Diplomarbeit, 2007
75 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Begriffsbestimmung und Ziel der Arbeit
1.3 Vorgehensweise und Abgrenzung
1.4 Recherche
2 Wirtschaftsethische Grundlagen des Islamic Bankings
2.1 Der Koran und die Hauptprinzipien des islamischen Umganges mit Geld
2.2 Die Scharia – Das Islamische Rechtsverständnis
2.2.1 Scharia-Überwachungskomitees bei Banken
2.3 Riba – Das Zinsverbot und seine Auslegungen
2.4 Halal & Haram – Die erlaubten und verbotenen Geschäfte
2.5 Zakat – Das Gebot der Almosen
2.6 Gharar – Das Verbot der Spekulation (Glücksspielverbot)
2.7 Exkurs: Ein idealtypisches islamisches Wirtschaftssystem
3 Techniken der schariakonformen Investition & Finanzierung
3.1 Schariakonforme Finanzierung
3.1.1 Eigenkapital-Finanzierungen
3.1.1.1 Mudarabah – stille Partnerschaft
3.1.1.2 Musharakah – das Beteiligungskapital (Gewinn- und Verlustteilung)
3.1.1.3 Exkurs: Finanzierung durch die Ausgabe von Aktien
3.1.2 Fremdkapital-Finanzierungen
3.1.2.1 Murabaha – die Handelsfinanzierung
3.1.2.2 Islamische Terminkontrakte (Salam & Istisna)
3.1.2.3 Leasing-Finanzierung (Ijarah)
3.1.2.4 Verbriefte-Finanzierung (Sukuk-Emission)
3.2 Schariakonforme Investition
3.2.1 Schariakonforme Investmentfonds
3.2.1.1 Grundlagen schariakonformer Aktienfonds
3.2.1.2 Asset Allocation bei schariakonformen Aktienfonds
3.2.2 Investition in schariakonforme Wertpapiere (Sukuks & Aktien)
3.2.2.1 Investition in Sukuks
3.2.2.2 Investition in schariakonforme Aktien
3.2.3 Guthabenkonten
4 Erfolgsnachweise des Islamic Bankings
4.1 Betrachtung der Kapitalmärkte aus korantreuer Sicht
4.2 Weitere Erfolgsnachweise für Islamic Finance
5 Das schariakonforme Leistungspotential der Deutschen Bank Gruppe
6 Fazit, Bewertung und Ausblick
Die Arbeit untersucht das islamische Bankwesen als Alternative zum konventionellen Bankensystem. Im Fokus steht die Forschungsfrage, wie Finanzierungs- und Investitionstechniken unter Einhaltung des islamischen Rechts (Scharia) gestaltet sind und ob diese für westliche Finanzinstitute praktikable und chancenreiche Ansätze bieten.
3.1.1.1 Mudarabah – stille Partnerschaft
Mudarabah leitet sich aus dem arabischen Wort Mudarib (Unternehmer) ab und umschreibt eine stille Partnerschaft. Bei der Mudarabah-Finanzierung wird ein Vertrag zwischen einem Mudarib und seiner Bank (Rabb al-mal) geschlossen, wobei sich die Bank in Form einer (stillen) Beteiligung an der Finanzierung des Projektes beteiligt. Dabei steuert der Mudarib kein eigenes Kapital zur Finanzierung bei, sondern bereichert die Partnerschaft mit seiner Expertise (z.B. in der Unternehmensführung). Seine eingebrachten Kenntnisse werden ihm mit einem Honorar vergütet. Gemäß dem islamischen Gedanken der Partnerschaft werden beim Mudarabah sämtliche Gewinne des Projektes nach dem im Vorhinein vereinbarten Verteilungsschlüssel auf die Parteien verteilt. Sollte aus dem Projekt ein Verlust entstehen, geht dies zu Lasten der Bank. Die Bank trägt die volle Verantwortung und das Risiko bei der Finanzierung des Projektes. Es steht ein soziales Verständnis hinter diesem Gedanken, welches anderswo im konventionellen Bankgeschäft nicht in dieser Ausprägung existiert.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert die Problematik muslimischer Bevölkerungsgruppen im konventionellen Bankwesen und umreißt das Ziel der Arbeit, islamische Finanzierungslösungen vorzustellen.
2 Wirtschaftsethische Grundlagen des Islamic Bankings: Dieses Kapitel erläutert die religiösen Fundamente wie das Zinsverbot (Riba), das Spekulationsverbot (Gharar) und die Rolle der Scharia.
3 Techniken der schariakonformen Investition & Finanzierung: Es beschreibt systematisch die konkreten Finanzinstrumente wie Mudarabah, Musharakah und Murabaha sowie Anlagemöglichkeiten in Sukuks und Investmentfonds.
4 Erfolgsnachweise des Islamic Bankings: Hier wird durch den Vergleich mit konventionellen Benchmarks evaluiert, ob islamische Finanzprodukte eine wettbewerbsfähige Alternative darstellen.
5 Das schariakonforme Leistungspotential der Deutschen Bank Gruppe: Dieses Kapitel analysiert praxisnah, wie eine westliche Großbank Produkte für den islamischen Markt strukturiert und anbietet.
6 Fazit, Bewertung und Ausblick: Abschließend wird das Modell bewertet und ein Ausblick auf die Notwendigkeit gegeben, islamische Finanzprodukte verstärkt in westliche Wirtschaftssysteme zu integrieren.
Islamic Banking, Islamic Finance, Scharia, Zinsverbot, Riba, Mudarabah, Musharakah, Murabaha, Sukuk, Investmentfonds, Deutsche Bank, Wirtschaftsethik, Halal, Finanzierung, Investition.
Die Arbeit analysiert das islamische Bankwesen, seine ethischen Prinzipien und die daraus abgeleiteten Finanzierungs- und Investitionsmodelle im Vergleich zum konventionellen Bankenwesen.
Die zentralen Felder sind die religiösen Grundlagen (Scharia), die konkrete Struktur von Finanzprodukten sowie die Marktfähigkeit und das Potenzial dieser Produkte für westliche Banken.
Ziel ist es, Verständnis für schariakonforme Bankprodukte zu schaffen und aufzuzeigen, wie westliche Institutionen diese für neue Zielgruppen und Märkte nutzen können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der theoretischen Grundlagen sowie einer qualitativen Auswertung von Marktdaten und Fallbeispielen internationaler Finanzinstitute.
Der Hauptteil detailliert die verschiedenen Finanzierungstechniken (Eigenkapital- und Fremdkapitalinstrumente) und Investitionsmöglichkeiten (z.B. Aktienfonds, Sukuks) im Kontext des islamischen Rechts.
Wesentliche Begriffe sind Islamic Banking, Scharia, Zinsverbot (Riba), Sukuk, Mudarabah, Murabaha und die wirtschaftsethischen Implikationen für globale Finanzmärkte.
Bei Mudarabah stellt die Bank das gesamte Kapital als „stiller Teilhaber“, während der Unternehmer seine Expertise einbringt. Ein Verlust geht hierbei vollständig zu Lasten der Bank.
Die Deutsche Bank fungiert als Beispiel für ein westliches Institut, das spezifische Produkte wie schariakonforme Investmentfonds oder Sukuk-Konstruktionen entwickelt hat, um islamische Investoren zu bedienen.
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