Bachelorarbeit, 2007
55 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Begriffsklärungen
2.1 Die „Moral“
2.2 Die „Gerechtigkeit“
2.3 Die „Religion“
3 Inhaltsangabe Film
4 Analyse des Films
4.1 Politik, Moral und Religion
4.2 Soziales Umfeld von Sophie
4.3 Politik, Moral und Recht
4.4 Das Gewissen
4.5 Erweiterte Betrachtung der Figuren Mohr und Sophie
4.5.1 Deontologisch versus teleologisch
4.5.2 Verantwortungsethik versus Gesinnungsethik
5. Schluss
Die Arbeit analysiert den Spielfilm „Sophie Scholl – die letzten Tage“ vor dem Hintergrund moralphilosophischer Spannungsfelder. Ziel ist es, das Handeln der Protagonistin im Kontext von Politik, Moral, Religion und Recht zu untersuchen und dabei die ethischen Positionen von Sophie Scholl und ihrem Gegenspieler Robert Mohr einzuordnen.
4.1 Politik, Moral und Religion
Wie ein symbolischer Faden ziehen sich Elemente des Lichts durch den Film, gleißendes Sonnenlicht, das durch die Gefängnisfenster dringt oder Erinnerungen an lichte Zeiten und an sonnige Sommer. Sophie scheint dieses Licht zu suchen, immer wieder geht ihr Blick in Richtung Himmel und unterstreicht damit den Kontrast zwischen Gefangensein und der Freiheit, Helligkeit und Schönheit der Natur.
Doch die Herausarbeitung dieses Kontrastes ist nur eine Weise der Interpretation. Man kann in dem wesentlichen Element des Lichts im Film „Sophie Scholl – die letzten Tage“ auch mehr sehen, man kann darin eine Versinnbildlichung eines wesentlichen Wertes von Sophie sehen, der ihr Handeln womöglich stark prägt: den Glauben.
Nach dem 3. Verhör durch Mohr wird Sophie in die Zelle zurück gebracht, nach einem Gespräch mit Else schläft sie ein. In der Nacht erwacht Sophie von Lärm auf dem Gefängnisgang – in einem Gebet sucht sie Ruhe in Gott:
„Lieber Gott, ich kann nicht anders als stammeln zu dir und dir mein Herz hinhalten.
Du hast uns geschaffen hin zu dir.
Und unruhig ist unser Herz bis es Ruhe findet in dir. Amen.“
1 Einleitung: Die Einleitung stellt den Film „Sophie Scholl – die letzten Tage“ in den Kontext von Hannah Arendts Überlegungen zum Bösen und skizziert die moralphilosophische Fragestellung der Arbeit.
2 Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Moral, Gerechtigkeit und Religion für den weiteren Analyserahmen der Arbeit.
3 Inhaltsangabe Film: Hier wird der Handlungsverlauf des Films zusammengefasst, von der Widerstandstätigkeit der Weißen Rose bis hin zur Hinrichtung.
4 Analyse des Films: Der Hauptteil untersucht detailliert die Spannungsfelder zwischen Religion, Recht und Moral und analysiert die gegensätzlichen ethischen Haltungen von Sophie und Mohr.
5. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet Sophies Handeln aus moralphilosophischer Sicht als Beispiel für standhaftes Verhalten.
Sophie Scholl, Weiße Rose, Moral, Gerechtigkeit, Gewissen, Religion, Nationalsozialismus, Ethik, Deontologie, Teleologie, Gesinnungsethik, Verantwortungsethik, Hannah Arendt, Widerstand, Recht.
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer moralphilosophischen Analyse des Films „Sophie Scholl – die letzten Tage“ und beleuchtet das Handeln der Titelfigur im Spannungsfeld zwischen politischen Machtansprüchen und persönlicher Moral.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Religion und Moral, die Pervertierung des Rechtsbegriffs im Nationalsozialismus sowie die Rolle des individuellen Gewissens bei Widerstandshandlungen.
Das Ziel ist zu ergründen, welche moralischen und ethischen Grundlagen Sophie Scholl in ihrem Widerstand geleitet haben und wie sich diese von der ideologisch geprägten Haltung ihres Verhörers Robert Mohr unterscheiden.
Es werden klassische philosophische Positionen, insbesondere von Immanuel Kant, Sokrates, Max Weber, Robert Spaemann und Hannah Arendt, herangezogen, um das Handeln der Figuren theoretisch zu begründen und einzuordnen.
Im Hauptteil werden unter anderem die Begriffe Gerechtigkeit, Gesetz und Freiheit untersucht sowie die Figuren Sophie und Mohr mithilfe von Begriffspaaren wie deontologisch vs. teleologisch analysiert.
Ihre Position ist geprägt durch eine christlich fundierte Ethik, die Verbindung von Gewissen und Freiheit sowie ein Handeln, das sich einer bloßen Nutzenabwägung entzieht.
Das Gewissen wird als ein tief verankerter Anker definiert, der Sophie Scholl dazu befähigt, sich auch unter Todesdrohung nicht gegen ihre inneren Werte zu entscheiden.
Mohr fungiert als Verkörperung eines totalitären Systems, dessen Handeln auf einer utilitaristischen bzw. teleologischen Logik basiert, die das Individuum dem kollektiven „Endsieg“ unterordnet.
Die „Goldene Brücke“ symbolisiert das Angebot Mohrs an Sophie, sich zu distanzieren und ihr Leben zu retten, was diese jedoch als Verrat an ihrer moralischen Integrität ablehnt.
In Anlehnung an Sokrates wird dieses Zwiegespräch als Basis ihrer Entscheidungssicherheit beschrieben, die es ihr ermöglicht, ihre moralischen Grenzen gegen äußere Zwänge zu wahren.
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