Diplomarbeit, 2004
80 Seiten, Note: 1,0
1. Kontext und Rahmenbedingungen
2. Lebenszyklusphasen von Gebäuden
2.1. Erläuterung und Beispiele von Lebenszyklen
2.2. Kostenbeeinflussbarkeit
3. Gebäudespezifische Betriebskosten
4. Betriebskostensteuerung am Fallbeispiel Sachsen-Anhalt
4.1. Beschreibung der Hochschulen und ihrer Standorte
4.1.1. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
4.1.2. Otto-von-Guericke Universität Magdeburg
4.1.3. Hochschule Anhalt
4.1.4. Flächendaten der Hochschulen
4.2. Bildung der Verbrauchswerte
4.2.1. Vorgehensweise
4.2.2. Verbrauchswerte Wasser
4.2.3. Verbrauchswerte Wärme
4.2.4. Verbrauchswerte Strom
4.2.5. Reinigung und Wartung
5. Definition eines Verbrauchsrichtwertes
5.1. Benchmarking bei Vergleichsimmobilien
5.1.1. Benchmarking mit ages
5.1.2. Benchmarking mit bayrischen Hochschulen
5.2. Verbrauchsrichtwerte
5.2.1. Definition
5.2.2. Universitäten
5.2.3. Fachhochschulen
5.2.4. Reinigung und Wartung
5.3. Energieverbrauch anhand Gebäudealter
6. Instrumente zur Betriebskostenoptimierung im Bestand
6.1. Gebäudemanagement
6.2. Energiemanagement
6.3. Strukturelle Veränderungen
6.4. Bauliche Änderungen
6.5. Energieeinsparcontracting und –intracting
6.5.1. Anlagen-Contracting
6.5.2. Performance-Contracting
6.5.3. Intracting
6.6. Nutzen für die Hochschulen
7. Nachhaltige Betriebskostensteuerung in der Neubauplanung
7.1. Erläuterung und Beispiel der Planungs-Tools
7.2. Planungs-Tool gekoppelt mit Betriebskosten
8. Resümee und Handlungsansätze
Die Diplomarbeit untersucht Strategien zur Steuerung und Optimierung der Betriebskosten in öffentlichen Hochschulimmobilien, wobei das Bundesland Sachsen-Anhalt als Fallbeispiel dient. Das primäre Ziel ist es, Potenziale zur Kostensenkung durch Energieeffizienzmaßnahmen sowie durch organisatorische und bauliche Veränderungen aufzuzeigen, um dem finanziellen Druck auf öffentliche Haushalte zu begegnen.
2.2. Kostenbeeinflussbarkeit
Abbildung 1 veranschaulicht das oft zitierte Phänomen, dass zu Beginn der Lebenszyklusphasen die Kostenbeeinflussbarkeit sehr hoch ist. Meist sind zu diesem Zeitpunkt aber nur wenige Informationen über das zu bauende Gebäude vorhanden. Mit der Länge der Projektdauer sinkt die Beeinflussbarkeit der Investitionskosten, dafür steigt die Menge an verfügbaren Informationen. In Kenntnis dieses Effektes, sind in den frühen Lebenszyklusphasen des Gebäudes, der Konzeption und Planung, die wichtigsten Entscheidungen zu treffen, die Auswirkungen auf die Kosten der späteren Phasen haben.
Der bei weitem größte Anteil an den gesamten Kosten im Laufe eines Gebäudelebenszyklus ist in der Nutzungsphase festzustellen. Sie können bis zum Zehnfachen der Investitionskosten betragen [4].
In der Konzeption und Planung sind die Voraussetzungen für einen effektiven Betrieb des Gebäudes zu schaffen. Dennoch gibt es auch während der Lebenszyklusphase Nutzung eine Mehrzahl von baulichen Eingriffen, die Auswirkungen auf die Betriebskosten haben können, z.B.:
die Erhaltung (Beseitigung der Abnutzung),
die Modernisierung (Optimierung des Energie- und Wasserverbrauchs, Schall- und Umweltschutz, Klima-, Sicherheits- und Nachrichtentechnik),
die Erweiterung (neue zusätzliche Bauwerksfunktionen),
die Umwidmung (generelle Funktionsänderung des Bauwerks) [7].
