Masterarbeit, 2008
81 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
1.1. Hintergrund der Arbeit
1.2. Ziel des Vorhabens
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Fragerelevante themenbezogene Forschungsarbeiten zu Obdachlosigkeit und Bildung
2.1. Forschungsarbeiten zur Zielgruppe
2.2. Forschungsarbeiten zum Prozeß des Lebenslangen Lernens
3. Theoretische Bezugspunkte der Arbeit
3.1. Die Lebensform im Kontext Lebenslangen Lernens
3.2. Chancen und Risiken der Lebensform Nichtseßhaftigkeit in definitorischer Darstellung – Begriffsbestimmung
4. Methodisches Vorgehen
4.1. Literaturbeschaffung
4.2. Literaturbeschaffenheit
4.3. Design
5. Räume obdachloser, auf der Straße lebender Menschen
5.1. Bestimmung struktureller Merkmale durch Stammdaten
5.1.1. Zu objektiven, subjektiven und individuellen Erscheinungsformen des Alters und Geschlechts
5.1.2. Zu objektiven, subjektiven und individuellen Erscheinungsformen der Familienstruktur
5.1.3. Zu objektiven, subjektiven und individuellen Erscheinungsformen des Einkommens
5.2. Bestimmung struktureller Merkmale der Zielgruppe durch Unterkünfte
5.2.1. Zu objektiven, subjektiven und individuellen Erscheinungsformen der Wohnung
5.2.2. Zu objektiven, subjektiven und individuellen Erscheinungsformen des eigenen Platzes der Obdachlosen
5.2.3. Zu objektiven, subjektiven und individuellen Erscheinungsformen des Wohnungsverlustes
5.3. Bestimmung struktureller Merkmale der Zielgruppe durch Lebenseinflüsse und Lebensbewältigung
5.3.1. Zu objektiven, subjektiven und individuellen Erscheinungsformen des Erlebens der Obdachlosigkeit – Nichtseßhaftigkeit
5.3.2. Zu objektiven, subjektiven und individuellen Erscheinungsformen der Gesundheit und Ernährung
5.3.3. Zu objektiven, subjektiven und individuellen Erscheinungsformen des Hilfeangebotes
5.4. Bestimmung der Merkmale der Zielgruppe durch kulturelle Prägung
5.4.1. Zu objektiven, subjektiven und individuellen Erscheinungsformendes Lern – und Erfahrungsbereiches der Erziehung
5.4.2. Zu objektiven, subjektiven und individuellen Erscheinungsformen von Lern – und Erfahrungsbereichen der Schul – und Berufsausbildung sowie informeller Bildung
5.4.3. Zu objektiven, subjektiven und individuellen Erscheinungsformen von Lern – und Erfahrungsbereichen des Erwerbslebens
6. Zielgruppenspezifisches Einordnen des pädagogischen Handlungsbedarfes in die von der OECD im Zusammenhang mit Lebenslangem Lernen definierten Lerndimensionen
6.1. Die präventive Bedeutung der Lerndimensionen des Lebenslangen Lernens in einem Wohnungsnotfall
6.2. Die präventive Bedeutung der Lerndimensionen des Lebenslangen Lernens in der Obdachlosigkeit
6.3. Die präventive Bedeutung der Lerndimensionen des Lebenslangen Lernens im Zusammenhang mit Risikofaktoren
6.4. Die Verortung der Zielgruppe „Nichtseßhafte“ in den Lerndimensionen des Lebenslangen Lernens
7. Zusammenfassung
7.1. Erreichbarkeit der Zielgruppe durch Lebenslanges Lernen
7.2. Der Einfluß Lebenslangen Lernens auf die Zielgruppe
Die vorliegende Arbeit untersucht den pädagogischen Handlungsbedarf zur Prävention und Überwindung der Lebensform „Nichtseßhaftigkeit“ im Kontext des lebenslangen Lernens. Ziel ist es, Aussagen darüber zu treffen, wie pädagogische Arbeit subjektive Chancen für eine individuell angemessene Lebensgestaltung fördern kann, indem die Biografie, Lebensereignisse und Handlungsmuster der Zielgruppe analysiert und in den bildungspolitischen Kontext integriert werden.
