Wissenschaftliche Studie, 2009
13 Seiten
1. Was bleibt- Stationierung, Abzug und Erbe der Roten Armee in Deutschland
2. Der innere Zustand der Armee
3. Der Alltag der verordneten Freundschaft
4. Das Rad der Geschichte
5. Verlassene Kasernenstädte als Filmkulisse und Naturreservat
6. Herausforderung Konversion
7. „Germanski kaputt!“
8. Propaganda mit leeren Parolen
Diese Arbeit dokumentiert den historischen Abzug der Westgruppe der russischen Streitkräfte (WGT) aus Deutschland zwischen 1991 und 1994. Das Ziel ist es, die logistischen, sozialen und ökologischen Herausforderungen dieses gigantischen Konversionsprozesses anhand persönlicher photographischer Recherchen des Autors und interdisziplinärer Analysen aufzuzeigen sowie den inneren Zustand der Armee und ihr hinterlassenes Erbe zu beleuchten.
Der innere Zustand der Armee
Der einfache junge Wehrpflichtige hatte von Leben außerhalb der Kasernenmauern wenig mitbekommen, sie zu verlassen war nur unter Aufsicht und im dienstlichen Auftrag möglich. Sein Leben als Sowjetsoldat und Befehlsempfänger war oft gekennzeichnet von psychischer und körperlicher Gewalt, Schikanen durch Vorgesetzte, “Großväter“ genannt, Unterbringung in Massenquartieren und ethnischen Konflikten. Eine unselige Tradition namens “Dedowschtschina“, an der Putins Armee auch heute noch krankt, wie das St. Petersburger „Komitee der Soldatenmütter“ beklagt.
Das Sowjetreich war riesig, viele unterschiedliche Kulturen und Ethnien trafen in der Armee aufeinander. Einzig die Lehren des Kommunismus sollte sie zumindest theoretisch einen. Viele der jungen Soldaten sprachen noch nicht einmal Russisch.
Was bleibt- Stationierung, Abzug und Erbe der Roten Armee in Deutschland: Einführung in die Thematik des Truppenabzugs aus der Sicht des Autors als Transitreisender und Beobachter.
Der innere Zustand der Armee: Analyse des harten Alltags der Wehrpflichtigen, geprägt von Gewaltstrukturen wie der „Dedowschtschina“.
Der Alltag der verordneten Freundschaft: Beschreibung der distanzierten Beziehungen zwischen den russischen Besatzern und der DDR-Bevölkerung unter ideologischem Druck.
Das Rad der Geschichte: Untersuchung der finanziellen und politischen Abwicklungen des Truppenabzugs und der Rolle der Bundesregierung.
Verlassene Kasernenstädte als Filmkulisse und Naturreservat: Darstellung des Nachnutzungsproblems der hinterlassenen, oft kontaminierten Liegenschaften.
Herausforderung Konversion: Erörterung der Schwierigkeiten bei der materiellen und mentalen Transformation ehemals militärischer Flächen.
„Germanski kaputt!“: Ein persönlicher Bericht über Begegnungen und das abgründige Bild der letzten Tage der Stationierung.
Propaganda mit leeren Parolen: Analyse der Kluft zwischen den verordneten Parolen zur Freundschaft und der tatsächlichen Lebensrealität hinter den Kasernenmauern.
Rote Armee, Truppenabzug, Konversion, WGT, Deutschland, Sowjetunion, Dedowschtschina, DDR, Kasernen, Militärgeschichte, Friedensforschung, Besatzungsmacht, Umweltschäden, Geschichte, Wiedervereinigung.
Die Arbeit behandelt den Abzug der russischen Streitkräfte (WGT) aus Deutschland nach der Wiedervereinigung und analysiert die dabei entstandenen Folgen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem logistischen Abzugsprozess, dem harten Alltag der Soldaten, der verordneten Freundschaftspolitik und den Problemen der Nachnutzung der Kasernen.
Der Autor möchte die historischen Ereignisse durch eine Kombination aus eigener photographischer Dokumentation und wissenschaftlicher Aufarbeitung für die Nachwelt festhalten.
Es handelt sich um eine interdisziplinäre Forschungsarbeit, die auf Zeitzeugenberichten, fotografischer Dokumentation sowie Literatur- und Quellenanalysen basiert.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Alltag der Sowjetsoldaten, der Ideologie der Besatzungsmacht und den schwierigen Konversionsprozessen der hinterlassenen Liegenschaften.
Die Arbeit ist geprägt durch Schlagworte wie Konversion, Truppenabzug, Sowjetarmee, politischer Umbruch und militärisches Erbe.
Sie dient als Beispiel für das grausame System der psychischen und körperlichen Gewalt, das den Alltag der einfachen Wehrpflichtigen innerhalb der sowjetischen Armee bestimmte.
Da die Areale oft baufällig, großflächig kontaminiert und finanziell schwer zu erschließen sind, scheitern viele Ansätze einer sinnvollen zivilen Nachnutzung.
Er beschreibt diese als verordnete Ideologie, die in der Realität nie das zwischenmenschliche Niveau erreichte, da Russen und Deutsche weitgehend in isolierten Parallelwelten lebten.
Er bildet den politischen Rahmen für den Truppenabzug und die finanziellen Kompensationszahlungen, die für den Wohnungsbau in der ehemaligen Sowjetunion geleistet wurden.
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