Masterarbeit, 2019
148 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Im Schatten der UNESCO-Bewerbung: Erinnerungsorte der Stadt Augsburg zwischen Authentizitätsanspruch und Identitätspolitik
3. Kulturerbe der Antike und des Mittelalters
3.1 Erinnerungsorte der Antike und des Mittelalters
3.1.1 Archäologischer Garten
3.1.2 Domvorplatz
3.2 Zwischenfazit: Das „verborgene“ Augsburg?
4. Kulturerbe der Renaissance und des Barock
4.1 Erinnerungsorte der Renaissance und des Barock
4.1.1 Fuggerei und Goldener Saal im Rathaus
4.1.1.1 Fuggerei
4.1.1.2 Goldener Saal im Rathaus
4.1.2 St. Anna und Lutherstiege
4.2 Zwischenfazit: Das „goldene“ Augsburg?
5. Kulturerbe des 19. und 20. Jahrhunderts
5.1 Erinnerungsorte des 19. und 20. Jahrhunderts
5.1.1 Textilviertel
5.1.1.1 Ehemalige Augsburger Kammgarn-Spinnerei
5.1.1.2 Glaspalast
5.1.1.3 Schlacht- und Viehhof
5.1.1.4 Das Textilviertel - Von der Industrialisierung zur Industriekultur
5.1.2 Sheridan Park
5.2 Zwischenfazit: Das „konvertierte“ Augsburg?
6. Erinnerungsorte zwischen historischen und identitätspolitischen Wertigkeiten
6.1 Definition und Rolle von historischem Wert aus Sicht der Interviewten
6.2 Definition und Rolle von historischer Authentizität aus Sicht der Interviewten
6.3 Der Umgang mit dem Gewordenen in der Stadt Augsburg
7. Fazit: Augsburg und die Authentizität des städtischen Kulturerbes
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von historischer Authentizität und historischem Wert ausgewählter Erinnerungsorte in Augsburg. Dabei wird analysiert, wie städtische EntscheidungsträgerInnen und Fachleute das Kulturerbe identitätspolitisch konstruieren und welche Authentisierungsstrategien in einem globalisierten Städtewettbewerb Anwendung finden, insbesondere im Kontext der UNESCO-Bewerbung.
1. Einleitung
„Was sonst die Stunde fühlen läßt und die Gegenwart, lag noch im Schlummer, nur das Vergangene war wach mit einer Eindringlichkeit und vornehmen Gewalt, wie ich sie kaum je an einer anderen deutschen Stadt gespürt habe.“
Mit diesen Worten fasste der Schriftsteller Stefan Zweig 1930 in einer Broschüre für den Fremdenverkehrsverein Augsburg bereits im Kern das zusammen, was über 80 Jahre später – nach den mannigfaltigen Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und dem Wiederaufbau in der Nachkriegszeit – die offiziellen, städtischen Bürgerumfragen der Jahre 2003 bis 2018 erneut statistisch erfassten: Als größte Stärke und damit als klares Alleinstellungsmerkmal der Stadt Augsburg wird ihre reichhaltige Geschichte angesehen. Die wirtschaftliche wie kulturelle Bedeutsamkeit durch alle Epochen lässt sich heute an zahlreichen Erinnerungsorten im Stadtbild ablesen. Nicht nur die vielfältige, dezentrale Museumslandschaft der Stadt Augsburg dient als Artikulation der Historie, auch der Stadtkörper selbst ist ein vielgestaltiges Zeugnis der jahrhundertelangen Entwicklungslinien, Blütezeiten und historischen Höhepunkte.
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Grundstein der Untersuchung, indem sie das Bewusstsein der Stadt Augsburg für ihre Geschichte als Alleinstellungsmerkmal hervorhebt und die Relevanz des Begriffs der Authentizität in der gegenwärtigen Stadtentwicklung und Identitätsbildung einführt.
2. Im Schatten der UNESCO-Bewerbung: Erinnerungsorte der Stadt Augsburg zwischen Authentizitätsanspruch und Identitätspolitik: Dieses Kapitel analysiert, wie die Stadt das Thema Wasser als identitätsstiftende DNA nutzt und wie die UNESCO-Bewerbung den Diskurs um Authentizität und den Wert städtischen Kulturerbes maßgeblich beeinflusst.
