Doktorarbeit / Dissertation, 2006
77 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Klinik, Diagnostik und Therapie
1.3 FAB und WHO Klassifikation
2. Fragestellung und Zielsetzung
3. Patientengut und Methoden
3.1 Patienten – und Diagnosekriterien
3.2 Dokumentation und Verlaufsbeobachtung
3.3 Klinische und hämatologische Diagnostik
3.4 Chromosomenanalyse
3.5 Statistische Methoden
4. Ergebnisse
4.1 Eingangsparameter
4.1.1 Klinische Eingangsparameter und Blutbildveränderungen
4.1.2 Grundkrankheiten
4.1.3 tMDS - auslösende Noxen
4.1.5 Chromosomenanalysen
4.1.6 LDH und andere Laborparameter
4.2 Morphologische Befunde
4.2.1 Zytomorphologie im peripheren Blut
4.2.2 Zytomorphologie im Knochenmark
4.2.3 Dysplasieanalyse der Knochenmarkzellen
4.3 Krankheitsprogress und Todesursachen
4.3.1 Primärnoxe und Latenz
4.3.2 Übergang in eine akute myeloische Leukämie
4.3.2 Todesursachenstatistik und Gesamtüberlebenszeit
4.4 Prognosefaktoren
4.4.1 Univariate Analyse von Prognosefaktoren für die Überlebenswahrscheinlichkeit
4.4.2 Multivariate Analyse von Prognosefaktoren für die Überlebenswahrscheinlichkeit
4.4.3 Wertigkeit verschiedener Scoring-Systeme bei therapieassoziierten MDS
4.4.4 Vergleich zwischen primären MDS und therapieassoziierten MDS
5. Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht den Krankheitsverlauf und die Prognose therapieassoziierter myelodysplastischer Syndrome. Ziel ist es, in einem Kollektiv von 121 Patienten die prognostische Wertigkeit relevanter Einzelfaktoren zu ermitteln, um eine Risikoabschätzung zu ermöglichen.
1.1 Einführung
Als myelodysplastische Syndrome (MDS) bezeichnet man eine Gruppe von hämatologischen Neoplasien multipotenter, hämatopoetischer Stammzellen. Verschiedene Mechanismen werden diskutiert, die ein MDS auslösen können. Dazu gehören eine klonale Entartung, Chromosomendefekte, Produktion inhibitorischer Zytokine, T-Zell-vermittelte Suppression oder Stromadefekte des Knochenmarkgewebes. Durch dysplastische Veränderung in allen drei Zellreihen kommt es zu einer peripheren Mono-, Bi- oder Panzytopenie.
Typische dysplastische Veränderungen in der Erythropoese sind megaloblastäre Veränderungen der Proerythroblasten und Makroblasten, doppelkernige Normoblasten sowie Kernabsprengungen und Karyorhexisfiguren. Zeichen einer Eisenverwertungsstörung sind Ringsideroblasten. In der Granulopoese finden sich Dysplasien vor allem in den reifen Formen, hier insbesondere die Pseudo-Pelger’sche Kernanomalie sowie Granulierungsstörungen. Eine typische Dyplasieform der Megakaryopoese ist der Mikromegakaryozyt. Das morphologische Kriterium der Dysplasie hat der Krankheitsgruppe ihren Namen gegeben. Ein wesentlicher Befund des bereits etablierten MDS-Klons ist eine erhöhte Apoptoserate der MDS-Progenitorzellen.
In ca. 5-10 % der Fälle handelt es sich um sekundäre MDS (therapieassoziierte MDS), welche als Folge einer antineoplastischen oder immunsuppressiven Therapie mit unterschiedlicher Latenz auftreten und sehr oft mit einer schlechteren Prognose behaftet sind als primäre MDS. Auch eine Exposition gegenüber organischen Lösungsmitteln oder Radioaktivität werden als Auslöser für sekundäre MDS diskutiert. Da jedoch eine antineoplastische Therapie die häufigste Ursache darstellt, ist es sinnvoll den Terminus „therapieassoziierte myelodysplastische Syndrome“ (tMDS) zu verwenden.
1. Einleitung: Bietet einen Überblick über Definition, Klinik, Diagnostik und die Klassifikationssysteme (FAB und WHO) der myelodysplastischen Syndrome.
2. Fragestellung und Zielsetzung: Definiert das Ziel der Arbeit, die prognostische Wertigkeit von klinischen und biologischen Faktoren bei 121 Patienten mit therapieassoziiertem MDS zu ermitteln.
3. Patientengut und Methoden: Beschreibt das Kollektiv von 121 Patienten sowie die angewandten klinischen, zytogenetischen und statistischen Analyseverfahren.
4. Ergebnisse: Präsentiert die Daten zu Eingangsparametern, morphologischen Befunden, Progress, Todesursachen und Prognosefaktoren sowie einen Vergleich zu primären MDS.
5. Diskussion: Diskutiert die Ergebnisse im Kontext der aktuellen Literatur und bewertet die Anwendbarkeit gängiger Prognose-Scores auf therapieassoziierte Formen.
Therapieassoziierte myelodysplastische Syndrome, tMDS, Prognosefaktoren, Überlebenswahrscheinlichkeit, akute myeloische Leukämie, AML-Transformation, Knochenmarkdiagnostik, Chromosomenanalyse, FAB-Klassifikation, WHO-Klassifikation, Scoring-Systeme, Zytomorphologie, hämatologische Neoplasien, Risikostratifizierung.
Die Dissertation untersucht den Krankheitsverlauf, die klinischen Merkmale und die Prognose von therapieassoziierten myelodysplastischen Syndromen (tMDS) bei einem Patientenkollektiv von 121 Fällen.
Die Arbeit fokussiert sich auf epidemiologische Daten, morphologische Befunde, die Rolle von Chromosomenveränderungen, die Latenzzeiten nach einer Vorbehandlung sowie die Identifikation von Prognosefaktoren für das Überleben und den Übergang in eine akute Leukämie.
Das Hauptziel ist die Identifikation relevanter Einzelfaktoren, die eine fundierte Risikoabschätzung und Prognoseerfassung speziell für Patienten mit therapieassoziierten MDS ermöglichen.
Es handelt sich um eine retrospektive Auswertung klinischer, hämatologischer und zytogenetischer Daten, bei der unter anderem Kaplan-Meier-Verfahren zur Überlebenszeitanalyse und Cox-Regressionsmodelle zur Identifikation unabhängiger Prognosefaktoren eingesetzt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Patientencharakteristika, die detaillierte morphologische Analyse von Knochenmark und Blut, die Untersuchung von Progressionsereignissen und Todesursachen sowie die Evaluation bestehender internationaler Scoring-Systeme.
Wichtige Begriffe sind tMDS, Prognosefaktoren, AML-Transformation, zytogenetische Aberrationen, FAB- und WHO-Klassifikation sowie Risikostratifizierung.
Die Studie zeigt, dass Patienten, die nur eine Strahlentherapie erhielten, eine signifikant längere Latenzzeit bis zur MDS-Diagnose aufwiesen als Patienten, die eine Chemotherapie oder eine kombinierte Radio-Chemotherapie durchliefen.
Therapieassoziierte MDS treten bei einem im Median niedrigeren Alter auf, weisen eine kürzere Überlebenszeit, häufigere Übergänge in eine akute Leukämie und ein regelmäßigeres Auftreten von Chromosomenanomalien auf als primäre Formen.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die für primäre MDS entwickelten Scores (wie z.B. IPSS oder Düsseldorf-Score) nur ansatzweise auf therapieassoziierte MDS anwendbar sind und die Risikogruppen oft ungenau abbilden.
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