Magisterarbeit, 2010
60 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung und Forschungsstand
2. Vorgeschichte
2.1. Die NS-„Judenpolitik“ 1938
2.2. Von der „Polenaktion“ zum Attentat auf Ernst vom Rath
2.3. Der Auftakt – die reichsweite Mobilisierung der NS-Verbände
3. Das Novemberpogrom in Düsseldorf und Essen
3.1. Beginn und zeitliche Ausdehnung des Pogroms
3.2. Der Angriff auf die jüdische Bevölkerung
3.2.1. Die Synagogen: Verbrannt
3.2.2. Die Gemeindeeinrichtungen: Zerstört
3.2.3. Überfälle auf Geschäfte, Privathaushalte...
3.2.4. ... und Menschen
3.3. Diebstahl und Plünderung
3.4. Verhaftung, Vernehmung und Deportation
4. Täter, Helfer, Zuschauer?
4.1. Täter
4.2. Hilfe und Hilfsverweigerung
4.3. Die Rolle der Feuerwehr während der Pogrome
4.4. Befürwortung oder Ablehnung? – Zur Meinung der deutschen Allgemeinheit
5. Die Folgen des Novemberpogroms
5.1. Die Radikalisierung der NS-„Judenpolitik“
5.2. Weiter „leben“? – Juden in Düsseldorf und Essen nach dem Pogrom
6. Resümee
Diese Magisterarbeit setzt sich zum Ziel, die Ereignisse des Novemberpogroms 1938 in den Städten Düsseldorf und Essen detailliert darzulegen und in einem direkten Vergleich gegenüberzustellen, um Gemeinsamkeiten und lokale Unterschiede in der Organisation und Durchführung der Gewaltakte zu analysieren.
3.2.3. Überfälle auf Geschäfte, Privathaushalte...
Scheiben wurden zerschmettert, Geschäfts- und Privaträume mit Äxten, Knüppeln und Stichwaffen demoliert, Möbel und sonstige Einrichtungsgegenstände aus den Fenstern hinaus geworfen − so kurz und bündig ließen sich die „gängigsten“ Praktiken während der Überfälle auf Geschäfts- und Wohnräume zusammenfassen, da von ihnen so gut wie jedes Opfer zu berichten weiß. Doch wird man den Ereignissen mit dieser Zusammenfassung nicht gerecht: Bei näherer Betrachtung weist jede Geschichte ihre eigenen Besonderheiten auf, und die Bandbreite reicht von absonderlichen Schikanen, wie dem Beschmieren von Kleidung mit Rasierseife − so geschehen bei der Düsseldorfer Familie Markus – bis hin zu abscheulichen Perversitäten, die sich sogar gegen die Haustiere richteten: Bei einem Bekannten der gebürtigen Essenerin Margarethe Philips erschoss man den Hund, bei den Appels in Düsseldorf wurden die Kanarienvögel mit einem Messer erstochen und ihre Eier an die Wand geworfen.
In einigen Fällen war den Überfallkommandos die bloße Demolierung von Privaträumlichkeiten nicht genug, so dass auch sie in Brand gesetzt wurden. Widerfuhr dies in Düsseldorf der Pension Lubascher, so finden sich derartige Fälle in Essen sogar bedeutend häufiger: Die nebst Synagoge gelegene Wohnung von Rabbiner Hugo Hahn, in der er mit seiner Frau und zwei kleinen Töchtern lebte, ging in Flammen auf. Am Nachmittag des 10. November wurde die Villa von Justizrat Salomon Heinemann gestürmt und das Mobiliar angezündet, was im Einsatzbuch der städtischen Feuerwehr mit „Entstehungsursache ist die Vergeltungsaktion des Volks“ kommentiert wurde. Es kann kein Zufall sein, dass exakt zur selben Uhrzeit − nur wenige Hausnummern weiter − auch die Villa Samson vollständig in Flammen stand.
1. Einleitung und Forschungsstand: Erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie den aktuellen Wissensstand und die Quellenlage zur Erforschung des Novemberpogroms in Düsseldorf und Essen.
2. Vorgeschichte: Analysiert die politischen Rahmenbedingungen des Jahres 1938, die zur Eskalation bis zum Pogrom führten, einschließlich der „Polenaktion“.
3. Das Novemberpogrom in Düsseldorf und Essen: Detaillierte Schilderung des Ablaufs der Ausschreitungen, von der zeitlichen Abfolge über Angriffe auf Synagogen bis hin zur Gewalt gegen Personen.
4. Täter, Helfer, Zuschauer?: Untersucht die Rollenverteilung innerhalb der Bevölkerung und NS-Formationen sowie das Verhalten von Helfenden in dieser Extremsituation.
5. Die Folgen des Novemberpogroms: Beschreibt die radikale Verschärfung der NS-Judenpolitik nach dem Pogrom und die Konsequenzen für das Überleben der jüdischen Gemeinden vor Ort.
6. Resümee: Fasst die Ergebnisse des städtischen Vergleichs zusammen und reflektiert über die Schwierigkeiten einer historischen Rekonstruktion.
Novemberpogrom, Düsseldorf, Essen, Nationalsozialismus, Judenverfolgung, Synagogenbrand, November 1938, NS-Judenpolitik, Zeitzeugenberichte, Pogrom, Deportation, Arisierung, Zerstörung, Antisemitismus, Verfolgung.
Die Arbeit untersucht vergleichend die Ereignisse des Novemberpogroms 1938 in den beiden Städten Düsseldorf und Essen.
Im Fokus stehen die Organisation der Übergriffe, die Rollenverteilung zwischen NS-Tätern und Helfenden sowie die radikalen Folgen für die lokale jüdische Bevölkerung.
Das Ziel ist es, die spezifischen Abläufe in den beiden Gauen zu analysieren, Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen und die Auswirkungen des Pogroms als Zäsur in der NS-Judenpolitik darzustellen.
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse, die sowohl gedruckte Dokumente als auch umfangreiche Zeitzeugenberichte und Gestapoakten miteinander verknüpft.
Der Hauptteil widmet sich dem konkreten zeitlichen Verlauf, der Zerstörung jüdischer Einrichtungen und Privathäuser, den Verhaftungen sowie dem Verhalten der nichtjüdischen Bevölkerung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Novemberpogrom, Judenverfolgung, NS-Judenpolitik, Zerstörung, Täterschaft und Emigration geprägt.
In Essen war die Feuerwehr aktiv an der Brandstiftung beteiligt, was über die offiziellen Anweisungen, lediglich benachbarte Gebäude zu schützen, weit hinausging.
Auch Personen aus sogenannten "Mischehen" oder Konvertierte wurden Opfer, wobei die Dokumentation dieser Einzelfälle oft lückenhaft ist, was auf eine Forschungslücke hindeutet.
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