Bereits in der Planungsphase ist auf kostengünstige Grundrisse und technische Ausstattung zu achten, um in der Lebenszyklusphase Nutzung erhöhte Betriebskosten zu vermeiden. Außerdem kann in der Planung bereits das Augenmerk darauf gelegt werden, ob eine mehrfache Umnutzung während des gesamten Lebenszyklus des Gebäudes wahrscheinlich ist, um es entsprechend flexibel zu gestalten.
1. Kontext und Rahmenbedingungen: Einführung in die aktuelle finanzielle Situation öffentlicher Einrichtungen und die Notwendigkeit, Betriebskosten im Hochschulwesen aufgrund steigender Energiekosten stärker zu steuern.
2. Lebenszyklusphasen von Gebäuden: Analyse der verschiedenen Lebenszyklusphasen einer Immobilie und die zentrale Bedeutung der frühen Planungsphasen für die Beeinflussung langfristiger Kosten.
3. Gebäudespezifische Betriebskosten: Definition und Gliederung der Betriebskosten gemäß DIN 18960 zur besseren Kostentransparenz und Vergleichbarkeit.
4. Betriebskostensteuerung am Fallbeispiel Sachsen-Anhalt: Detaillierte Bestandsaufnahme der Standorte sowie quantitative Auswertung von Verbrauchswerten für Wasser, Wärme, Strom sowie Reinigungs- und Wartungskosten.
5. Definition eines Verbrauchsrichtwertes: Benchmarking der erhobenen Daten mit Vergleichsimmobilien und Ableitung von Richtwerten zur Identifikation von Einsparpotenzialen.
6. Instrumente zur Betriebskostenoptimierung im Bestand: Vorstellung operativer Managementansätze wie Gebäudemanagement, Energiemanagement sowie Contracting-Modelle zur nachhaltigen Senkung der laufenden Kosten.
7. Nachhaltige Betriebskostensteuerung in der Neubauplanung: Einführung von Planungs-Tools zur frühen Kostenschätzung und Kopplung von Investitionsentscheidungen mit prognostizierten Betriebskosten.
8. Resümee und Handlungsansätze: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Empfehlungen für Hochschulen und das Kultusministerium zur aktiven Betriebskostensteuerung.
Betriebskosten, Hochschulimmobilien, Lebenszyklus, Energiemanagement, Benchmarking, Kostenbeeinflussbarkeit, Energieeinsparung, Contracting, Intracting, Instandhaltung, Flächeneffizienz, Nutzungsphase, Gebäudemanagement, DIN 18960, Wirtschaftlichkeitsrechnung
Die Diplomarbeit widmet sich der Optimierung und Steuerung von Betriebskosten in öffentlichen Hochschulgebäuden, um angesichts knapper finanzieller Mittel der öffentlichen Hand Einsparpotenziale effektiv zu erschließen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Bereiche Energieverbrauch (Strom, Wärme, Wasser), Instandhaltung, Reinigungs- und Wartungskosten sowie die Anwendung von Benchmarking und modernen Contracting-Instrumenten.
Das Hauptziel ist es, auf Basis einer quantitativen Analyse der Hochschullandschaft in Sachsen-Anhalt, verlässliche Verbrauchsrichtwerte zu entwickeln und Optimierungsstrategien für sowohl bestehende Liegenschaften als auch Neuplanungen abzuleiten.
Die Autorin kombiniert eine quantitative Analyse von Bestandsdaten (Flächen- und Verbrauchswerte) mit einem Benchmarking-Vergleich gegenüber externen Datenquellen (z.B. AGES, BKI, Vergleichswerte aus Bayern).
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Lebenszyklusphasen, die Auswertung der spezifischen Verbrauchsdaten des Fallbeispiels, die Herleitung von Richtwerten sowie die Evaluierung von Maßnahmen wie Energiemanagement, strukturelle Änderungen und verschiedene Contracting-Modelle.
Wesentliche Begriffe sind Betriebskostenoptimierung, Lebenszyklusanalyse, Hochschulimmobilien, Energiemanagement und Benchmarking.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Kosten in der Nutzungsphase ein Vielfaches der ursprünglichen Baukosten betragen können, weshalb frühzeitige Planungsentscheidungen entscheidend für die langfristige wirtschaftliche Rentabilität sind.
Im Gegensatz zum externen Contracting wird Intracting innerhalb der öffentlichen Verwaltung abgewickelt, wobei interne Kompetenzen (z.B. Hochbauämter) genutzt werden, um bei kleineren Projekten ohne externen Wissenstransfer Einsparungen zu erzielen.
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