Examensarbeit, 2008
86 Seiten, Note: 15 Punkte
1. Einleitung
2. Migration in Deutschland und aktuelle Integrationsmaßnahmen
2.1 Begriffliche Bestimmung und Differenzierung des Terminus 'Kinder mit Migrationshintergrund'
2.2 Geschichte der Migration nach Deutschland und ausländerpolitische Reaktionen seit dem Zweiten Weltkrieg
2.3 Aktuelle Migrationssituation und Zusammensetzung der Bevölkerung
2.4 Integrationsmaßnahmen im Zuwanderungsgesetz 2005 und im Nationalen Integrationsplan von 2007
2.5 Zusammenfassender Überblick
3. Das Bildungssystem in der Bundesrepublik Deutschland
3.1 Elementarbereich
3.2 Der Übergang von dem Elementarbereich zur Primarstufe
3.3 Primarstufe
3.4 Der Übergang von der Primarstufe zur Sekundarstufe I
3.5 Sekundarstufe I
3.5.1 Hauptschule
3.5.2 Realschule
3.5.3 Gesamtschule
3.5.4 Sonderschulen
3.6 Sonderschulen
3.7 Kritik am deutschen Bildungssystem
4. Indikatoren für Chancen und Benachteiligungen von Kindern mit Migrationshintergrund
4.1 Bildungsbeteiligung
4.1.1 Schulformbezogener Anteilswert
4.1.2 Bildungsbeteiligungsquote
4.1.2.1 Vorschulische Einrichtungen und Übertritt in die Primarstufe
4.1.2.2 Übergang von der Primarstufe zur Sekundarstufe I
4.1.3 Über-/Unterrepräsentation
4.1.4 Besuch von Sonderschulen
4.1.5 Zusammenfassender Überblick
4.2 Schulleistungen
4.3 Bildungserfolg
4.4 Zusammenfassender Überblick
5. Erklärungsansätze
5.1 Die kulturell-defizitäre Erklärung
5.2 Die humankapitaltheoretische Erklärung
5.3 Institutionelle Bedingungen des Lehrens und Lernens
5.3.1 Effekte der Schulformen
5.3.2 Effekte der Schulklasse
5.4 Institutionelle Diskriminierung
5.4.1 Interaktion von Diskriminierungsmechanismen
5.4.2 Ethnisierung und Stereotypisierung
5.5 Diskussion
6. Die Bedeutung der Sprache für den Bildungserfolg
6.1 Das Deutsch der Schule
6.2 Sprache und ihre Auswirkungen auf den Bildungserfolg
6.3 Einflussfaktoren auf den Zweitspracherwerb in der Migrationssituation
6.4 Auswirkungen von Bilingualität
6.5 Zusammenfassender Überblick
7. Diskussion
Diese Arbeit untersucht die Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem, analysiert die Ursachen dieser Bildungsungleichheit und diskutiert Handlungsansätze zur Verbesserung der Bildungschancen.
1. Einleitung
Durch die PISA-Studie sind Schüler mit Migrationshintergrund ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. PISA 2000 hat gezeigt, dass Kinder mit Migrationshintergrund durchschnittlich schlechtere Leistungen erbringen als Kinder ohne Migrationshintergrund. Tatsächlich gibt es nicht zu ignorierende Unterschiede in den elementaren Kompetenzbereichen: In Mathematik und den Naturwissenschaften erreichen Schüler mit Migrationshintergrund im Durchschnitt 40, im Lesen 50 Punkte weniger als Schüler ohne Migrationshintergrund. Es scheint so, als ob in unserem Staat, in welchem laut Art. 3, Abs. 3 des Grundgesetzes niemand „wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauung benachteiligt oder bevorzugt werden“ darf, eine ausgeprägte Bildungsbenachteiligung für Migranten besteht.
