Examensarbeit, 2009
72 Seiten, Note: 1
I. Einleitung
1. Forschungsstand
II. Hauptteil
1. Ein historischer Exkurs - die Entwicklung und Entstehung des Eishockeysports
1.1 Die Entwicklung des Schlittschuhes
1.2 Geschichtlicher Abriss des Eishockeys
1.2.1 Eishockey in Deutschland
2. Das Wichtigste über Eishockey in Kürze
2.1 Die Spielidee
2.2 Das Spielfeld
2.3 Die Spielzeit
2.4 Spielregeln
2.4.1 Abseits
2.4.2 Unerlaubter Weitschuss des Pucks
2.4.3 Strafen
2.5 Taktik und Spielsysteme
3. Anforderungsprofile der Sportart Eishockey
3.1 Motorisches Anforderungsprofil
3.1.1 Kraft
3.1.2 Schnelligkeit
3.1.3 Ausdauer
3.1.4 Beweglichkeit
3.1.5 Koordination
3.1.6 Zusammenfassung des motorischen Anforderungsprofils
3.2 Anforderungen im technisch-taktischen Bereich
3.2.1 Technische Voraussetzungen
3.2.1.1 Schlittschuhläuferische Fertigkeiten
3.2.1.2 Stocktechnik
3.2.2 Taktisches Verhalten
3.3 Anforderungen an das Persönlichkeitsprofil des Eishockeyspielers
3.3.1 Soziales Verhalten in der Gruppe
3.3.2 Mentaler Bereich
3.4 Zusammenfassung der Anforderungsprofile
4. Eishockey im Kontext des Lehrplanes für bayerische Hauptschulen
4.1 Das Profil des Faches Sport im Lehrplan
4.1.1 Aufgabe
4.1.2 Ziele
4.2 Die Ziele und Inhalte der Lernbereiche und die Möglichkeiten des Eishockeyssportes diese zu er- bzw. auszufüllen
4.2.1 Gesundheit
4.2.2 Gesundheit und Eishockey
4.2.3 Fairness/Kooperation
4.2.4 Fairness und Kooperation im Eishockey
4.2.5 Umwelt
4.2.6 Eishockey und Umwelt
4.2.7 Leisten, Gestalten, Spielen
4.2.8 Leisten, Gestalten, Spielen im Eishockey
4.3 Zusammenfassung: Eishockey und Lehrplan
5. Eignung des Eishockeys als Schulsport über den Lehrplan hinaus
5.1 Fordern statt Verwöhnen
5.1.1 Erkenntnisse der Verhaltensbiologie: Die menschlichen Triebe
5.1.2 Das System der menschlichen Triebe
5.1.3 Die menschlichen Triebe
5.1.4 Der Aggressionstrieb
5.1.5 Zerstörung des verhaltensökologischen Gleichgewichts
5.1.6 Die Folgen der Verwöhnung
5.1.7 Möglichkeiten den Folgen der Verwöhnung zu begegnen
5.1.8 Eishockey als Lösungsalternative
5.1.9 Zusammenfassung Fordern statt Verwöhnen
6. Nachteile
6.1 Hallensituation
6.2 Kosten
6.3 Trainermangel
6.4. Verletzungsrisiko
7. Das Erfurter Sportgymnasium
7.1 Eishockey am Pierre-de-Coubertin-Gymnasium Erfurt
8. Stundenbeispiel
III. Schlussbemerkung
IV. Anhang
1. Interviews
2. Graphische Darstellung der Übungen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Eignung des Eishockeysports als Schulsport an bayerischen Hauptschulen zu untersuchen. Dabei wird der Sport sowohl in Bezug auf seine sportwissenschaftlichen Anforderungen als auch auf seine pädagogische Eignung hin analysiert, insbesondere unter Berücksichtigung der These "Fordern statt Verwöhnen" von Felix von Cube.
3.1.2 Schnelligkeit
Die Schnelligkeit der Athleten spielt im Eishockey selbstverständlich eine große Rolle. Unter dem Begriff Schnelligkeit versteht man in unserem Zusammenhang nicht bloß das Tempo der Bewegungen des Spielers auf dem Eis (Aktionsschnelligkeit), sondern auch seine Fähigkeiten Spielsituationen zu antizipieren und möglichst rasch darauf zu reagieren (Reaktionsschnelligkeit)27.
