilitation fundamental, dass sich alle Parteien der Konfliktsituation bewusst sind und die Notwendigkeit sehen, dass eine dritte Partei eingreifen muss. Der Mediator, der in diesem Zusammenhang auch Faciliator genannt wird, hat die passivste aller Rollen, die man in einem Mediationsprozess einnehmen kann. Seine vordergründige Aufgabe besteht darin, Kontakte zwischen den zerstrittenen Parteien zu vermitteln, auf deren Grundlage ein Vertrauensverhältnis entstehen kann. Strikte Neutralität ist Voraussetzung dafür. Da der Faciliator keinerlei Druckmittel in der Hinterhand hat, ist er allein auf den Willen der Beteiligten angewiesen, dass eine Verhandlungssituation entsteht. Stellt sich der Faciliator auf die Seite einer der Konfliktparteien, ist es unwahrscheinlich, dass es einerseits zu einem Vertrauensverhältnis unter den Konfliktparteien und andererseits zwischen Mediator und den Beteiligten kommt.
Nach der Kontaktherstellung sorgt der Faciliator dafür, dass eine ständige Kommunikation möglich ist. Er stellt dafür die geeigneten Kanäle zur Verfügung und hilft bei der Überbrückung von Hindernissen, die aufgrund verfahrener Konfliktsituationen auftreten können. Diese „good offices“ sind elementare Bestandteile der Facilitation – mit ihnen steht und fällt der Mediations- Prozess. Gute Dienste sind keine Strategie der Konfliktbearbeitung, sondern ein Mittel der Mediation, das bei der Facilitation eine besondere Rolle spielt. Es handelt sich hierbei um Aktivitäten, die dazu beitragen, dass Kontakte zustande kommen und aufrechterhalten werden. Zu den guten Diensten zählt die Versorgung der Beteiligten mit einer geeigneten Infrastruktur zum Aufbau und zur Intensivierung der Kommunikation über direkte oder indirekte Kanäle, das Bereitstellen von neutralen Verhandlungsorten, die Übernahme von Kosten oder die Ausstattung mit technischen Hilfsmitteln. Mit diesen Diensten nimmt der Mediator keinen Einfluss auf den Verlauf des Prozesses oder eine der Konfliktparteien.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an der norwegischen Rolle bei den Oslo-Verhandlungen und skizziert den Aufbau sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 HISTORISCHER ABRISS DES ISRAELISCH-PALÄSTINENSISCHEN KONFLIKTS BIS ZU DEN GEHEIMVERHANDLUNGEN VON OSLO: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entwicklung des Konflikts bis Anfang der 1990er Jahre und verdeutlicht die festgefahrenen Fronten.
3 MEDIATION IN INTERNATIONALEN KONFLIKTEN: Hier werden theoretische Grundlagen zu Konflikten sowie Methoden der Mediation und Facilitation dargelegt, um das Handeln norwegischer Akteure wissenschaftlich einzuordnen.
4 NORWEGEN IM ISRAELISCH-PALÄSTINENSISCHEN FRIEDENSPROZESS: Der Hauptteil analysiert die Voraussetzungen, norwegische Akteure, den Verlauf der Geheimverhandlungen und das Verhältnis zu den USA.
5 NORWEGEN – FACILIATOR ODER MEDIATOR?: In diesem Kapitel wird das norwegische Agieren in Oslo kritisch bewertet und zwischen passiver Facilitation und aktiverer Vermittlung differenziert.
6 SCHLUSS: Die Arbeit fasst zusammen, dass Norwegen eine zentrale, aber spezifische Rolle als Ermöglicher einnahm, deren Erfolg auf informellen Kontakten und Vertrauensbildung basierte.
Norwegen, Oslo-Prozess, Israel, Palästina, PLO, Mediation, Facilitation, Friedensverhandlungen, Konfliktlösung, Geheimgespräche, Terje Rød-Larsen, Außenpolitik, Diplomatie, Nahostkonflikt, Good Offices
Die Arbeit untersucht das norwegische Engagement als dritte Partei bei den inoffiziellen Verhandlungen (dem "Oslo-Kanal") zwischen Israel und der PLO im Jahr 1993.
Die Untersuchung umfasst die norwegische Nahostpolitik, die theoretische Einordnung von Vermittlungsmethoden (Mediation vs. Facilitation) und die detaillierte Rekonstruktion der Oslo-Verhandlungen.
Es wird analysiert, ob Norwegen lediglich die Rolle eines "stillen Helfers" (Facilitator) einnahm oder ob das Engagement in eine aktivere Vermittlerrolle überging.
Die Autorin nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis vorhandener Literatur, Interviews und Berichte, um das norwegische Handeln in den theoretischen Kontext der Konfliktlösung zu stellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Voraussetzungen für Oslo, die Vorstellung der norwegischen Akteure, den Prozess der Kontaktaufnahme sowie die Phasen der Verhandlungen bis zur Unterzeichnung der Prinzipienerklärung.
Die zentralen Begriffe sind Norwegen, Oslo-Prozess, Mediation, Facilitation, Geheimverhandlungen und der israelisch-palästinensische Konflikt.
Die "guten Dienste" ermöglichten durch die Bereitstellung informeller Kanäle, technischer Infrastruktur und neutraler Orte erst den Dialog, der aufgrund offizieller diplomatische Blockaden in Washington nicht zustande kam.
Während die USA als Supermacht Druckmittel wie Kreditsperren oder Entwicklungshilfegelder nutzten, agierte Norwegen als neutraler, nicht-staatlicher Ermöglicher, der primär auf Vertrauensbildung und die Rolle eines "Blitzableiters" setzte.
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