5.2.2. Zu objektiven, subjektiven und individuellen Erscheinungsformen des eigenen Platzes der Obdachlosen
„Entscheidender als die retrospektive Bewertung des Wohnungsverlustes bzw. Beginns des Wohnungsnotfalls für die Ausbildung sozialer Identität der Befragten scheint die Deutung der aktuellen Wohnsituation im Hinblick auf die sich darin widerspiegelnden Praktiken, trotz eines massiv restringierten Zugangs, sich Raum anzueignen“ (Fichtner, S. 30f.). Hajen sieht im Wohnungslosigkeit eher Sympton als Ursache eines Problems und meint damit eine soziale Bindungslosigkeit von Obdachlosen, weil sie für viele Menschen bedeutungslos geworden sind. Aus Angst vor Begegnung erfolgt der Ortswechsel. Die Selbstzuschreibung von Weitläufigkeit und Reiseerfahrung wird als Möglichkeit der Raumaneignung mit Aufwertung des sozialen Status genutzt (Fichtner 2005, S.31ff.).
Die Informationen Hebers zur Erreichbarkeit dieser Menschen geben wichtige Anhaltspunkte zur Problematik: „ (…) Viele Personen können nur durch das Aufsuchen an ihren Aufenthaltsorten, „auf Platte“ oder in Sammelunterkünften, erreicht werden“ (Heber, S.176). Etwas weniger als die Hälfte der Untersuchungsteilnehmern aus ihrer Untersuchung lebte gänzlich auf der Platte, ein Viertel wechselten zwischen der Platte und dem Heim. insgesamt hatten mehr als vier Fünftel eines von ihr untersuchten Kollektives Erfahrungen auf der Platte (Heber 2000, S.25). Schaak weist darauf hin, dass ein breit angelegter Zugang zu Menschen, die auf der Straße leben, methodisch ausgesprochen schwierig sei, er befragte ausschließlich auf der Straße lebende Menschen. Begründet wird dieser Umstand mit der Anonymität, in welcher sich die Menschen in der Stadt aufhalten und der unbekannten Größe der Gruppe. Deshalb könne der ideale Weg, mit dem der Autor die direkte Befragung auf der Platte meint, nicht begangen werden. Außerdem würden Schlafstellen um der Sicherheit wegen oft nicht Preis gegeben (Schaak 2002, S.8). Fichtner ist es gelungen, Aufenthaltsorte Nichtseßhafter zu bestimmen. In diesem Zusammenhang wird deutlich, daß selbst innerhalb dieser Lebensform subjektiv von den Betreffenden der eigene Lebensraum adressenförmig in den Stadtplan eingeordnet wird (Fichtner 2005, S.31ff.).
1. Einführung: Hinführung zum Thema Obdachlosigkeit, Einordnung in das gesellschaftliche Geschehen und Darstellung des Vorhabens, Obdachlosigkeit mit dem Konzept des Lebenslangen Lernens zu verbinden.
2. Fragerelevante themenbezogene Forschungsarbeiten zu Obdachlosigkeit und Bildung: Überblick über den Forschungsstand zur Zielgruppe und zum lebenslangen Lernen, unter Hervorhebung der erziehungswissenschaftlichen Forschungslücke.
3. Theoretische Bezugspunkte der Arbeit: Erörterung der Begriffe Lebensform und Nichtseßhaftigkeit sowie die Definition von lebenslangem Lernen im Kontext der Biografiearbeit.
4. Methodisches Vorgehen: Skizzierung der Arbeitsweise, der Literaturrecherche und des gewählten Designs, basierend auf einer Analyse des Beziehungsrahmens.
5. Räume obdachloser, auf der Straße lebender Menschen: Detaillierte Untersuchung struktureller Merkmale der Zielgruppe, einschließlich Stammdaten, Unterkünfte, Lebenseinflüsse und kulturelle Prägungen.
