Rezension / Literaturbericht, 2009
8 Seiten
I.
II.
III.
IV.
Die vorliegende Rezension befasst sich kritisch mit dem Werk „Der zweite Tod meines Vaters“ von Michael Buback. Ziel ist es, die vom Autor akribisch zusammengetragenen Indizien und Widersprüche in der offiziellen Aufklärung des Attentats auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback im Jahr 1977 zu analysieren und die Frage zu erörtern, inwieweit staatliche Stellen in die Verschleierung der wahren Tathergänge involviert waren.
II.
Jahrzehntelang blieben offizielle Tathergangsschilderung und der Täterpersonenkreis unhinterfragt. Das änderte sich erst 2007 als Michael Buback erfuhr, dass nach der Mindestverbüßungsdauer Brigitte Mohnhaupt 2007 und Christian Klar 2009 nach Mindestverbüßungsdauer freigelassen würden. Daraufhin engagierte sich Buback in öffentliche Diskussionen und verwies dabei auch darauf, dass die Morde an seinem Vater und dessen Begleiter immer noch nicht aufgeklärt seien.
In diesem Zusammenhang habe sich im März 2007 Peter-Jürgen Boock bei Buback telefonisch gemeldet, um ihm mitzuteilen, “dass Christian Klar und Knut Folkerts definitiv nicht an der Durchführung des Attentats in Karlsruhe beteiligt gewesen seien. Keiner von ihnen habe auf dem Motorrad gesessen, von dem aus mein Vater und seine beiden Begleiter erschossen wurden.” (S. 82) Vielmehr seien Günter Sonnenberg und Stefan Wisniewski die Motorradbesetzung gewesen. Dies jedenfalls sei 1976 in einem Ausbildungscamp in Aden (Jemen), an dem auch Verena Becker, Sieglinde Hofmann, Brigitte Mohnhaut sowie Günter Sonnenberg, Peter Wisniewski und Peter-Jürgen Boock selbst (nicht aber Christian Klar) teilgenommen hätten, geplant worden.
Des weiteren erhielt Buback im April 2007 die e-Postmitteilung eines 44-jährigen Mannes, der ihm mitgeteilt habe, dass er am 6. April 1977, also am Vortag des Attentats, zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester im Auto unterwegs gewesen sei. Vor dem Bundesverfassungsgericht hielt der Vater das Auto an und er, der damals 14-jährige Junge, habe ohne auf den Verkehr zu achten, die Tür geöffnet, so dass ein vorbeifahrendes Motorrad fast zu Fall gekommen sei. Er habe auch zum gleichen Zeitpunkt Siegfried Buback gesehen.
I.: Dieses Kapitel führt in das Attentat auf Siegfried Buback am 7. April 1977 ein und skizziert die ersten Ermittlungsergebnisse sowie die zeitnahe Identifizierung und Verhaftung der mutmaßlichen RAF-Täter.
II.: Das Kapitel thematisiert die Zweifel Michael Bubacks an der offiziellen Version durch neue Zeugenhinweise und Boocks Enthüllungen, die den offiziell beschuldigten Täterkreis in Frage stellen.
III.: Hier werden die Verstrickungen zwischen der RAF und staatlichen Stellen analysiert, wobei der Verdacht erhärtet wird, dass Täter zum Schutz geheimdienstlicher Kontakte gedeckt wurden.
IV.: Das abschließende Kapitel reflektiert die Erkenntnisse des Autors über den „Sumpf“ der Ermittlungsbehörden und betont, dass die Geschichte des Terrorismus in der BRD noch immer nicht vollständig aufgearbeitet ist.
Siegfried Buback, Attentat 1977, RAF, Verfassungsschutz, BKA, Michael Buback, Verena Becker, Täterschaft, Ermittlungspannen, Staatsschutz, Verschleierung, Terrorismus, Bundesanwaltschaft, Zeitgeschichte, Aufklärung.
Die Arbeit ist eine Rezension über Michael Bubacks Buch „Der zweite Tod meines Vaters“, das die offizielle Ermittlungsgeschichte zum Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback kritisch hinterfragt.
Die Themen umfassen die zweifelhafte Beweisführung bei Zeugenaussagen, Ungereimtheiten bei Asservaten sowie die möglichen Verbindungen zwischen RAF-Mitgliedern und westdeutschen Sicherheitsbehörden.
Ziel ist es, die von Michael Buback aufgedeckten Widersprüche darzulegen und die These zu prüfen, dass staatliche Organe die Aufklärung des Falles manipulierten.
Michael Buback nutzt primär textanalytische Untersuchungen von Gerichtsakten, Zeugenniederschriften und zeitgenössischen Presseberichten, um Inkonsistenzen in der offiziellen Darstellung nachzuweisen.
Im Zentrum stehen die Dekonstruktion der Täterschaft, die Rolle von Verena Becker und der Vorwurf, dass der Staat bestimmte Täter aus strategischen Gründen schützte.
Schlüsselbegriffe sind RAF, Staatsschutz, Ermittlungsmanipulation, Buback-Attentat und Aufarbeitung der Terrorismusgeschichte.
Dieser Hinweis deutet auf eine abweichende Täterbesetzung hin und wirft die Frage auf, warum staatliche Stellen diesen und ähnliche Entlastungszeugen nicht in den Prozess einbezogen haben.
Da es Anzeichen für eine geheimdienstliche Zusammenarbeit gibt, vermuten Buback und die Rezensentin, dass Becker gedeckt wurde, um ihre Verbindung zum Verfassungsschutz zu verschleiern.
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