Diplomarbeit, 2008
126 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung, Problemstellung und Aufbau
2 Die Veränderung der energierechtlichen Rahmenbedingungen auf dem deutschen Strom- und Gasmarkt
2.1 Der Strom- und Gasbinnenmarkt vor der Liberalisierung
2.1.1 Die Energiewirtschaft als wettbewerbspolitischer Ausnahmebereich
2.1.2 Die wirtschaftliche Struktur der Energiewirtschaft in Deutschland
2.2 Grundlegende Informationen zur Liberalisierung des Energiebinnenmarktes – Energieversorgungsunternehmen im Zwiespalt von Ökonomie und öffentlichen Interessen
2.3 Die gesetzlichen Entwicklungen des Energiebinnenmarktes
2.3.1 Die EU-Binnenmarktrichtlinien von 1996 bzw. 1998 und die Beschleunigungsrichtlinien von 2003 für Strom und Gas
2.3.2 Das neue EnWG im Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts von 1998 und dessen Novellierung in 2003
2.3.3 Das neue EnWG im zweiten Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts von 2005
2.3.4 Zukünftige europarechtliche Entwicklungen
2.4 Auswirkungen der neuen rechtlichen Rahmenbedingungen auf die Unternehmensorganisation und -prozesse in Energieversorgungsunternehmen
3 Möglichkeiten zur professionellen Bewältigung von Veränderungsprozessen
3.1 Change-Management als Konzept zum Umgang mit Veränderungsprozessen in der Energiewirtschaft
3.2 Theoretische Grundlagen des Change-Managements
3.2.1 Segmente und Aspekte des Change-Managements
3.2.2 Ablauf von Veränderungsprozessen
3.3 Ausgewählte Arten von Veränderungsprozessen
3.3.1 Business (Process) Reengineering
3.3.2 Organisationsentwicklung
3.3.3 Lean Management (Kaizen)
3.3.4 Lernende Organisation
4 Theorie der (Mitarbeiter-) Führung
4.1 Der Führungsbegriff in der Betriebswirtschaftslehre
4.1.1 Entwicklung des Führungsphänomens und Begriffsklärung
4.1.2 Einordnung der Personalführung in die Managementlehre
4.2 Theorien der Personalführung
4.2.1 Einführende Aussagen zu Führungstheorien
4.2.2 Eigenschaftstheorie
4.2.3 Rollentheorie
4.2.4 Situationstheorie
4.2.5 Interaktionstheorie
5 Führungsstile und -modelle
5.1 Der Begriff Führungsstil
5.2 Idealtypische Ansätze von Führungsstilen
5.2.1 Die Idealtypen nach Max Weber
5.2.2 Das Führungsstil-Kontinuum nach Tannenbaum/Schmidt
5.3 Realtypische Ansätze von Führungsstilen
5.3.1 Die Iowa-Studien
5.3.2 Die Ohio-Studien
5.4 Präskriptive Modelle als reale Führungshilfen
5.4.1 Das Kontingenzmodell nach Fiedler
5.4.2 Das Entscheidungsmodell nach Vroom/Yetton
5.4.3 Das Verhaltensgitter nach Blake/Mouton
5.4.4 Die Reifegradtheorie nach Hersey/Blanchard
5.5 „Moderne“ Normkonzepte der Mitarbeiterführung für die Führungspraxis
5.5.1 Transaktionale und transformationale Führung
5.5.2 Internes Unternehmertum
5.5.3 Vertrauen als beziehungsorientiertes Führungskonzept
5.5.4 Systemische Führung
6 Führung unter neuen Rahmenbedingungen
6.1 Einführung
6.2 Allgemeine Aspekte einer Unternehmenskultur
6.2.1 Der Begriff „Unternehmenskultur“
6.2.2 Die innere Aufbau einer Unternehmenskultur nach Schein
6.2.3 Die Führungskultur als Teil der Unternehmenskultur
6.3 Mitarbeiterführung in Zeiten des organisationalen Wandels
6.3.1 Gesellschaftlich-ökonomische Entwicklungen des 21. Jahrhunderts und ihre Auswirkungen auf kommunale und regionale Energieversorgungsunternehmen
6.3.2 Das Verhalten von Führungskräften bei Veränderungen der Rahmenbedingungen – Das Management zunehmend komplexer Systeme
6.3.3 Operative Führungsaufgaben zur Begleitung und erfolgreichen Bewältigung von Veränderungsprozessen
6.3.4 Langfristige Veränderung des übergeordneten Führungsparadigmas zur Bewältigung von Komplexität und Dynamik
6.3.5 Coaching als innovatives führungskulturelles Verständnis im neuen Managementparadigma
6.3.6 Personalauswahl von Führungskräften
7 Erhebung von Veränderungen in der Mitarbeiterführung bei Führungskräften in Energieversorgungsunternehmen durch die Liberalisierung des Energiemarktes
7.1 Besonderheiten der durchgeführten Datenerhebung
7.1.1 Die schriftliche Befragung als geeignete Erhebungsmethode
7.1.2 Die Auswahl der befragten Personen
7.1.3 Die Nutzung eines Online-Befragungssystems zur professionellen Durchführung der Befragung
7.1.4 Der allgemeine Aufbau des Fragebogens