6. Zielgruppenspezifisches Einordnen des pädagogischen Handlungsbedarfes in die von der OECD im Zusammenhang mit Lebenslangem Lernen definierten Lerndimensionen: Einordnung des Handlungsbedarfs in die Lerndimensionen des lebenslangen Lernens und Analyse präventiver Bedeutung.
7. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Erreichbarkeit der Zielgruppe und der Einfluss des lebenslangen Lernens auf die Lebenssituation der Betroffenen.
Obdachlosigkeit, Nichtseßhaftigkeit, Lebenslanges Lernen, Pädagogischer Handlungsbedarf, Lebensbewältigung, Wohnungsnotfall, Sozialraum, Bourdieu, Habitus, Bildungsbiografie, Prävention, Soziale Netzwerke, Raumaneignung, Identität, Hilfesystem.
Die Arbeit befasst sich mit der Ermittlung des pädagogischen Handlungsbedarfs, um der Lebensform „Nichtseßhaftigkeit“ vorzubeugen, diese zu optimieren oder zu überwinden, indem sie Konzepte des lebenslangen Lernens auf obdachlose Menschen anwendet.
Die zentralen Themen umfassen die Lebenssituation von auf der Straße lebenden Menschen, deren Bildungsbiografien, die Bedeutung von Wohnraum und Unterkünften sowie die Herausforderungen bei der Inanspruchnahme von Hilfesystemen.
Das primäre Ziel ist es, auf Basis einer Analyse der Lebensform und der Handlungsmuster von Nichtseßhaften, Ansätze zu finden, wie pädagogische Interventionen und das lebenslange Lernen dazu beitragen können, subjektive Chancen zur Lebensgestaltung zu verbessern.
Die Arbeit nutzt eine Sekundäranalyse vorhandener quantitativer und qualitativer Forschungsarbeiten, wobei der Analyseansatz von Pierre Bourdieu (Habitus- und Konzept des sozialen Raumes) zur Strukturierung der Daten herangezogen wird.
Der Hauptteil analysiert die Lebensräume obdachloser Menschen, ihre ökonomischen und sozialen Kapitalsituationen, den Einfluss von Gewalt, die Rolle der Gesundheit und Ernährung sowie die spezifischen Zugangsbarrieren zu Hilfsinstitutionen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Obdachlosigkeit, Nichtseßhaftigkeit, Lebenslanges Lernen, Bildungsbiografie, Habitus, Raumaneignung und präventive Pädagogik charakterisiert.
Die Studie stellt fest, dass Frauen seltener direkt auf der Straße leben, häufiger Netzwerke bei Bekannten nutzen, jedoch bei Hilfesystemen oft mit traumatischen Erfahrungen und spezifischen Schamgefühlen konfrontiert sind, während Männer auf der Straße oft in subkulturellen, gewaltgeprägten Milieus agieren.
Raumaneignung wird als ein zentraler Indikator für Lebensqualität und Autonomie verstanden. Das Fehlen einer privaten Adresse bzw. Wohnung schränkt den Handlungsspielraum massiv ein, weshalb obdachlose Menschen versuchen, sich durch die Nutzung öffentlicher Räume oder informeller Netzwerke einen symbolischen Lebensraum zu schaffen.
Da das lebenslange Lernen primär auf die Beschäftigungsfähigkeit abzielt, ist es bei Langzeitobdachlosen, deren Lebensalltag von Überlebensstrategien, instabiler Gesundheit und der Abwertung durch Institutionen geprägt ist, im formalen Bildungssektor nur schwer realisierbar.
Die Autorin empfiehlt, den Zugang zur Zielgruppe primär über informelles Lernen und die Stärkung sozialer Netzwerke zu suchen, statt nur auf formale Qualifikationen zu setzen, wobei die fachliche Kompetenz der Betreuungspersonen im Hilfesystem eine entscheidende Rolle spielt.
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