Bachelorarbeit, 2008
54 Seiten, Note: A
1 Einleitung
2 Wandel der Staatsaufgaben – im Infrastruktur- und Versorgungssektor
3 Die Privatisierung
3.1 Zum Begriff der Privatisierung
3.2 Formen der Privatisierung
3.3 Internationale Privatisierungsbeispiele im Schienenverkehr
4 Historie der Deutschen Bahn und Reformnotwendigkeit
5 Ökonomische und Rechtliche Grundfragen
5.1 Rechtliche Grundfragen
5.1.1 Grundgesetzliche Regelungen
5.1.2 Gemeinschaftsrechtliche Vorgaben
5.2 Ökonomische Grundfragen
5.2.1 Die klassische Wirtschaftstheorie – Marktversagen beim natürlichen Monopol
5.2.2 Aspekte der Neuen Institutionenökonomie
5.3 Zwischenergebnis
6 Optionen für die DB AG
6.1 Strukturmodelle des PRIMON-Gutachtens
6.1.1 Das Integrierte Modell
6.1.2 Das Getrennte Modell
6.1.3 Die Hybridformen
6.2 Erkenntnisse des PRIMON-Gutachtens
6.3 Kritik des PRIMON-Gutachtens
6.4 Unbeachtete Alternative: Erhalt der DB AG als Staatskonzern
7 Fazit
Diese Arbeit untersucht die rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen einer (Teil-)Privatisierung der Deutschen Bahn AG. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob ein Börsengang für den Staat zulässig sowie ökonomisch sinnvoll ist und welche Strukturmodelle für eine materielle Privatisierung zur Verfügung stehen.
3.1 Zum Begriff der Privatisierung
Unter dem Begriff der „Privatisierung“ werden verschiedene staatliche Maßnahmen zur Minderung der Aufgabenverantwortung des Staates und der Übrtragung der Aufgaben auf die Gesellschaft verstanden (Gramm, 2001, S. 27; Ronellenfitsch, 1999, S. 708).
In der Praxis werden die Begriffe Deregulierung und Privatisierung häufig in Ihrer Bedeutung nicht klar unterschieden und teilweise synonym verwendet. Darüberhinaus muss die Privatisierung von anderen Instrumenten der Staatsverschlankung, wie der Entstaatlichung, der Entbürokratisierung und der Entbeamtung abgegrenzt werden.
Die Absicht der Deregulierung und der Privatisierung ist die Liberalisierung der Märkte mit den Zielen, neue Arbeitsplätze zu schaffen, Innovationen durch Konkurrenz zu fördern, eine höhere Effizienz in den Unternehmen zu erreichen sowie die Entlastung des Staatshaushaltes zu ermöglichen.
1 Einleitung: Hinführung zur Thematik und Relevanz der Privatisierung der Deutschen Bahn AG im Kontext öffentlicher Diskussionen.
2 Wandel der Staatsaufgaben – im Infrastruktur- und Versorgungssektor: Untersuchung, inwieweit der Staat Aufgaben wie die Bereitstellung von Schieneninfrastruktur als Staatsaufgabe definiert und delegieren kann.
3 Die Privatisierung: Definition des Begriffs Privatisierung und Abgrenzung zu ähnlichen Konzepten sowie Einblick in internationale Beispiele.
4 Historie der Deutschen Bahn und Reformnotwendigkeit: Analyse der historischen Entwicklung und der Gründe, die zu einem Reformdruck auf die Bahn führten.
5 Ökonomische und Rechtliche Grundfragen: Untersuchung des verfassungsrechtlichen und europäischen Rahmens sowie ökonomischer Theorien zur Begründung staatlicher Eingriffe.
6 Optionen für die DB AG: Darstellung und kritische Analyse verschiedener Strukturmodelle für die DB AG basierend auf dem PRIMON-Gutachten.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Privatisierungspläne und kritische Schlussfolgerung zur Sinnhaftigkeit einer materiellen Privatisierung.
Deutsche Bahn AG, Privatisierung, Schieneninfrastruktur, Staatsaufgabe, Gemeinwohlorientierung, Wettbewerb, Liberalisierung, Grundgesetz, Marktversagen, natürliches Monopol, Neue Institutionenökonomie, PRIMON-Gutachten, Börsengang, Verkehrspolitik, Daseinsvorsorge
Die Arbeit analysiert die rechtlichen und ökonomischen Aspekte einer möglichen materiellen Teilprivatisierung der Deutschen Bahn AG.
Es werden Fragen der staatlichen Daseinsvorsorge, das natürliche Monopol der Schieneninfrastruktur, Wettbewerbsmöglichkeiten sowie rechtliche Rahmenbedingungen des Grundgesetzes und EU-Rechts diskutiert.
Ziel ist es zu klären, ob ein Börsengang der Deutschen Bahn AG für den Staat zulässig ist und wie eine Übertragung auf den Markt ökonomisch sinnvoll gestaltet werden kann.
Der Autor verwendet eine interdisziplinäre Analyse, die sowohl juristische Kommentierungen (Recht) als auch volkswirtschaftliche Theorien (Neoklassik, Neue Institutionenökonomie) zur Bewertung der Privatisierungsvarianten nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung rechtlicher Grundlagen, eine ökonomische Fundierung (Marktversagen) sowie eine detaillierte Kritik an den vom PRIMON-Gutachten vorgeschlagenen Strukturmodellen für die Bahn.
Die Arbeit fokussiert auf DB AG, Privatisierung, Gemeinwohlorientierung, Wettbewerb und das natürliche Monopol der Schiene.
Das Gutachten dient als zentrale Diskussionsgrundlage für die vorgestellten Privatisierungsmodelle, wird vom Autor jedoch aufgrund mangelnder Neutralität und einseitiger Datenbasis kritisch hinterfragt.
Die Schweiz wird als Beispiel für eine erfolgreiche, formell privatisierte Staatsbahn angeführt, die durch ordnungspolitische Maßnahmen erfolgreich im Schienenverkehr agiert.
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