Bachelorarbeit, 2008
42 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau
2 Arbeitszufriedenheit
2.1 Definitionen, empirische Befunde und Kritik
2.2 Modelle der Arbeitszufriedenheit
2.2.1 Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg
2.2.2 Job Characteristics Model von Hackman und Oldham
2.2.3 Modell von Bruggemann
2.3 Zusammenfassung
3 Entwicklungspsychologische Ansätze
3.1 Entwicklungspsychologische Modelle
3.1.1 Disengagement-Theorie
3.1.2 Aktivitätstheorie
3.1.3 Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung
3.1.4 Selektive Optimierung und Kompensation: Das SOK-Modell
3.1.5 Life Span Theory of Control
3.2 Zusammenfassung
4 Karriereentwicklung über die Lebensspanne
4.1 Lebensphasenmodell von Levinson
4.2 Karrierestufen-Entwicklungsmodell von Super
4.3 Zusammenfassung
5 Der Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und Lebensalter: Theoretische Modelle und Empirie
5.1 Der u-förmige Zusammenhang
5.2 Der positiv lineare Zusammenhang
5.3 Der umgekehrt u-förmige Zusammenhang
5.4 Zusammenfassung
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konstrukt der Arbeitszufriedenheit im Kontext des demografischen Wandels. Ziel ist es, menschliche Veränderungen über die Lebensspanne zu analysieren, um Rückschlüsse auf die Entwicklung der Arbeitszufriedenheit bei älteren Beschäftigten zu ziehen und wissenschaftstheoretische Erklärungsansätze für diesen Verlauf zu diskutieren.
3.1.1 Disengagement-Theorie
Die Disengagement-Theorie (Cumming & Henry, 1961) geht von einer erwünschten Abnahme sozialer Kontakte im Alter aus. Durch einen sukzessiven Rückzug aus der Umwelt und einer allmählichen „Wendung nach Innen“ (Staudinger & Schindler in Oerter & Montada, 2002, S. 980) soll es älteren Menschen leichter fallen, sich auf den bevorstehenden Tod vorzubereiten. Eine anhaltende soziale Aktivität würde bei älteren Menschen hingegen zu einem inneren Konflikt führen. Trotz spezifischer Unterschiede tritt dieser Prozess, welcher durch soziale und individuelle Gegebenheiten ausgelöst wird, bei jedem Menschen ein (Lehr, 2003).
Durch eine Reduzierung der sozialen Kontakte müssen zudem weniger gesellschaftliche Normen beachtet werden. Der Wunsch „gebraucht zu werden“ stellt lediglich ein Sicherheitsbedürfnis dar, da andernfalls eine Ausgrenzung aus der Gesellschaft droht. Gibt es jedoch eine Hilfestellung von Seiten der Gesellschaft, so „finde sich bei älteren Leuten, die die sozialen Kontakte weitgehend gelöst hatten, ein erhöhtes Wohlbefinden im Vergleich zu jenen Betagten, die im Sozialverband noch fest verhaftet seien.“ (Lehr, 2003, S. 59; der Disengagement-Theorie folgten weitere gerontologische Forschungsarbeiten und Modifikationen, siehe vertiefend hierzu Havighurst, 1963; Henry, 1964; Lehr, 2003).
Bezogen auf den Arbeitsalltag ist zwar davon auszugehen, dass im Alter ein gewisser „Rückzug“ (= Disengagement) im Sinne der Zielerreichung stattfindet. Daraus ergeben sich jedoch nur dann negative Konsequenzen verbunden mit einer geringen Arbeitszufriedenheit, wenn sich ältere Erwachsene von unerreichbaren Zielen entfernen und keine alternativen Ziele verfolgen (Wrosch, Schulz & Heckhausen, 2004; vgl. hierzu Kapitel 3.1.5).
1 Einleitung: Darstellung der demografischen Herausforderungen und der Zielsetzung, die Entwicklung der Arbeitszufriedenheit über die Lebensspanne zu analysieren.
2 Arbeitszufriedenheit: Vorstellung grundlegender Definitionen und klassischer Modelle zur Entstehung von Arbeitszufriedenheit.
3 Entwicklungspsychologische Ansätze: Untersuchung von Theorien zur Persönlichkeits- und Verhaltensveränderung im Lebenszyklus.
4 Karriereentwicklung über die Lebensspanne: Analyse von Lebensphasen- und Karrieremodellen bezüglich ihrer Bedeutung für die Arbeitswelt.
5 Der Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und Lebensalter: Theoretische Modelle und Empirie: Vergleich verschiedener empirischer Verläufe (u-förmig, linear, umgekehrt u-förmig) der Arbeitszufriedenheit im Alter.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Erkenntnisse unter Berücksichtigung zukünftiger Herausforderungen des demografischen Wandels.
Arbeitszufriedenheit, demografischer Wandel, Lebensspanne, Altersstruktur, Karriereentwicklung, Entwicklungspsychologie, Herzberg, Hackman und Oldham, Bruggemann, SOK-Modell, Erikson, Karriereplateau, Arbeitsmotivation, Lebensalter, Erwerbsleben.
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Arbeitszufriedenheit von Erwerbstätigen über ihre gesamte Lebensspanne vor dem Hintergrund des demografischen Wandels.
Die Schwerpunkte liegen auf Arbeitszufriedenheit, entwicklungspsychologischen Ansätzen zum Altern sowie Karrieremodellen über die Lebensspanne.
Das Ziel ist es, menschliche Veränderungen über die Lebensspanne zu beschreiben und zu analysieren, um Erkenntnisse über die Entwicklung der Arbeitszufriedenheit bei älteren Beschäftigten zu gewinnen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und dem Vergleich klassischer psychologischer Modelle mit aktuellen empirischen Erkenntnissen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Arbeitszufriedenheit, die Darstellung entwicklungspsychologischer Theorien, die Betrachtung von Karriereverläufen und die Diskussion empirischer Zusammenhänge zwischen Alter und Zufriedenheit.
Zu den zentralen Begriffen gehören Arbeitszufriedenheit, demografischer Wandel, Karriereentwicklung, Lebensspanne und verschiedene entwicklungspsychologische Theorien wie das SOK-Modell.
Das Karriereplateau beschreibt eine Phase, in der Beförderungen unwahrscheinlich werden, was sowohl zu abnehmender Leistung als auch zu einer Neubewertung der beruflichen Situation führen kann.
Sie beschreibt einen Zustand, in dem Beschäftigte nach dem Nichterreichen ihrer Bedürfnisse ihr Anspruchsniveau senken, um trotz mangelnder Arbeitszufriedenheit im System zu verbleiben.
Sie postuliert einen altersbedingten Rückzug; die Arbeit zeigt jedoch, dass ältere Beschäftigte oft aktiv bleiben wollen und Disengagement eher bei fehlenden Zielperspektiven auftritt.
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