Magisterarbeit, 2001
76 Seiten, Note: 1,3
I. EINLEITUNG
1. Wahlbegründung des Forschungsgegenstandes
Problemstellung, Aufbau und Ziele der Arbeit
2. Was ist DOGMA 95?
3. Der Ort des Manifests in der Postmoderne
4. Die Verabschiedung der Autorentheorie
5. Das Feindbild; der kosmetische Pseudorealismus Hollywoods
6. Utopie der demokratischen Avantgarde
7. Die uniformierte Wahrheit als antibürgerliche Alternative
II. EXKURS: REALISMUSDISKURS SEIT BEGINN DER FOTOGRAFIE
III. ANALYSE 1: DIE WURZELN VON DOGMA 95
1. Analyse des Keuschheitsgelübdes
2. Die Wurzeln des Realismus-Konzepts von DOGMA 95
3. Die Ästhetik der Filme am Beispiel von „Das Fest“
IV. ANALYSE 2: ÄSTHETISCHE RÜCKWIRKUNGEN VON DOGMA 95
1. Stoffadaptionen von „Das Fest“
1.1 Adaption von „Das Fest“ für das Schauspiel Dortmund
1.2 Adaption von „Das Fest“ für das Staatsschauspiel Dresden
2. Adaption des DOGMA 95 Manifests für das Theater
2.1 Verarbeitung des DOGMA 95 Manifests im Bekenntnis 99
2.2. Bärfuss' Drama: „Die Reise von Klaus und Edith...“
2.3 ...und die Inszenierung durch Samuel Schwarz in Bochum
3. Hamburger Dogma. Vertrag der Autoren
3.1 Einfluß von DOGMA 95 auf das Hamburger Dogma
3.2 Mögliche Auswirkungen auf dramatische Werke
4. Das Anti-Dogma: TRANSINDUSTRIELL
V. RESÜMEE UND FORSCHUNGSAUSBLICK
Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehungen zwischen dem Theater und dem Film-Manifest DOGMA 95. Das zentrale Ziel ist es, den Einfluss von DOGMA 95 auf zeitgenössische Theaterinszenierungen und literarische Konzepte kritisch zu hinterfragen und zu analysieren, ob das Manifest für die Theaterpraxis eine zukunftsweisende ästhetische Erneuerung bietet oder lediglich eine Reduktion auf bekannte Konzepte darstellt.
1.1. Wahlbegründung des Forschungsgegenstandes Problemstellung, Aufbau und Ziele der Arbeit
In einer Zeit, in der die Diskussion um die Einführung neuer medienwissenschaftlicher Studiengänge neu entbrennt und zudem der Ruf nach Kooperation verschiedenster universitärer Fakultäten zur Schaffung einer möglichst fächerübergreifenden, wissenschaftlichen Beschäftigung mit den modernen Medien und ihren Technologien laut wird, sieht sich auch das Fach Theaterwissenschaft einmal mehr vor die Frage gestellt, ob, und wenn ja, wie es sich an einer solchen Zusammenarbeit sinnvoll beteiligen kann.
Theaterwissenschaft, als Kulturwissenschaft betrieben, ist sich bewußt, daß sie sich nicht hermetisch in ihrem Fachgebiet einkapseln kann, sondern daß in einer Kultur die verschiedenen Künste sich gegenseitig beeinflussen. Die besonderen Affinitäten gerade zwischen dem Film und dem Theater hat treffend Monaco konstatiert: „Auf Grund ihrer strukturellen Verwandtschaft beeinflussen sich Theater und Film gegenseitig mehr als andere Künste.“
Das bedeutet, daß jede ästhetische Neuerung in der einen szenischen Kunst ein besonderes Potential hat, Einfluß auf die Entwicklung der anderen zu nehmen. Berücksichtigt man den technischen Hauptunterschied der beiden Künste, die den Film aufgrund seiner unendlichen Reproduzierbarkeit und weltweiten Distribuierbarkeit seiner Affinität eher zur Masse zuschlägt und das Theater aufgrund seiner Orts- und Zeitbindung des Publikums eher kleineren Kreisen, dürfen Grenzgänge zwischen beiden jeweils dort vermutet werden, wo der Film elitär wird und das Theater sich populär gibt. Daß dies bei dem Manifest „Dogma 95“ der dänischen Filmemacher Lars von Trier, Thomas Vinterberg und Soeren Kragh-Jakobsen der Fall war, bietet den Grund zur vorliegenden Untersuchung, zumal selbst bei flüchtiger Lektüre des Manifestes die Nähe zu realistischen Konzepten unübersehbar ist.
