Diplomarbeit, 2021
74 Seiten, Note: 1,2
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Aufmerksamkeit
2.1.1 Exogene und endogene Aufmerksamkeit
2.1.2 Temporal Flanker Task
2.2 Emotionen
2.2.1 Angst
2.2.2 Ekel
2.3 EEG und ereigniskorrelierte Potentiale
2.3.1 N170
2.3.2 LRP
2.4 Aktueller Forschungsstand
3 Fragestellung und Hypothesen
4 Methodik
4.1 Studiendesign
4.3. Versuchsaufbau und Durchführung
4.3.1 EEG-Aufnahme und Software
4.4 Auswertungsverfahren
5 Ergebnisse
5.1 Fragebogen
5.1.1 Benennung der Emotionen
5.1.2 Wertigkeit
5.1.3 Erregung
5.1.4 Motivation
5.2 Reaktionszeiten
5.3 Ereigniskorrelierte Potentiale nach Cue Präsentation
5.3.1 LRP-Komponente im Zeitintervall 350 – 450ms
5.3.2 LRP-Komponente im Zeitintervall 850 – 950ms
5.3.3 N170-Komponente im Zeitintervall 190 – 210ms
6 Diskussion
6.1 Diskussion der Ergebnisse
7 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss emotionaler Reize (Angst und Ekel) auf die Aufmerksamkeitslenkung und die damit verbundene Detektion von Gesichtern mittels eines Temporal Flanker Tasks und ereigniskorrelierter Potentiale.
2.3 EEG und ereigniskorrelierte Potentiale
Die Elektroenzephalografie (EEG), ist ein nicht-invasives Verfahren, mit welcher die hirnelektrische Aktivität einer Person gemessen werden kann. Genauer gesagt, werden spontane und evozierte elektrische Aktivitäten der unter der Schädeldecke liegenden Kortexschichten aufgezeichnet (Zeiler, Auff & Deecke, 2006). Im Gegensatz zu den spontanen Aktivitäten, welche die Aktivität der Nervenzellen in Ruhe aufzeigen, stellen evozierte Potentiale bestimmte Spannungsveränderungen dar, welche durch die Reizung eines Sinnesorgans oder eines peripheren Nervs ausgelöst werden. So erlaubt diese Methode eine präzise Zeitmessung mentaler Prozesse und die Erforschung der Zusammenhänge zwischen dem Gehirn und Verhalten eines Menschen (Birbaumer & Schmidt, 2006).
Darüber hinaus liefert ein EEG die Möglichkeit, elektrische Gehirnpotentiale zur Untersuchung kognitiver Mechanismen der Informationsverarbeitung zu nutzen (Hagendorf et al., 2011). Aufgezeichnet werden die Potentiale über Elektroden, welche mit Hilfe einer Kappe auf der Kopfoberfläche der zu testenden Person befestigt und mit Kontaktgel befüllt werden. Während der Untersuchung werden dann die elektrischen Potentiale der einzelnen Elektroden aufgezeichnet und anhand von EEG-Wellen sichtbar gemacht.
1 Einleitung: Beschreibt die fundamentale Bedeutung von Emotionen bei der Aufmerksamkeitssteuerung und leitet die Forschungsfrage bezüglich der Detektion von Gesichtern ab.
2 Theoretischer Hintergrund: Bietet eine wissenschaftliche Fundierung zu den Themen Aufmerksamkeit, Emotionen und der elektrophysiologischen Messmethodik (EEG/ERP).
3 Fragestellung und Hypothesen: Formuliert die spezifischen Forschungsfragen und leitet die zu prüfenden Hypothesen hinsichtlich LRP und N170 ab.
4 Methodik: Erläutert das Studiendesign, die Stichprobengewinnung, den Versuchsaufbau sowie die Verfahren zur Datenaufnahme und Auswertung.
5 Ergebnisse: Präsentiert die erhobenen Daten aus den Fragebögen, den Reaktionszeiten sowie die ereigniskorrelierten Potentiale (LRP, N170).
6 Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse, ordnet sie in den aktuellen Forschungsstand ein und diskutiert Limitationen der Studie.
7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse sowie Empfehlungen für zukünftige Forschungsarbeiten.
Temporal Flanker Task, Aufmerksamkeit, Kongruenz, Distraktorverarbeitung, Emotionen, Angst, Ekel, Elektroenzephalographie, ereigniskorrelierte Potentiale, lateralisiertes Bereitschaftspotential, N170, Gesichterdetektion, Kognitive Neurowissenschaft, Reaktionszeiten
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen von Emotionen (speziell Angst und Ekel) auf die menschliche Aufmerksamkeit und die darauf basierende Detektion von Gesichtern.
Zentrale Themen sind die Aufmerksamkeitslenkung, die Verarbeitung emotionaler Gesichtsausdrücke, kognitive Interferenzphänomene im Flanker-Paradigma und neurophysiologische Messungen mittels EEG.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob die örtliche Fokussierung oder Abwendung von Aufmerksamkeit durch emotionale Reize die Wahrnehmung von Zielreizen (neutralen Gesichtern) beeinflusst.
Die Untersuchung nutzt ein elektrophysiologisches Design (EEG), bei dem ereigniskorrelierte Potentiale (ERP) analysiert werden, ergänzt durch Verhaltensdaten (Reaktionszeiten) und subjektive Bewertungen der Emotionen mittels Fragebögen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Umsetzung des Temporal Flanker Tasks, die Durchführung der Messungen sowie die statistische Analyse der ERP-Komponenten N170 und des lateralisierten Bereitschaftspotentials (LRP).
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Temporal Flanker Task, ERP, N170, LRP, Aufmerksamkeitslenkung, emotionale Distraktoren und Gesichtswahrnehmung charakterisiert.
Das LRP dient als Indikator für die motorische Vorbereitung auf die Handlungsantwort, um zu bestimmen, ob und wie stark die motorische kontralaterale Vorbereitung in Abhängigkeit von emotionalen Distraktoren erfolgt.
Die N170 wurde als ERP-Komponente betrachtet, die als Pendant zum fusiformen Face-Areal typisch für die frühe, unbewusste Verarbeitung von Gesichtern ist.
Die Pandemie erschwerte die Rekrutierung von Probanden erheblich, was zu einer reduzierten Stichprobengröße (N=11) und einer entsprechenden Einschränkung der Repräsentativität der Ergebnisse führte.
Die Autorin konnte die ursprüngliche Annahme, dass Emotionen die Detektion von Gesichtern durch Aufmerksamkeitsverschiebung signifikant beeinflussen, nicht bestätigen, und empfiehlt für zukünftige Forschung eine methodische Anpassung sowie größere Stichproben.
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