7.2 Die Inhalte und die Ziele der Fragen
7.2.1 Einleitende Erklärungen zur Befragung
7.2.2 Allgemeiner Fragenteil zur Teilnehmerstruktur
7.2.3 Fragen zur Auswahl von Führungskräften, zur Führungskultur und zu Führungsgrundsätzen
7.2.4 Fragen zum (idealtypischen) Führungsstil
7.2.5 Fragen zur Charakterisierung des Führungsverständnisses
7.2.6 Fragen zu Verhaltenseigenschaften
7.2.7 Fragen zur Tätigkeitsverteilung
7.3 Auswertung der Ergebnisse
7.3.1 Auswertung der Fragen zur Teilnehmerstruktur
7.3.2 Auswertung der Fragen zur Auswahl von Führungskräften, zur Führungskultur und zu Führungsgrundsätzen
7.3.3 Auswertung der Fragen zum (idealtypischen) Führungsstil
7.3.4 Auswertung der Fragen zur Charakterisierung des Führungsverständnisses
7.3.5 Auswertung der Fragen zu Verhaltenseigenschaften von Führungskräften in Energieversorgungsunternehmen
7.3.6 Auswertung der Fragen zur Tätigkeitsverteilung im Arbeitsalltag
8 Interpretation der Ergebnisse und Fazit
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit dem Wandel der Mitarbeiterführung bei kommunalen und regionalen Energieversorgungsunternehmen (EVU) infolge der Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern bisherige, aus monopolistischen Strukturen erwachsene Führungsstrukturen den heutigen Anforderungen eines liberalisierten Wettbewerbsumfeldes noch gerecht werden und welche langfristigen Anpassungen des Führungsparadigmas notwendig sind, um Komplexität und Dynamik erfolgreich zu bewältigen.
3.1 Change-Management als Konzept zum Umgang mit Veränderungsprozessen in der Energiewirtschaft
Das Arbeiten in Organisationen unterliegt einem ständigen Wandel, da sich Organisationen selbst laufend verändern müssen. Bei den Auslösern des Wandels handelt es sich um veränderte Rahmenbedingungen, wie z.B. globalisierte Märkte und dadurch auftretende internationale Konkurrenz, wirtschaftliche Krisen, Produktinnovationen oder veränderte Gesetzeslagen. Insbesondere Letzteres trifft auf die Strukturen der deutschen Energiewirtschaft besonders zu. Je unterschiedlicher die Anforderungen des Marktes und der sonstigen Umstände sind, desto flexibler müssen Organisationen darauf reagieren und adäquate Veränderungsprozesse anstoßen. Es lässt sich anhand der vorangegangenen Ausführungen des letzten Kapitels leicht nachvollziehen, dass die professionelle Bewältigung von Veränderungsprozessen, bedingt durch die Tatsache, dass zwischen 1935 und 1996 kaum ein größerer Wandel der Rahmenbedingungen stattgefunden hat, für EVU eine besonders große Herausforderung darstellt.
Ausmaß und Geschwindigkeit des Wandels können je nach Organisation unterschiedlich sein. Die Tatsache aber, dass Veränderungen stattfinden, und zwar zunehmend schneller und mit höherer Komplexität, gilt heute für alle Organisationen gleichermaßen. Der Wandel kann dabei einerseits unbeabsichtigt und eher zufällig verlaufen, andererseits kann er durch bewusste Entscheidungen des Managements hervorgerufen und somit als rationaler Anpassungsvorgang an die Umwelt tituliert werden. Mit dieser Art von Veränderungsprozessen beschäftigt sich das Phänomen des Change-Managements, welches folgendermaßen definiert werden kann:
„Change-Management ist die Strategie des geplanten und systematischen Wandels, der durch die Beeinflussung der Organisationsstruktur, Unternehmenskultur und individuellem Verhalten zu Stande kommt, und zwar unter größtmöglicher Beteiligung der betroffenen Arbeitnehmer. Die gewählte ganzheitliche Perspektive berücksichtigt die Wechselwirkung zwischen Individuen, Gruppen, Organisationen, Technologie, Umwelt, Zeit sowie die Kommunikationsmuster, Wertestrukturen, Machtkonstellationen etc., die in der jeweiligen Organisation real existieren.“
1 Einleitung, Problemstellung und Aufbau: Dieses Kapitel erläutert die Ausgangslage und Relevanz der Untersuchung im Kontext der Marktliberalisierung und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Die Veränderung der energierechtlichen Rahmenbedingungen auf dem deutschen Strom- und Gasmarkt: Es werden die historischen Entwicklungen und die rechtlichen Grundlagen der Liberalisierung beschrieben sowie deren Auswirkungen auf die Organisationsstruktur von EVU analysiert.