3. Kulturerbe der Antike und des Mittelalters: Das Kapitel untersucht anhand des Archäologischen Gartens und des Domvorplatzes die Schwierigkeiten bei der Vermittlung von Bodendenkmälern und die Herausforderung, eine durchgehende Siedlungskontinuität trotz geringer oberirdischer Überreste begreifbar zu machen.
4. Kulturerbe der Renaissance und des Barock: Fokus liegt hier auf touristischen Highlights wie der Fuggerei und dem Goldenen Saal im Rathaus, wobei die Spannung zwischen notwendigen Rekonstruktionen nach Kriegszerstörungen und dem Anspruch auf historische Authentizität zentral behandelt wird.
5. Kulturerbe des 19. und 20. Jahrhunderts: Dieser Abschnitt widmet sich der industriellen Vergangenheit, insbesondere dem Textilviertel (AKS, Glaspalast, Schlachthof) und den Garnisonsvierteln (Sheridan Park), und diskutiert die Konversionsprozesse alter Industrie- und Militärflächen in moderne Nutzungsformen.
6. Erinnerungsorte zwischen historischen und identitätspolitischen Wertigkeiten: Hier werden die Ergebnisse der qualitativen Interviews zusammengeführt, um zu beleuchten, wie Experten und Entscheidungsträger historischen Wert und Authentizität definieren und wie sie den praktischen Umgang mit historischer Bausubstanz bewerten.
7. Fazit: Augsburg und die Authentizität des städtischen Kulturerbes: Das Fazit resümiert die Arbeit und stellt fest, dass Authentizität kein fester Wert, sondern ein aushandelbarer Prozess ist, der essenziell für die Zukunft der Stadt als Kulturstandort bleibt.
Augsburg, Authentizität, Kulturerbe, Erinnerungsort, Identitätspolitik, Stadtgeschichte, Denkmalpflege, UNESCO-Bewerbung, Signifikanten-Interaktionsanalyse, Industriekultur, Architekturgeschichte, Stadtentwicklung, Historischer Wert, Vermittlung, Tourismus.
Die Arbeit analysiert, wie die Stadt Augsburg ihr kulturelles Erbe aus verschiedenen Epochen – von der Antike bis in die Zeitgeschichte – nutzt, um ihre Identität zu konstruieren, und untersucht dabei das Spannungsfeld zwischen Authentizitätsansprüchen und den Notwendigkeiten der Stadtentwicklung.
Zentrale Felder sind die Authentizitätsforschung, Denkmalpflege, Erinnerungskultur sowie Stadtethnologie und Urbanistik, wobei besonders der Einfluss von aktuellen politischen Prozessen wie der UNESCO-Welterbe-Bewerbung beleuchtet wird.
Ziel ist es, den historischen Wert und die Authentizität ausgewählter Augsburger Erinnerungsorte theoretisch zu fundieren und diesen Erkenntnissen die praktischen Einschätzungen von städtischen Entscheidungsträgern und Experten gegenüberzustellen.
Der Autor verwendet die Signifikanten-Interaktionsanalyse (SIA) zur Kategorisierung von Authentizität sowie eine qualitative Interviewstudie mit 16 Experten aus der Stadtverwaltung, Denkmalpflege und Kulturvermittlung.
Der Hauptteil gliedert sich in drei historische Zeitblöcke: die Antike und das Mittelalter, die Renaissance und den Barock sowie das 19. und 20. Jahrhundert, innerhalb derer jeweils spezifische Fallbeispiele (z.B. Archäologischer Garten, Fuggerei, Textilviertel) detailliert analysiert werden.
Authentizität, Identitätspolitik, Stadtgeschichte, Kulturerbe, Erinnerungskultur, Industriekultur und Denkmalpflege.
Die Bewerbung fungiert als Katalysator, der den Begriff der Authentizität in den Mittelpunkt der städtischen Kommunikation rückt und somit neue Maßstäbe für die Bewertung von Denkmalen und deren touristische Vermarktung setzt.
Die Expertenmeinungen sind heterogen: Während einerseits das Engagement für den Erhalt von Denkmälern gelobt wird, kritisieren andere den Verlust historischer Integrität zugunsten wirtschaftlicher Interessen, städtebaulicher Modernisierung oder purifizierender Rekonstruktionsmaßnahmen.
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