Bachelorarbeit, 2021
121 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Resilienz
2.2 Vulnerabilität
2.3 Salutogenese
2.4 Yoga
2.5 Kinderyoga
3. Resilienzforschung und relevante Studien
3.1 Entwicklung der Resilienzforschung
3.2 Die Kauai – Studie von Werner und Smith
3.3 Die „Mannheimer Risikokinderstudie“ von Laucht und Mitarbeitern
3.4 Die Bielefelder Invulnerabilitätsstudie von Lösel und Mitarbeitern
4. Risiko- und Schutzfaktoren
4.1 Die Risikofaktoren
4.2 Die Schutzfaktoren
5. Resilienzfaktoren
6. Das Rahmenmodell der Resilienz
7. Resilienzförderung in der Kindertagesstätte
8. Kinderyoga
8.1 Das Hatha- Yoga
8.2 Forschungen über Kinderyoga in Deutschland
9. Warum Yoga zur Resilienzförderung beitragen kann
11. Qualitative Untersuchung
11.1 Forschungsmethodisches Vorgehen
11.2 Ergebnisdarstellung
12. Inhaltliche und methodische Diskussion
12.1 Methodenbewertung
12.2 Inhaltliche Diskussion
13. Implikationen
14. Fazit
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht, ob und wie die Resilienz von Kindern durch das Angebot von Kinderyoga in Kindertagesstätten gezielt gefördert werden kann, wobei insbesondere die pädagogische Praxis und die Rahmenbedingungen im Fokus stehen.
2.1 Resilienz
Der Begriff Resilienz leitet sich vom englischen Wort „resilience“ (lat. resiliere) ab und bedeutet soviel wie Spannkraft, Widerstandsfähigkeit oder Elastizität. Resilienz bezeichnet die allgemeine Fähigkeit einer Person erfolgreich mit belastenden Lebensumständen und negativen Konsequenzen von Stress umzugehen.3 In der Literatur gibt es eine Vielzahl von Definitionen zum Begriff Resilienz. Frühe Definitionen in den psychosozialen und klinischen Bereichen sprechen hierbei von Widerstandsfähigkeit und Robustheit. So bezeichnete Redl Resilienz als „... Fähigkeit, trotz widriger Umstände den erschwerenden Einflüssen zu widerstehen und nach kurzer Zeit ohne fremde Hilfe zum normalen Funktionsniveau zurückzukehren.“4 Emmy E. Werner, welche sich mit ihrer Kauai-Längsschnittstudie 1955 zur Thematik Resilienz tiefgehender befasste, bezeichnet Resilienz als “... kein Charaktermerkmal, sondern das Endprodukt von Pufferungsprozessen, welche Risiken und belastende Ereignisse zwar nicht ausschließt, es aber dem Einzelnen ermöglicht, mit ihnen erfolgreich umzugehen.“5 Beide Definitionen sind auf einer unterschiedlichen Basis erstellt worden.
Werner sieht Resilienz als das Ergebnis aus mehreren kritischen Situationen, die positiv bewältigt wurden. Währenddessen weißt Redls Definition auf eine allgemeine Fähigkeit hin, die hauptsächlich von äußeren Einflüssen beeinflusst wird. Die Definition hängt somit jeweils davon ab, welche Kriterien als Maßstab genommen werden. Diese können external oder internal zugrunde liegen. Dies bedeutet, dass Resilienz anhand von Anpassungsleistungen an die soziale Umwelt verstanden wird oder unter der expliziten Berücksichtigung von der inneren Befindlichkeit.6 Waters und Sroufe (1983) charakterisieren Resilienz aus entwicklungspsychologischer Perspektive als „Fähigkeit, internale und externale Ressourcen erfolgreich zu nutzen, um (…) Entwicklungsanliegen zu bewältigen.“7 Bei dieser Definition werden jedoch signifikante Bedrohungen der kindlichen Entwicklung, wie bspw. ein hoher Risikostatus, akute Stresssituation oder ein traumatisches Erlebnis, nicht explizit mit eingeschlossen, welche heute jedoch als elementares Definitionskriterium von Resilienz überhaupt gilt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Stressbelastung von Kindern und die Notwendigkeit der frühzeitigen Resilienzförderung, wobei die Fragestellung zur Rolle von Yoga in Kitas aufgeworfen wird.
2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Resilienz, Vulnerabilität, Salutogenese, Yoga und Kinderyoga als theoretische Basis der Arbeit.
3. Resilienzforschung und relevante Studien: Hier werden die historische Entwicklung der Resilienzforschung sowie drei bedeutende Studien (Kauai, Mannheimer Risikokinderstudie, Bielefelder Invulnerabilitätsstudie) und deren Kernergebnisse vorgestellt.