3 Möglichkeiten zur professionellen Bewältigung von Veränderungsprozessen: Dieses Kapitel behandelt Change-Management als systematisches Konzept zur Gestaltung organisatorischen Wandels und stellt verschiedene Veränderungsarten vor.
4 Theorie der (Mitarbeiter-) Führung: Es erfolgt eine theoretische Einordnung und Fundierung des Führungsbegriffs sowie der verschiedenen Führungstheorien in der Betriebswirtschaftslehre.
5 Führungsstile und -modelle: Das Kapitel bietet einen Überblick über idealtypische und realtypische Ansätze von Führungsstilen sowie präskriptive Modelle und moderne Führungskonzepte.
6 Führung unter neuen Rahmenbedingungen: Dieser Abschnitt beleuchtet die Rolle der Führungskultur und wie Führungskräfte in Zeiten organisationalen Wandels komplexe Systeme steuern können.
7 Erhebung von Veränderungen in der Mitarbeiterführung bei Führungskräften in Energieversorgungsunternehmen durch die Liberalisierung des Energiemarktes: Es wird die Methodik der empirischen Online-Befragung dargestellt, die Ziele der Fragen erläutert und die Auswertung der Ergebnisse präsentiert.
8 Interpretation der Ergebnisse und Fazit: Die erhobenen Daten werden interpretiert, um Rückschlüsse auf die Veränderung der Führungspraxis in EVU zu ziehen und die Forschungsfrage abschließend zu beantworten.
Mitarbeiterführung, Energieversorgungsunternehmen, Liberalisierung, Energiemarkt, Change-Management, Führungskultur, Führungsparadigma, Personalmanagement, Organisationsentwicklung, Führungskompetenz, Coaching, Unternehmenskultur, Anreizregulierung, Netzzugang, Führungstheorie
Die Arbeit untersucht, wie sich die Führung von Mitarbeitern in Energieversorgungsunternehmen (EVU) durch die Liberalisierung der Energiemärkte verändert hat und welche neuen Anforderungen an Führungskräfte gestellt werden.
Die Schwerpunkte liegen auf energierechtlichen Rahmenbedingungen, Change-Management, klassischen und modernen Führungstheorien sowie der empirischen Untersuchung des Führungsverhaltens in der Energiebranche.
Das Ziel ist herauszufinden, inwieweit bisherige, monopolistisch geprägte Führungsstrukturen den heutigen Wettbewerbsanforderungen genügen und welche Anpassungen im Führungsparadigma für einen langfristigen Erfolg erforderlich sind.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse zu Führung und Change-Management mit einer quantitativen empirischen Erhebung in Form einer Online-Befragung unter Führungskräften in der Energiewirtschaft.
Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Entwicklungen der Energiemärkte, stellt Methoden des Change-Managements vor, erläutert verschiedene Führungstheorien und -modelle und leitet daraus konkrete Anforderungen an Führungskräfte in Zeiten des Wandels ab.
Die wichtigsten Begriffe sind Mitarbeiterführung, Liberalisierung, EVU, Change-Management, Führungskultur, Führungsparadigma und Unternehmenskultur.
Die Umfrage zeigt eine Verschiebung hin zu einem modernen, partizipativeren Führungsverständnis, wobei soziale Kompetenzen und kooperatives Verhalten als zunehmend wichtiger im Vergleich zu einer rein fachlichen Führung eingeschätzt werden.
Coaching wird als innovativer Führungsansatz hervorgehoben, der den Übergang von einer direkten, anweisenden Führung zu einer indirekten, wertorientierten Führung in komplexen Systemen unterstützt.
Die Unternehmenskultur wird als weiche, aber maßgebliche Variable identifiziert, die das Verhalten der Führungskräfte und der gesamten Organisation unterschwellig lenkt und somit über Erfolg oder Misserfolg von Veränderungsmaßnahmen entscheiden kann.
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