Durch die Gegebenheit nach relativ kurzer Belastungszeit auszuwechseln und sich zu erholen, besteht im Eishockey die Möglichkeit und auch Notwendigkeit nahezu die gesamte Einsatzzeit in höchster Geschwindigkeit zu absolvieren. Daher sollte die Aktionsschnelligkeit bei allen Spielern vorzüglich ausgeprägt sein. Man unterscheidet hier wiederum zwischen zyklischer und azyklischer Aktionsschnelligkeit.
Das geradeaus Sprinten bezeichnet dabei die zyklische Aktionsschnelligkeit. Freilich muss ein Spieler mehr Handlungen durchführen als lediglich in voller Geschwindigkeit in eine Richtung zu laufen. In den siebziger Jahren wurden die Aktionen eines sowjetischen Nationalspielers während eines Länderspiels dokumentarisch festgehalten. Der Spieler Zygankow führte dabei folgende Bewegungen aus: 37mal bremsen mit schnellem Start, 52mal Wendungen im Lauf, 80mal kleine Bögen, 6mal Körperspiel28. Mögen diese Zahlen veraltet sein, so geben sie uns doch Aufschluss wie umfangreich die Bandbreite der zu beherrschenden Aktionen des Eishockeyspielers sein sollte. Für die Fertigkeit diese Aktionen in hoher Geschwindigkeit zu meistern, zeigt sich die azyklische Aktionsgeschwindigkeit verantwortlich.
I. Einleitung: Die Einleitung thematisiert das oft verzerrte Bild des Eishockeys als brutale Sportart in Deutschland und legt das Ziel der Arbeit fest, die tatsächlichen Anforderungen sowie das Potenzial als Schulsport aufzuzeigen.
1. Forschungsstand: Hier wird festgestellt, dass eishockeyspezifische Fachliteratur in Deutschland rar ist und zumeist aus dem Ausland stammt, wobei wissenschaftliche Werke zur Schulsport-Eignung nahezu vollständig fehlen.
II. Hauptteil: Der Hauptteil umfasst den historischen Hintergrund, die Regeln und eine detaillierte Analyse der motorischen, technisch-taktischen sowie persönlichkeitsbildenden Anforderungen, gefolgt von einer Prüfung der Schulsport-Eignung nach bayerischem Lehrplan und der "Fordern statt Verwöhnen"-Theorie.
III. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung bekräftigt, dass Eishockey trotz organisatorischer Herausforderungen ein pädagogisch wertvolles Instrument zur Förderung der physischen und mentalen Entwicklung von Jugendlichen darstellt.
IV. Anhang: Der Anhang bietet Experteninterviews und eine graphische Aufarbeitung der Übungseinheiten.
Eishockey, Schulsport, Lehrplan, Anforderungsprofil, Motorik, Koordination, Fordern statt Verwöhnen, Pädagogik, Aggressionstrieb, Teamgeist, Sportdidaktik, Jugendgewalt, Training, Technik, Taktik.
Die Arbeit untersucht, inwieweit der Eishockeysport aufgrund seiner speziellen Anforderungen als Schulsport an bayerischen Hauptschulen eingesetzt werden kann.
Die Schwerpunkte liegen auf den physischen Anforderungen, der technisch-taktischen Ausbildung, dem pädagogischen Wert des Eishockeys sowie dessen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung.
Ziel ist es, den Eishockeysport auf seine Eignung als Schulsport zu prüfen und den Vor- und Nachteilen, unter Berücksichtigung des bayerischen Lehrplans, nachzugehen.
Der Autor führt eine Literaturanalyse durch, verbindet diese mit sportwissenschaftlichen Anforderungsprofilen und ergänzt die Ergebnisse durch Experteninterviews mit Trainern und Schülern.
Neben Grundlagen wie Regeln und Taktik analysiert der Autor die motorische Komplexität des Eishockeys und diskutiert die Theorie "Fordern statt Verwöhnen" als pädagogischen Ansatz.
Die wichtigsten Schlagworte sind Eishockey, Schulsport, Anforderungsprofil, Koordination, Pädagogik, Aggressionstrieb und Leistungsgedanke.
Der Autor nutzt diese Theorie, um zu begründen, warum Eishockey eine geeignete Antwort auf moderne Probleme wie Bewegungsmangel und aggressive Langeweile bei Jugendlichen sein kann.
Die Arbeit führt das Pierre-de-Coubertin-Gymnasium in Erfurt an, wo Eishockey als Schulsport fest etabliert ist, und bietet zudem ein konkretes Stundenbeispiel für die neunte Klasse.
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