Magisterarbeit, 2008
72 Seiten, Note: 2,3
Einleitung
1. Typen, Besonderheiten und Produktion moderner Biokraftstoffe
1.1. Bioethanol
1.2. Biodiesel
1.3. Biokraftstoffe der zweiten Generation
2. Gründe für Entstehung und Nutzung von Biokraftstoffen
2.1. Verminderung der CO2 – Emissionen
2.2. Antwort auf permanente Erdölpreissteigerungen und Diversifizierung der Energiequellen
2.3. Entwicklung der Landwirtschaft, Schaffung neuer Arbeitsplätze
3. Negative Folgen und Kritik an Biokraftstoffen
3.1. Ernährungspreiserhöhung
3.2. Folgen für die Umwelt, Entwaldung, Bodenerosion, Artenvielfalt
3.3. Hoher Ressourcenverbrauch
3.4. Netto-Energie
3.5. Weitere Nachteile
4. Modelle für Entwicklung der Biokraftstoffproduktion und deren Einfluss auf Nahrungsmittelpreise
4.1. Ausblick auf Biokraftstoffproduktion und –konsum bis 2030
4.2. Einfluss der Biokraftstoffproduktion auf Lebensmittelpreise bis 2020
4.3. Anmerkungen und Kritik
Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Nutzung von Biokraftstoffen als alternative Energiequelle und ihren ökologischen sowie ökonomischen Auswirkungen. Das primäre Ziel ist es, die Vor- und Nachteile der Biokraftstoffproduktion kritisch gegenüberzustellen, wobei insbesondere der Einfluss auf die globalen Nahrungsmittelpreise und die Ernährungssicherheit armer Bevölkerungsschichten analysiert wird.
3.1. Ernährungspreiserhöhung
Die Frage, welche Rolle die Biokraftstoffproduktion für die Lebensmittelpreissteigerungen spielt, bleibt bis jetzt kontrovers. Obwohl der negative Einfluss der Biokraftstoffe auf Nahrungsmittelpreise nicht abgelehnt wird, gehen die Meinungen über die Stärke dieses Einflusses auseinander. Die Auswirkungen dieses Einflusses und die Tatsache, dass die Produktion von Biokraftstoffen die Lebensmittelpreise erheblich steigert, kann man in einem einfachen Angebot-Nachfrage-Diagramm zeigen (siehe Abb. 4).
Die rasche Steigerung der Nachfrage nach Biokraftstoffen, insbesondere nach Bioethanol aus Mais und Zuckerrohr, und die Erweiterung von deren Produktion hat einen großen Einfluss auf das Nachfrage-Angebot-System für Getreide. Die steigende Biokraftstoffproduktion führt zu immer größerer Nachfrage nach Energiepflanzen, die bei dieser Produktion verwendet werden. Auf der Abb. 4 wird diese Situation als Verschiebung der Nachfragekurve von D auf D’ dargestellt. Entsprechend verschiebt sich das Gleichgewicht auf dem Markt für Energiepflanzen vom Punkt 1 zum Punkt 2. Da die Nachfrage steigt und das Angebot konstant bleibt, steigen die Preise von P0 auf P1. Die steigende Nachfrage nach Biokraftstoffen führt auch zur teilweisen Verschiebung der Lebensmittelpflanzen durch Energiepflanzen, deren Produktionsmenge sich von Q0 auf Q1 erhöht.
1. Typen, Besonderheiten und Produktion moderner Biokraftstoffe: Dieses Kapitel definiert Biokraftstoffe, unterscheidet zwischen verschiedenen Generationen und erläutert die technischen Verfahren zur Herstellung von Bioethanol und Biodiesel.
2. Gründe für Entstehung und Nutzung von Biokraftstoffen: Hier werden die Triebfedern für die Biokraftstoffnutzung beleuchtet, insbesondere der Wunsch nach CO2-Reduktion, Diversifizierung der Energiequellen und landwirtschaftlicher Entwicklung.
3. Negative Folgen und Kritik an Biokraftstoffen: Das Kapitel analysiert kritisch die ökologischen und sozialen Nachteile, mit besonderem Fokus auf Nahrungsmittelpreissteigerungen, Ressourcenverbrauch und Netto-Energiebilanzen.
4. Modelle für Entwicklung der Biokraftstoffproduktion und deren Einfluss auf Nahrungsmittelpreise: Hier werden Prognosemodelle zur zukünftigen Produktion vorgestellt und deren Auswirkungen auf die globalen Lebensmittelpreise unter verschiedenen Szenarien bewertet.
Fazit: Das Fazit fasst die Ambivalenz der Biokraftstoffthematik zusammen und betont die Dringlichkeit, soziale und ökologische Konsequenzen stärker in politische Entscheidungsfindungen einzubeziehen.
Biokraftstoffe, Bioethanol, Biodiesel, Energiepflanzen, Nahrungsmittelpreise, Ernährungssicherheit, CO2-Emissionen, Netto-Energie, Bodenerosion, Entwaldung, Landwirtschaft, Subventionen, Treibhauseffekt, Hunger, ökologische Auswirkungen
Die Magisterarbeit befasst sich mit einer umwelt- und ressourcenökonomischen Analyse von Biokraftstoffen als Ersatz für fossile Energieträger und beleuchtet dabei sowohl deren Potenziale als auch ihre kritischen Auswirkungen.
Die Schwerpunkte liegen auf den technologischen Grundlagen von Biokraftstoffen der 1. und 2. Generation, den Motiven für ihre Nutzung sowie den daraus resultierenden negativen ökologischen und sozialen Effekten.
Ziel ist der Vergleich von Vor- und Nachteilen der Biokraftstoffproduktion, wobei insbesondere der Einfluss auf die Lebensmittelpreise und die daraus resultierenden Konsequenzen für ärmere Bevölkerungsschichten im Vordergrund stehen.
Die Arbeit nutzt eine umwelt- und ressourcenökonomische Analyse, kombiniert mit der Betrachtung ökonomischer Modelle (IEA- und IFPRI-Prognosen) sowie einer Literaturanalyse zum aktuellen Stand der Forschung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Kraftstofftypen, die Analyse der Nutzungsgründe, eine tiefgehende Kritik hinsichtlich Umwelt- und Ernährungssicherheit sowie die Auswertung von Entwicklungsmodellen für die Zukunft.
Biokraftstoffe, Nahrungsmittelpreise, Ernährungssicherheit, Netto-Energie, ökologische Folgen, Landwirtschaft und globale Nachhaltigkeit sind zentrale Begriffe.
Die Netto-Energiebilanz dient als entscheidendes Argument: Der Autor hinterfragt, ob die aufgewendete Energie für Anbau und Produktion den erzielten Nutzen rechtfertigt, und diskutiert kontroverse wissenschaftliche Ansichten dazu.
Der Autor argumentiert, dass die Biokraftstoffproduktion ein Haupttreiber für den Anstieg der Nahrungsmittelpreise ist, da sie Getreide vom Ernährungssektor in den Kraftstoffmarkt umlenkt, was besonders arme Menschen existenziell bedroht.
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