Magisterarbeit, 2008
146 Seiten, Note: sehr gut
1. Einleitung
1.1. Problemdarstellung Spannungsfeld zwischen Subsidiarität und Fremdbestimmung
2. Grundfragen des tschechischen Bildungswesens
2.1. Historische Betrachtung
2.1.1.Das Bildungswesen der Böhmischen Länder zwischen 1620-1848
2.1.2.Das Bildungswesen von der Zeit der nationalen Wiedergeburt bis zur 1. Tschechoslowakischen Republik (1848-1918)
2.1.3.Bildung in der 1. Tschechoslowakischen Republik (1918-1939)
2.1.4.Das Sozialistische Bildungswesen (1848-1989)
2.2. Aktuelle Trends und Entwicklungen
2.2.1.Phase des Umbruchs - Transformation im Bildungswesen nach 1989
2.2.2.Entwicklungen seit dem EU-Beitritt am 1. Mai 2004
3. Das allgemeine Bildungswesen im Kompetenzbereich der EU - zwischen Subsidiarität und Kohäsion
3.1. Maastricht, Lissabon, Bologna - Einflüsse der Wirtschaft auf die Strukturen des Bildungswesens
3.2. Entwicklung eines europäischen Bildungswesens - Grünbuch zur Europäischen Dimension im Bildungswesen
3.3. Grundlagen/ Kernideen des europäischen Bildungswesens
3.4. Richtlinien der EU für die europäische Dimension im Bildungswesen der nationalen Bildungssysteme
4. Umsetzung des europäischen Bildungsauftrages in den aktuellen Bildungsprogrammen der Tschechischen Republik
4.1. Die aktuellen Bildungsprogramme der Tschechischen Republik
4.1.1.Bílá kniha („Weißbuch“ zur Entwicklung der Bildung in der Tschechischen Republik)
4.1.2.Bildungsrahmenprogramm der Grundbildung
4.2. Nationale Besonderheiten/ Ideen/ Innovationen
5. Schlussfolgerungen und Ausblick
Die Arbeit analysiert die Grundfragen des tschechischen Bildungswesens im historischen Spannungsfeld zwischen nationaler Selbstbestimmung und dem Einfluss supranationaler Instanzen. Dabei wird untersucht, wie sich die Tschechische Republik im Kontext europäischer Bildungsvorgaben und der Transformation nach 1989 positioniert und ob nationale Innovationen oder eine starke Orientierung an externen Vorgaben dominieren.
2.1.2 Das Bildungswesen von der Zeit der nationalen Wiedergeburt bis zur 1. Tschechoslowakischen Republik (1848-1918)
Das Schulwesen der böhmischen Länder zeichnete sich, laut Friedrich Prinz, im 19. Jahrhundert vor allem durch zwei Tatbestände aus. Erstens durch das dichteste Schulnetz der Habsburger Monarchie, mit den differenziertesten Schulformen, und zweitens durch den Schulausbau von 1869, der nicht nur durch die Industrialisierung, sondern auch durch die nationale Ideologie und die erstarkende nationale Wiedergeburt, getragen wurde.
Wie Friedrich Prinz in seiner Analyse des Schulwesens der Böhmischen Länder feststellte, so wurde in der älteren Forschung der Fokus zu sehr auf den nationalen Aspekt der Schulfrage gelenkt und der seiner Meinung nach viel wichtigere Zusammenhang zwischen Industrialisierung und Ausbau, beziehungsweise Umstrukturierung des Schulwesens vernachlässigt. So verbreitete und differenzierte sich das Schulwesen der Böhmischen Länder vor allem im Zuge der neuen Erfordernisse einer arbeitsteiligen Industriegesellschaft und dies zunächst gleichermaßen bei Tschechen und Deutschen.
Prinz betont in seinen Ausführungen immer wieder, dass Struktur, Qualität und Umfang des Bildungswesens nicht ausschließlich Ergebnis des Nationalitätenkampfes waren, sondern verstärkt durch die neuen Anforderungen, in Zusammenhang mit der Industrialisierung, begünstigt wurden. So stehen seiner Meinung nach Schul- und Industrialisierungskarte Böhmens und Mährens in einem engen Zusammenhang.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Spannungsfeldes zwischen Subsidiarität und Fremdbestimmung ein und begründet den zeitlichen Fokus der Arbeit.
2. Grundfragen des tschechischen Bildungswesens: Dieses Kapitel arbeitet die historische Entwicklung des tschechischen Schulwesens von der Habsburger Zeit bis zum Ende des Sozialismus auf.
3. Das allgemeine Bildungswesen im Kompetenzbereich der EU - zwischen Subsidiarität und Kohäsion: Hier wird der Einfluss der EU-Verträge auf nationale Bildungssysteme und die Entwicklung einer europäischen Dimension im Bildungswesen diskutiert.
4. Umsetzung des europäischen Bildungsauftrages in den aktuellen Bildungsprogrammen der Tschechischen Republik: Das Kapitel analysiert die praktische Anwendung der aktuellen Bildungsprogramme, wie das "Weißbuch", und untersucht nationale Besonderheiten.
5. Schlussfolgerungen und Ausblick: Das Fazit fasst das Verhältnis zwischen tschechischer Souveränität und europäischer Integration zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen.
Tschechien, Bildungswesen, Subsidiarität, Fremdbestimmung, Europäische Integration, Bildungsrahmenprogramm, nationale Identität, Industrialisierung, Schulreformen, Bürgererziehung, Transformation, EU-Beitritt, Weißbuch, Curriculum, Habsburger Monarchie.
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die aktuellen Grundfragen des tschechischen Bildungswesens im Spannungsfeld zwischen dem Anspruch auf nationale Selbstbestimmung und dem Einfluss supranationaler Akteure wie der EU.
Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung seit 1848, der Einfluss der industriellen Modernisierung, der Transformationsprozess nach 1989 sowie die Anpassung an europäische Bildungsstandards.
Das Ziel ist es zu analysieren, wie Tschechien den Spagat zwischen der Bewahrung der eigenen nationalen Identität im Bildungswesen und der notwendigen Integration in das europäische Bildungssystem bewältigt.
Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse historischer und aktueller Dokumente, Bildungsberichte sowie pädagogische Theorien namhafter Experten wie Friedrich Prinz und Jan Průcha.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der tschechischen Bildungsgeschichte, die Untersuchung der EU-Bildungspolitik und eine kritische Betrachtung der aktuellen tschechischen Lehrplanreformen.
Die wichtigsten Begriffe sind tschechisches Bildungswesen, Subsidiarität, Europäische Integration, nationale Identität, Bildungstransformation und Bildungsrahmenprogramm.
Das System ist stark von der Erfahrung der Fremdbestimmung während der Habsburger Monarchie und der kommunistischen Ära geprägt, was zu einem Bedürfnis nach schneller Modernisierung führt.
Tschechien gilt als Vorreiter, da es die Bürgererziehung als ein explizites, separates Fach in den Lehrplan integriert hat, anstatt sie nur fächerübergreifend zu behandeln.
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