Bachelorarbeit, 2021
50 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Definitionen
a) Swa. (Swa.)
b) Abtreibung
c) Indikationen
d) Embryo
e) Liberalismus
f) Konservativismus
g) Pro-choice und Pro-life
h) Akteur:innen
3. Methodik
4. Durchführung des Untersuchungskonzepts
a) Hypothese 1
b) Hypothese 2
c) Hypothese 3
5. Diskussion
6. Fazit
Die vorliegende Bachelorthesis untersucht die deutsche Abtreibungspolitik, um zu erklären, warum Pro-choice-Akteur:innen trotz Protesten und medialer Aufmerksamkeit mit ihrem Ziel der vollständigen Streichung des Werbeverbots nach § 219a StGB weniger erfolgreich waren als konservative Kräfte.
Die Abtreibungsgesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland war schon immer restriktiv.
Die erste Hypothese zur Beantwortung der Forschungsfrage stellt die Annahme dar, dass innerhalb der Abtreibungspolitik in Deutschland ein grundsätzlicher Trend zum Konservatismus zu erkennen ist. Demnach liegt hierbei eine rückwärtsgewandte, konservative Legacy vor und macht die Verwirklichung eines Politikwandels besonders schwierig. Dies könnte erklären, warum es die Pro-choice Akteur:innen so schwer hatten, einen Wandel zu bewirken und es nicht zu einer Streichung des Art. 219a StGB kam, sondern lediglich zu einer Ergänzung dessen.
Das Merriam-Webster Wörterbuch definiert Legacy als „something transmitted by or received from an ancestor or predecessor or from the past“ (Definition of Legacy, o.D.). Demzufolge ist Legacy ein Vermächtnis, ein Erbe oder eine Hinterlassenschaft (Linguee.de, o.D.). Dies bezieht sich aber nicht grundsätzlich auf Materielles, sondern ist auch im immateriellen Sinne gemeint. Demnach kann Legacy, die Fortführung einer unausgesprochenen Regel sein, eine Kontinuität, im Sinne von speziellen Mechanismen eines politischen Systems, die sich über die Zeit entwickelt und gefestigt haben. Ebenfalls wird darunter eine strukturelle Verankerung einer bestimmten Haltung innerhalb der Gesellschaft oder der politischen Elite verstanden. Denn politische Traditionen bedingen die Wahrnehmung und prägen durch das Geschichtsbewusstsein und das kollektive Gedächtnis eines Staates, die Identität der in ihm lebenden Individuen (Martin Greiffenhagen, 2002, S. 471).
Zur Prüfung der ersten Hypothese wird nachfolgend die historische Entwicklung der Abtreibungspolitikpolitik in Deutschland betrachtet.
Mit der Gründung des deutschen Kaiserreiches im Jahre 1871 trat das StGB in Kraft, welches, in den Paragrafen 218-220, das bis heute geltende Abtreibungsverbot normiert (Dirk von Behren, 2019, S.12). Die neue Abtreibungsgesetzgebung war das Resultat langwieriger Auseinandersetzungen mit der kontroversen Thematik. Im besonderen Maße führten rechtstheoretische Einflüsse der Aufklärung und neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse zu einer verstärkten Differenzierung zwischen Mord und Abtreibung. Daraufhin stellten Abtreibungen zwar weiterhin einen Straftatbestand dar und standen grundsätzlich unter Strafe, das Strafmaß wurde jedoch stark vermindert (vgl. ebd., S.12). Die Mindeststrafe für Swa. betrug nun sechs Monate Gefängnis und das Höchstmaß waren bis zu fünf Jahre Zuchthaus, also eine Haftstrafe in einer Strafanstalt mit verschärften Haftbedingungen (Schmid, o.D.).
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den gesellschaftlichen Konflikt um § 219a StGB und leitet die Forschungsfrage nach den Erfolgsfaktoren von Pro-choice gegenüber Pro-life Akteur:innen ab.
2. Definitionen: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe wie Swa., Abtreibung, Indikationen, Liberalismus, Konservativismus und Akteur:innen für die Arbeit definiert.
3. Methodik: Das Kapitel erläutert den methodischen Ansatz der Literaturanalyse und die Entwicklung der drei Hypothesen zur Beantwortung der Forschungsfrage.
4. Durchführung des Untersuchungskonzepts: Die drei Hypothesen werden detailliert im Kontext der Abtreibungspolitik, der Moralpolitik und der Möglichkeiten sozialer Bewegungen analysiert.
5. Diskussion: Die Ergebnisse der Literaturanalyse werden diskutiert, um das Scheitern einer vollständigen Streichung des § 219a StGB zu erklären.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die restriktive Legacy, die moralpolitische Komplexität und strukturelle Nachteile der Pro-choice Akteur:innen den Erfolg begrenzten.
Abtreibungspolitik, § 219a StGB, Werbeverbot, Moralpolitik, Pro-choice, Pro-life, soziale Bewegungen, Gesetzgebungsprozess, politische Agenda, Liberalismus, Konservativismus, Interessenvertretung, politische Partizipation, Lobbyismus, Schwangerschaftsabbruch
Die Arbeit analysiert den politischen Konflikt um das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche gemäß § 219a StGB in Deutschland und untersucht, warum liberale Kräfte (Pro-choice) dabei weniger erfolgreich waren als konservative Gruppen.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der deutschen Abtreibungsgesetzgebung, die Dynamiken der Moralpolitik und die Einflussmöglichkeiten nicht-staatlicher Akteur:innen im politischen System.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Warum waren die Pro-choice Akteur:innen in ihrer Beteiligung an der Debatte um das Werbeverbot rund um den § 219a StGB weniger erfolgreich als die Pro-life Aktivist:innen, was lediglich zu einer Gesetzesergänzung führte?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, in der eine systematische Literaturanalyse durchgeführt wurde, um historische Inhalte und unterschiedliche Positionen zusammenzuführen und zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von drei Hypothesen: die restriktive Legacy der Gesetzgebung, die besonderen Schwierigkeiten innerhalb der Moralpolitik und die Herausforderungen für nicht-staatliche Akteur:innen beim Zugang zur Macht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Abtreibungspolitik, § 219a StGB, Moralpolitik, soziale Bewegungen, politischer Wandel und Pro-choice/Pro-life charakterisiert.
Laut der Autorin war die Mehrheit des Bundestages nicht bereit, den Paragrafen vollständig zu streichen; es erfolgte lediglich eine Ergänzung, die zwar den Informationszugang verbesserte, aber das grundsätzliche Verbot ärztlicher Werbung aufrechterhielt.
Das Politikfeld der Moralpolitik erschwert Kompromisse, da es um tiefgreifende Wertkonflikte geht, die zu einer Emotionalisierung führen und Entscheidungsprozesse verlangsamen, was tendenziell den Status quo begünstigt.
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