I. EINLEITUNG: Begründung des Forschungsthemas im Kontext der modernen Medienwissenschaft und Skizzierung der Zielsetzung sowie der methodischen Herangehensweise der Arbeit.
II. EXKURS: REALISMUSDISKURS SEIT BEGINN DER FOTOGRAFIE: Historischer Rückblick auf die Entwicklung realistischer Konzepte in der Fotografie und im Film seit dem 19. Jahrhundert als theoretisches Fundament.
III. ANALYSE 1: DIE WURZELN VON DOGMA 95: Analyse des „Keuschheitsgelübdes“ von DOGMA 95 und die Rückbindung an filmtheoretische Debatten, insbesondere unter Einbezug von Kracauers Theorie.
IV. ANALYSE 2: ÄSTHETISCHE RÜCKWIRKUNGEN VON DOGMA 95: Detaillierte Untersuchung von Theateradaptionen (u.a. „Das Fest“) und Manifesten wie „Bekenntnis 99“, um die praktische Anwendbarkeit der Dogma-Prinzipien auf das Theater zu evaluieren.
V. RESÜMEE UND FORSCHUNGSAUSBLICK: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflexion über die zukünftige Relevanz von DOGMA-ähnlichen Manifesten für die Theater- und Filmtheorie.
DOGMA 95, Theaterwissenschaft, Realismus-Konzept, Filmästhetik, Inszenierung, Das Fest, Bekenntnis 99, 400 ASA, Avantgarde, Postmoderne, Filmökonomie, Bühnenrealität, dramatische Texte, Hamburger Dogma, Medienwissenschaft.
Die Arbeit untersucht die ästhetischen Wechselbeziehungen zwischen dem dänischen Film-Manifest DOGMA 95 und dem zeitgenössischen Theater, wobei analysiert wird, wie filmische Dogma-Regeln auf theatrale Inszenierungen übertragen werden.
Die zentralen Themen sind der Realismusdiskurs, die Grenze zwischen Film- und Theaterästhetik, die Problematik der institutionellen Filmökonomie sowie die kreative Aneignung von Manifesten durch Theatergruppen.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob die Übertragung der dogmatischen Filmregeln auf die Theaterbühne eine wirkliche ästhetische Erneuerung bewirkt oder ob sie in der Theaterpraxis eher zu einer (teils parodistischen) Reproduktion bereits existierender Konzepte führt.
Die Autor verwendet einen analytischen Ansatz, der die Analyse von Manifesten und theoretischen Texten mit der Aufführungsanalyse konkreter Inszenierungen (wie „Das Fest“ in Dortmund/Dresden oder Bärfuss-Stücke in Bochum) kombiniert.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Wurzeln von DOGMA 95 beleuchtet. Danach folgt eine tiefgehende Untersuchung von Theateradaptionen und der kritischen Rezeption durch Gruppen wie 400 ASA, inklusive der Analyse eigener „Anti-Manifeste“ wie des „Bekenntnis 99“.
DOGMA 95, Theaterwissenschaft, Realismus-Konzept, 400 ASA, Filmästhetik, Inszenierung, Postmoderne.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Auswirkungen des „Hamburger Dogmas“ auf den dramatischen Dialogtext aufgrund von Ausnahmeklauseln in den Regeln faktisch gegen Null gehen.
Der Autor konstatiert, dass die Inszenierung des Bärfuss-Stückes durch Samuel Schwarz zwar die Regeln des „Bekenntnis 99“ befolgt, der Effekt jedoch keineswegs eine neue Ästhetik darstellt, sondern eher den bereits obsoleten Stil des epischen Theaters im Stile Brechts wiederaufleben lässt.
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