Magisterarbeit, 2008
121 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
2. Pathologische Grundlagen
2.1 Dysarthrophonie
2.1.1 Begriffsbestimmung
2.1.2 Ätiologie
2.1.3 Einteilung der Dysarthrophonie-Syndrome
2.2 Das Parkinson-Syndrom
2.2.1 Begriffsbestimmung
2.2.2 Neurobiologische Grundlagen
2.2.3 Symptomatik
2.2.3.1 Die drei Kardinalsymptome
2.2.3.2 Funktionskreise
2.3 Dysprosodie
3. Phonetische Grundlagen
3.1 Prosodische Merkmale und ihre Funktionen
3.2 Sprachliche Realisierung von Deklarativ- und Interrogativsätzen
3.2.1 Die semantisch-pragmatischen Funktionen
3.2.2 Formale Kodierung im Deutschen
3.3 Das GToBI-Etikettiersystem
3.3.1 Grundzüge
3.3.2 Töne und ihre Diakritika
4. Experimentelle Untersuchung
4.1 Hypothesen
4.2 Methode
4.2.1 Stichprobe
4.2.2 Sprechmaterial
4.2.3 Experimentdurchführung
4.3 Datenanalyse
4.3.1 Auditive Analyse
4.3.2 Akustische Analyse
4.3.3 Mess- und Labelprozedur
5. Ergebnisse
5.1 Auditive Analyse
5.2 Akustische Analyse
5.3 Der Ausdruck der expressiven Komponente Überraschung
6. Diskussion
6.1 Interpretation der Ergebnisse
6.2 Kritische Bemerkungen zum durchgeführten Experiment
7. Zusammenfassung und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, den Einfluss der Parkinson-Erkrankung auf die prosodischen Fähigkeiten von Betroffenen anhand eines Experiments zu untersuchen, bei dem die expressive Realisierung von Deklarativ- und Interrogativäußerungen bei Parkinsonpatienten mit der von gesunden Sprechern verglichen wird.
2.2.1 Begriffsbestimmung
Im Jahr 1817 veröffentlichte der englische Arzt und Apotheker James Parkinson den Artikel „Essay on the shaking palsy“ (Parkinson 1817), in dem er die Symptome der später nach ihm benannten neurologischen Erkrankung beschrieb. Der Begriff „shaking palsy“ kann hierbei mit Schüttellähmung übersetzt werden, wobei es sich jedoch nicht um eine Lähmung im klassischen Sinne wie z. B. nach einem Schlaganfall handelt. Unter dem heutigen Kenntnisstand lässt sich Parkinson folgendermaßen definieren:
„Das Parkinson-Syndrom ist die klinisch definierte Symptomkombination aus Hypo- bzw. Akinese, Rigor, (Ruhe)Tremor und gestörten Stellreflexen.“ (Dodel et al. 1997:188)
Für die Diagnose des Parkinson-Syndroms müssen mindestens zwei der eben genannten Symptome (genaue Beschreibung siehe Kapitel 2.2.3.1) vorliegen. In etwa 70% aller Fälle liegt dem Parkinson-Syndrom ein Morbus Parkinson, auch idiopathisches Parkinson-Syndrom genannt, zugrunde. Von dieser Form sind überwiegend Frauen und Männer (in Deutschland etwa 300.000 - 400.000) zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr betroffen, wobei die Ursache unbekannt ist (George et al. 2007). Der sekundäre Parkinsonismus hingegen kann seine Ursachen in einer Schädigung der Basalganglien durch Sauerstoffmangel, Stoffwechselerkrankungen, Intoxikationen (z. B. mit Kohlenmonoxid) oder durch Tumore haben.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Untersuchung von Sprachstörungen bei Parkinson-Patienten und setzt das Ziel, die Verbindung zwischen klinischer Phonetik und Patholinguistik aufzuzeigen.
2. Pathologische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Dysarthrophonie und das Parkinson-Syndrom, erläutert die neurobiologischen Hintergründe und beschreibt die Sprechmotorik-Symptomatik.
3. Phonetische Grundlagen: Hier werden die theoretischen phonetischen Konzepte wie Prosodie, Satzmodi und das GToBI-Etikettiersystem für die Analyse des Sprachmaterials eingeführt.
4. Experimentelle Untersuchung: Dieser Teil beschreibt das methodische Vorgehen der Studie, einschließlich Hypothesenbildung, Stichprobenauswahl, Datenerhebung sowie die auditive und akustische Analyse.
5. Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die Resultate der auditiven und akustischen Analysen hinsichtlich der Intonation und der segmental-akustischen Parameter.
6. Diskussion: Das Kapitel interpretiert die erhobenen Daten, diskutiert die methodische Vorgehensweise kritisch und betrachtet die Ergebnisse im Kontext bisheriger Forschung.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Diese Sektion fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und diskutiert Implikationen für die zukünftige Diagnostik und Therapie.
Dysarthrophonie, Morbus Parkinson, Dysprosodie, Prosodie, Intonation, GToBI, Deklarativsatz, Interrogativsatz, akustische Analyse, auditive Analyse, Grundfrequenz, Anstiegsgeschwindigkeit, Gipfelkontur, Sprechmotorik, klinische Phonetik
Die Arbeit untersucht die prosodischen Muster in der Sprache von Parkinsonpatienten im Vergleich zu sprechgesunden Kontrollpersonen, insbesondere unter Berücksichtigung von Deklarativ- und Interrogativsätzen.
Die zentralen Themen umfassen die neurologischen Grundlagen von Morbus Parkinson, die phonetische Beschreibung prosodischer Merkmale und die Anwendung des GToBI-Etikettiersystems.
Ziel ist es, den Einfluss von Morbus Parkinson auf die expressiven prosodischen Fähigkeiten bei der Lesesprache durch auditive und akustische Analysen zu dokumentieren und zu quantifizieren.
Es handelt sich um eine Querschnittsstudie, die auditive Analysen zur Kategorisierung sowie akustische Messungen der Grundfrequenz, Anstiegshöhe und -geschwindigkeit mittels Software wie Praat und dem EMU-Sprachdatenbank-System nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der pathologischen und phonetischen Grundlagen, eine detaillierte Beschreibung des methodischen Versuchsaufbaus und die anschließende Auswertung und Interpretation der Messergebnisse.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Dysprosodie, Parkinson, Intonation, GToBI, Grundfrequenz, Anstiegsgeschwindigkeit und klinische Phonetik charakterisiert.
Das GToBI-System erlaubt eine autosegmental-metrische Darstellung der Intonation durch diskrete tonale Einheiten (High- und Low-Töne) und bietet somit eine präzise Grundlage für die quantitative Analyse von Gipfelkonturen.
Die BODYS dienten der klinischen Einstufung des Schweregrades der bei den Parkinson-Probanden bestehenden Dysarthrophonie und stellten somit sicher, dass eine homogene Basis für die Analyse prosodischer Leistungen gegeben war.
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