Diplomarbeit, 2008
113 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1 Kulturgeschichte des Strickens
1.1 Die Anfänge liegen im Dunkeln
1.2 Erste gesicherte Funde
1.3 Stricken als Erwerbstätigkeit
1.4 Unterricht im Stricken
1.5 Stricken als Freizeitaktivität
1.6 Aktuelle Tendenzen
2 Methodische Herangehensweise
2.1 Online-Umfrage
2.1.1 Theoretische Überlegungen
2.1.2 Erhebung der Daten
2.1.3 Auswertung
2.1.3.1 Stricker
2.1.3.2 Gemeinsame Stricker
2.1.3.3 Sich treffende Stricker
2.1.3.4 Stricktrend und Internet
2.2 Problemzentrierte Interviews
2.2.1 Theoretische Überlegungen
2.2.2 Erhebung der Daten
2.2.3 Auswertung
2.2.3.1 Fall 1: Sara: „Ich stricke, also bin ich“
2.2.3.2 Fall 2: Emma: „(…) wenn die gruselig sind, geh ich da eben nich mehr hin“
2.2.3.3 Fall 3: Wanda: „So begeistert is mein Mann nich vom Hobby, ne?“
2.2.3.4 Fall 4: Jana: „(…) da geh ich auf jeden Fall auch wieder hin. Und sonst isses mit Stricktreffen eigentlich nich so“
2.2.3.5 Fall 5: Sina: „Jetzt bin ich mal dran“
2.2.3.6 Kontrastierender Fallvergleich
3 Diskussion
Die Diplomarbeit untersucht das aktuelle Phänomen des öffentlichen Strickens, um zu klären, wer sich in Strickkreisen organisiert und ob das gemeinsame Stricken als oppositionaler Trend zur fortschreitenden Individualisierung fungiert oder dem Individuum als Form des sozialen Rückhalts (Social Support) dient.
1.1 Die Anfänge liegen im Dunkeln
Wann und wo die Anfänge des Strickens liegen, kann bis dato nicht mit sicherer Kenntnis gesagt werden: „Wahrscheinlich ist das Prinzip des Strickens beim Knoten von Netzen erfunden worden.“7 Rutt hat mehrere, von anderen Autoren als älteste Fundstücke deklarierte, Strickarbeiten als Nalbinding enttarnt. Zu dieser Technik, die mit einer Nadel ausgeführt wird, schreibt er:
„Nalbinding can produce a true knitted structure, but by a different method of manufacture. We have evidence of nalbinding much older than our evidence for knitting; and we know that knitting was at an earlier point used to make footwear, in the cultural region where nalbinding was earlier used for the same purpose. To say that knitting developed from nalbinding, probably in Egypt, is conjectural, but reasonable. It is not reasonable to attribute knitting to Arabs or Arabia.“8
Zu solchen Enttarnungen zählen beispielsweise Ober- und Unterbekleidung, datiert auf das Jahr 256 n. Chr. und gefunden bei Ausgrabungen im antiken Dura-Europos im heutigen Syrien, sowie eine Kindersocke aus einem koptischen Grab, die zum Inventar des Museums für Spätantike und Byzantinische Kunst in Berlin gehört.
1 Kulturgeschichte des Strickens: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische Entwicklung des Strickens, von den unklaren Anfängen über die gewerbliche Ausübung in Zünften bis hin zum Wandel als Freizeitaktivität.
2 Methodische Herangehensweise: Hier werden die empirischen Methoden der Arbeit, eine Online-Umfrage zur Datenerhebung und problemzentrierte Interviews zur qualitativen Analyse, detailliert beschrieben und begründet.
3 Diskussion: Dieses Kapitel verknüpft die empirischen Ergebnisse mit theoretischen Ansätzen zur Individualisierung und sozialen Einbindung, um die Hypothese zum gemeinsamen Stricken zu prüfen.
Stricken, Handarbeit, Individualisierung, Social Support, Stricktreffen, Strickcafé, Online-Umfrage, Qualitative Forschung, Alltägliche Lebensführung, Community, Stricktrend, Soziologie, Gruppendynamik, Internet, Freizeit
Die Arbeit untersucht das moderne Phänomen des gemeinsamen Strickens in der Öffentlichkeit, insbesondere in Form von Stricktreffs, und analysiert deren soziologische Bedeutung.
Die Schwerpunkte liegen auf der Kulturgeschichte des Strickens, den theoretischen Konzepten der Individualisierung und der alltäglichen Lebensführung sowie dem sozialen Support innerhalb solcher Gruppen.
Die Leitfrage ist, ob das gemeinsame Stricken einen Ausdruck von Individualisierung darstellt oder primär als Form der sozialen Unterstützung für das Individuum dient.
Die Verfasserin nutzt eine Kombination aus quantitativer Forschung mittels Online-Umfragen und qualitativer Forschung durch problemzentrierte Interviews mit Mitgliedern von Stricktreffs.
Der Hauptteil gliedert sich in einen kulturgeschichtlichen Abriss, die methodische Vorgehensweise, die Auswertung der Umfragedaten, die detaillierte Darstellung einzelner Fallbeispiele und deren anschließende Diskussion im theoretischen Kontext.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Stricken, Individualisierung, soziale Einbindung, Strick-Community und Alltagsbewältigung charakterisiert.
Während Stricken früher oft eine notwendige Tätigkeit zur Selbsterhaltung oder ein traditionelles Handwerk war, dient es heute in Gruppen als Ausdruck von Individualität, Gemeinschaft und bewusster Freizeitgestaltung.
Das Internet fungiert als zentrales Medium zur Vernetzung, zum Wissensaustausch, zur Inspiration und zur Koordination realer Treffen, wobei viele Stricker eine hybride Identität zwischen Online- und Offline-Welt leben.
Die Interviews zeigen, dass Stricktreffs für die Teilnehmer vor allem einen Ausgleich zum stressigen Alltag bieten und das Gefühl von Geborgenheit sowie sozialen Kontakt in einer sonst oft anonymen städtischen Umgebung ermöglichen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