Obwohl Deutschland seit Beginn der Gastarbeiteranwerbung in den 60er Jahren einen stetigen Zuzug von Ausländern zu verzeichnen hat, gelang es dem Bildungssystem bisher nicht, sich auf die Bedürfnisse der Migranten einzustellen. Wie man aus den PISA-Ergebnissen entnehmen kann, liegen die Probleme nicht zwingend bei den Migranten. Schweden ist bezüglich der Zuwanderungsraten mit Deutschland vergleichbar und deren Situation ist im Hinblick auf Integration und Leseleistung deutlich günstiger.
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Problematik der Bildungsbenachteiligung von Migrantenkindern basierend auf PISA-Ergebnissen dar und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Migration in Deutschland und aktuelle Integrationsmaßnahmen: Es werden Begriffe geklärt, die Geschichte der Arbeitsmigration seit 1945 skizziert und die aktuellen integrationspolitischen Maßnahmen des Zuwanderungsgesetzes sowie des Integrationsplans vorgestellt.
3. Das Bildungssystem in der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Aufbau und die Strukturen des deutschen Schulsystems von der Vorschule bis zur Sekundarstufe und kritisiert dessen Selektionsmechanismen.
4. Indikatoren für Chancen und Benachteiligungen von Kindern mit Migrationshintergrund: Hier werden statistische Daten analysiert, um die Bildungsbeteiligung, den Übertritt in verschiedene Schulformen und die Schulleistungen von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund zu vergleichen.
5. Erklärungsansätze: Es werden verschiedene theoretische Perspektiven diskutiert, darunter kulturell-defizitäre Ansätze, Humankapitaltheorien sowie der Einfluss institutioneller Diskriminierung durch Lehrkräfte und Schulstrukturen.
6. Die Bedeutung der Sprache für den Bildungserfolg: Das Kapitel beleuchtet, wie die deutsche Bildungssprache als Barriere fungieren kann und welchen Einfluss Sprachkompetenz auf den Erfolg in Mathematik und Naturwissenschaften hat.
7. Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und Perspektiven für eine bildungspolitische Reform sowie Maßnahmen für mehr Chancengleichheit formuliert.
Bildungssystem, Migrationshintergrund, Bildungsbenachteiligung, PISA-Studie, Chancengleichheit, Integration, Schulerfolg, Schule, Sprachförderung, institutionelle Diskriminierung, Bildungsbeteiligung, Sekundarstufe, Migration, Deutsch als Zweitsprache, Selektion.
Die Arbeit analysiert die Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem und untersucht, warum diese im Vergleich zu Schülern ohne Migrationshintergrund oft schlechtere Leistungen erbringen.
Die Themen umfassen die deutsche Migrationsgeschichte, den Aufbau des Bildungssystems, die Rolle der Sprache als Barriere sowie theoretische Erklärungsmodelle für Bildungsungleichheit.
Das Ziel ist es, die Mechanismen aufzuzeigen, die zur Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund führen, und Wege zu diskutieren, wie Bildungsgerechtigkeit verbessert werden könnte.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Datenanalyse, wobei empirische Ergebnisse (z.B. PISA-Studien, Bildungsberichte) herangezogen werden, um die Bildungsbeteiligung und -erfolge statistisch zu belegen.
Die Arbeit behandelt die statistische Erfassung der Bildungsbeteiligung, den Übergang an weiterführende Schulen, die Bedeutung der deutschen Sprache im Unterricht sowie verschiedene Erklärungsansätze wie Diskriminierung und kulturelle Faktoren.
Zentrale Begriffe sind Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, Chancengleichheit, institutionelle Diskriminierung und Sprachförderung.
Die Arbeit zeigt auf, dass ausländische Schüler im Vergleich zu ihren deutschen Mitschülern deutlich häufiger an Sonderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen überwiesen werden, was die bestehende Bildungsungleichheit verdeutlicht.
Die Arbeit betont, dass die deutsche "Schulsprache" eine spezifische, komplexe Form der Kommunikation darstellt, die für Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erlernen, eine erhebliche zusätzliche Hürde im Vergleich zum Alltagssprachgebrauch darstellt.
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