4. Risiko- und Schutzfaktoren: Es werden die verschiedenen Faktoren erläutert, die die psychische Widerstandsfähigkeit beeinflussen, wobei zwischen kindbezogenen und umweltbedingten Faktoren differenziert wird.
5. Resilienzfaktoren: Dieses Kapitel fokussiert auf die personellen Schutzfaktoren, die durch Interaktion und erfolgreiche Entwicklungsbewältigung erworben werden können, und verknüpft diese mit dem Konzept der Lebenskompetenzen.
6. Das Rahmenmodell der Resilienz: Das Modell von Kupfer wird hier als transaktionaler Rahmen beschrieben, um das Zusammenspiel von Risiko-, Schutzfaktoren und Resilienzprozessen besser verständlich zu machen.
7. Resilienzförderung in der Kindertagesstätte: Dieses Kapitel erörtert die zentrale Rolle von Kitas als Bildungsort, an dem pädagogische Fachkräfte durch Beziehungsaufbau und ressourcenorientiertes Handeln die Resilienz fördern können.
8. Kinderyoga: Hier wird die Geschichte und Bedeutung des Hatha-Yoga für Kinder dargestellt und der aktuelle Forschungsstand zu Kinderyoga in Deutschland inklusive spezifischer Programme wie EMYK und KOP zusammengefasst.
9. Warum Yoga zur Resilienzförderung beitragen kann: Es wird analysiert, wie Yoga gezielt zur Stressbewältigung, Konzentrationssteigerung und Selbstwirksamkeit von Kindern beitragen kann und welche Rolle die Haltung der Fachkraft dabei spielt.
11. Qualitative Untersuchung: Dieser Teil beschreibt das explorative methodische Vorgehen, die Auswahl der Experten und die Auswertung der Interviews mittels qualitativer Inhaltsanalyse.
12. Inhaltliche und methodische Diskussion: Die Ergebnisse aus Theorie und Praxis werden hier kritisch reflektiert, insbesondere hinsichtlich der Rahmenbedingungen in Kitas.
13. Implikationen: Hier werden Handlungsempfehlungen für die Zukunft abgeleitet, unter anderem für die Notwendigkeit weiterer Forschung in jüngeren Altersgruppen und die Bedeutung geschulten Personals.
14. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Rolle von Yoga als wertvolle, spielerische Ressource für eine gesunde kindliche Entwicklung.
Resilienz, Kinderyoga, Resilienzförderung, Kindertagesstätte, Stressbewältigung, Salutogenese, Schutzfaktoren, Selbstwirksamkeit, Entwicklungsrisiken, Hatha-Yoga, pädagogische Praxis, emotionale Stabilität, Stress, Kinder, qualitative Forschung
Die Arbeit untersucht, wie Kinderyoga als präventive Methode in Kindertagesstätten eingesetzt werden kann, um die psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von Kindern zu stärken und sie bei der Bewältigung von alltäglichen Herausforderungen zu unterstützen.
Die zentralen Felder sind die Resilienzforschung, die Salutogenese, die Identifikation von Risiko- und Schutzfaktoren sowie die theoretische und praktische Anwendung von Yoga-Programmen im kindlichen Entwicklungsalter.
Das Ziel ist es, durch die Kombination von theoretischer Aufarbeitung und einer qualitativen Erhebung herauszufinden, welchen Beitrag Yoga spezifisch zur Resilienzförderung leisten kann und welche Bedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung in Kitas erfüllt sein müssen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer qualitativen Untersuchung durch leitfadengestützte Experteninterviews mit vier pädagogischen Fachkräften, die über eine Yoga-Zusatzqualifikation verfügen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block, der Definitionen, Resilienzmodelle und relevante Studien präsentiert, sowie einen empirischen Teil, der die Praxis des Kinderyogas anhand von Interviewergebnissen auswertet und diskutiert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Resilienz, Kinderyoga, Selbstwirksamkeit, Stressprävention, Schutzfaktoren und elementarpädagogische Praxis geprägt.
Laut Yoga Sutra 1.37 ist das Vorbild ein Mensch, an den sich das Kind wenden kann. Die Authentizität der pädagogischen Fachkraft, die selbst Yoga praktiziert, ist dabei entscheidend, um den Kindern ein sicheres und motivierendes Lernumfeld zu bieten.
Alle befragten Expertinnen betonen das Prinzip der Freiwilligkeit. Kinder dürfen zuschauen, als Co-Moderatoren agieren oder sich aus der Situation zurückziehen, um ihr eigenes Bedürfnis nach Distanz zu wahren, was ebenfalls zur Stärkung der Selbstwirksamkeit beitragen kann.
Die Autorin verdeutlicht, dass geeignete Rückzugs- oder Bewegungsräume eine Grundvoraussetzung für die Regelmäßigkeit und Qualität des Yogaangebots sind. Mangelnde räumliche Kapazitäten werden als eine der zentralen Herausforderungen im Kita-Alltag identifiziert.
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