Forschungsarbeit, 2006
115 Seiten, Note: 1,7
Vorwort
Einleitung: Bildung als interdisziplinäres Forschungsfeld
Kapitel 1: Bildung in Deutschland und Bayern
1.1. Das dreigliedrige Bildungssystem in Deutschland
1.2. Durchlässigkeit im Schulsystem
Kapitel 2: Bildungsentscheidungen und Bildungsungleichheit
Kapitel 3: Methodik und Forschungspraxis
3.1. Forschungsdesign
3.2. praktische Durchführung
3.2.1. Konzeption und allgemeine Rahmenbedingungen
3.2.2. Vorbereitungsphase, Genehmigungsverfahren und Durchführung
3.2.3. Thesenerstellung
3.2.4. Datenkodierung, Dateneingabe und Datenauswertung
3.2.5. Darstellung und Präsentation der Ergebnisse
3.3. Methodik
3.3.1. Stichprobe und Rücklauf
3.3.2. Auswertungsverfahren
Kapitel 4: Inhalte und Ergebnisse
4.1. Gründe für bestimmte Schulen
4.2. Schulweg
4.3. Schulwegkosten
4.4. Bildungsabschlüsse mit unterschiedlichen Zielen
4.5. Soziale Herkunft
4.6. Geschlechtsspezifische Bildungsentscheidung
4.7. Finanzieller und zeitlicher Aufwand der Eltern
4.8. Komplexität des deutschen Bildungssystems: Ganztagesschulen
4.9. Land-Familie heißt Großfamilie?
4.10. Land-Frau heißt Mutter, Stadt-Frau heißt Karrierefrau?
4.11. Kinderwünsche nach Wohnort und Schicht
4.12. Einfluss der Eltern auf Bildungsentscheidungen
4.13. Auflösung alter Bezugsgruppen
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Feld der Bildungsentscheidungen beim Übertritt von der Grundschule auf eine weiterführende Schule. Dabei liegt der Fokus primär auf der Gegenüberstellung von städtischen und ländlichen Räumen in Augsburg und Umgebung, um soziale Ungleichheiten und die Rolle der sozioökonomischen Herkunft bei diesen weitreichenden Entscheidungen zu analysieren.
1.These: Bevorzugung „bestimmter“ Kinder
Wie bereits ausgeführt ist die Schullaufbahnempfehlung der abgebenden Schule ein wichtiges Kriterium für die Wahl der weiterführenden Schulform. „Diese Empfehlung - so ein Beschluss der Kultusministerkonferenz aus den 70er Jahren - soll neben den Leistungen in Bezug auf die fachlichen Ziele der Lehrpläne auch für den Schulerfolg wichtige allgemeine Fähigkeiten berücksichtigen“ (Bos, u.a., 2004, S.191). Eltern vertrauen mehrheitlich dieser kompetenten Lehrerempfehlung. Und zwar zu etwa Dreiviertel bei der Hauptschulempfehlung, über rund Zweidrittel bei der Realschulempfehlung und bis zu mehr als 90 Prozent bei der Gymnasialempfehlung (vgl. Bos, u.a., 2004, S.193). Wie lassen sich nun die Empfehlungen der Lehrkräfte erklären? Und sind die Lehrer für diese soziale Ungleichheit (mit-)verantwortlich?
Schule hat nach dem französischen Soziologen Bourdieu weiterhin eher eine konservierende statt eine befreiende Funktion für den Schüler. Schule, konkret gemeint die Lehrer mit ihren zu erzielenden Lehrinhalten und Vermittlungstechniken, setzen immer noch voraus, was nur Kinder aus der Mittel- oder Oberschicht sowieso mitbringen: Sprache, Allgemeinbildung und Vertrautheit mit den Symbolen der herrschenden Kultur. Kinder aus benachteiligten Familien beherrschen diese „Grundlagen“ nicht – und werden sie in der Schule auch nicht erlernen. Bildungsbürgerliche Werte, diese „Tugenden des heimlichen Lehrplans“ werden nicht vermittelt sondern vorausgesetzt (vgl. Bourdieu, 2001, S. 9 ff.).
Zu den Formen möglicher Benachteiligungen von Unterschichtkindern gibt es auch für den Bereich des Übertritts mehrere Thesen: Der Umgang von Lehrern mit Eltern und Kindern aus Mittelschicht und Unterschicht ist verschieden. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Intelligenz- und Leistungsentwicklung der Kinder, sondern auch auf die Übertrittschancen des Schülers.
Kapitel 1: Bildung in Deutschland und Bayern: Dieses Kapitel erläutert das dreigliedrige Schulsystem und die spezifischen Übertrittsregelungen in Bayern sowie die Durchlässigkeit des Systems.
Kapitel 2: Bildungsentscheidungen und Bildungsungleichheit: Hier werden soziologische Theorien zur Entstehung von Bildungsungleichheit durch soziale Herkunft und schichtspezifische Bildungssozialisation diskutiert.
Kapitel 3: Methodik und Forschungspraxis: Dieses Kapitel beschreibt das Forschungsdesign, die quantitative Datenerhebung mittels Fragebögen und die methodische Vorgehensweise bei der Auswertung.
Kapitel 4: Inhalte und Ergebnisse: Im Hauptteil werden die Hypothesen zur Schulwahl, zu Schulwegen, Kosten, Geschlechterrollen und zur Rolle der Eltern statistisch analysiert und mit den Ergebnissen der Befragung abgeglichen.
Bildungsentscheidungen, Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Übertritt, Grundschule, Stadt-Land-Vergleich, Chancengleichheit, Schullaufbahnempfehlung, Bildungssoziologie, Elterneinfluss, Ganztagsschule, Schulweg, soziale Mobilität, Leistungsbeurteilung, Pädagogik.
Die Arbeit befasst sich mit den Faktoren, die Bildungsentscheidungen nach der vierten Grundschulklasse beeinflussen, wobei der Fokus auf dem Vergleich zwischen städtischen und ländlichen Haushalten liegt.
Die Arbeit behandelt soziale Ungleichheit, den Einfluss des Elternhauses auf die Schulwahl, die Bedeutung von Schulwegen und Fahrtkosten sowie traditionelle Rollenvorstellungen in Bezug auf Bildung.
Das Ziel ist es, aufzudecken, wie und warum sich Bildungsentscheidungen in Stadt und Land unterscheiden und inwiefern soziale Herkunft die Bildungschancen der Kinder in der Region Augsburg beeinflusst.
Es handelt sich um eine empirische Studie, die eine quantitative Befragung (Fragebögen für Kinder und Eltern) mit kategorialer Regression zur statistischen Auswertung kombiniert.
Der Hauptteil analysiert verschiedene Hypothesen zur Schulwahl, zum finanziellen und zeitlichen Aufwand der Eltern und zur Rolle der Geschlechter bei Bildungsentscheidungen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, Übertritt und Bildungssoziologie charakterisiert.
Die Untersuchung zeigt, dass Land-Eltern bei der Schulwahl stärker von der Erreichbarkeit und Kostenfrage geprägt sind, während in Städten oft ein stärkerer Druck hin zu höheren Bildungsabschlüssen besteht.
Die Befragten Eltern stehen dem Konzept der Ganztagesschule tendenziell skeptisch gegenüber, da sie Bedenken hinsichtlich der Erziehung durch Dritte und der familiären Bindung haben.
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