Diplomarbeit, 2007
76 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Darstellung des Themas
1.2 Gang der Arbeit
2. Der Klimawandel und seine Folgen
2.1 Stand der weltweiten Klimaforschung
2.2 Naturkatastrophen
2.2.1 Begriffsabgrenzung
2.2.2 Entwicklungen und Trends
2.3 Auswirkungen auf die Versicherungswirtschaft
3. Der traditionelle Weg der Rückversicherung
3.1 Grundlagen
3.2 Ausgewählte risikopolitische Maßnahmen zur Steuerung des Risikoausgleichs
3.2.1 Produktpolitik
3.2.2 Preispolitik
3.2.3 Sicherheitsmittel
3.2.4 Risikoteilungspolitik
3.2.5 Financial Reinsurance
3.3 Die Situation auf dem Rückversicherungsmarkt
4. Risk Trading – Möglichkeiten des alternativen Risikotransfers
4.1 Vorbemerkung
4.2 Cat-Bonds – Die Verbriefung von Versicherungsrisiken
4.2.1 Grundlagen
4.2.2 Ablauf der Anleiheemission
4.2.3 Ausgestaltungsmöglichkeiten
4.2.4 Entwicklung des Marktes
4.2.5 Vergleich zur traditionellen Rückversicherung
4.3 Versicherungsderivate
4.3.1 Grundlagen
4.3.2 Formen
4.4 Committed Capital
4.5 Finite Risk Reinsurance
4.6 Die Verschmelzung von Versicherungs- und Kapitalmarkt
5. Wetterderivate – Absicherung gegen das Wetter aus Sicht der Kunden
5.1 Grundlagen
5.2 Funktionsweise
5.3 Underlyings
5.4 Kontraktformen
5.5 Die Situation auf dem Markt für Wetterderivate
5.6 Beispiel
6. Zusammenfassung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Versicherungswirtschaft zu analysieren und innovative finanzwirtschaftliche Instrumente zur Bewältigung dieser Risiken zu untersuchen. Die Arbeit geht der Frage nach, wie durch den Einsatz alternativer Risikotransfers die Kapazitätsgrenzen der klassischen Rückversicherung überwunden werden können.
4.2.1 Grundlagen
Bei Katastrophenanleihen, im Folgenden auch Cat-Bonds genannt, handelt es sich um Wertpapiere, bei denen die i.d.R. variable Verzinsung und/oder der Anspruch auf Rückzahlung von gewissen Katastrophenrisiken abhängen. Wird beispielsweise ein Erdbeben in Kalifornien bis zum Jahre 2010 verbrieft und das Ereignis tritt ein, dann nutzt der Emittent des Bonds die eingezahlten Beträge der Investoren zur Schadendeckung. Je nach Schadenausmaß und Ausgestaltung des Bonds kann das dazu führen, dass ein Rückzahlungsanspruch teilweise oder sogar komplett wegfällt, wie z.B. im Fall des „Bond Kamp Re 2005“ von Swiss Re, der den Investoren erstmals Totalverluste bescherte. Im Gegenzug für die Risikobereitschaft der Anleger bieten Cat-Bonds erhebliche Renditevorteile. Zuzüglich zu dem variablen Zinssatz des Cat-Bonds, der sich am dreimonatigen Geldmarktsatz, der sog. LIBOR orientiert, wird eine feste Prämie an den Käufer einer solchen Anleihe gezahlt, die sich nach der Risikosausgestaltung des Cat-Bonds richtet. Dadurch wird ein Gesamtzinssatz erreicht, der bis zu sechs Prozent über dem Geldmarktsatz liegt.
Die Akteure solcher Transaktionen sind auf Seiten der Anleger insbesondere Hedge-Fonds und Private-Equity Fonds, wobei sich der mögliche Kreis von Investoren dadurch ausweitet, dass Cat-Bonds zunehmend von den großen Rating-Gesellschaften bewertet werden. Eher vorsichtige Anleger, wie Pensionsfonds oder Versicherungsunternehmen, gewinnen dadurch mehr Vertrauen in die neue Anlageform. Die Ziele der Investoren liegen v.a. in der Diversifizierung ihres Anlageportfolios. Cat-Bonds sind dazu besonders gut geeignet, da sie nahezu keine Korrelation zu anderen Anlagekategorien auf den Kapitalmärkten vorweisen. Zu den traditionellen Emittenten von Cat-Bonds sind hauptsächlich die großen Rückversicherer zu zählen, allerdings betreten auch zunehmend Erstversicherer dieses Segment.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Herausforderungen des Klimawandels für die Versicherungswirtschaft ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung zu alternativen Instrumenten.
2. Der Klimawandel und seine Folgen: Dieses Kapitel behandelt den wissenschaftlichen Stand des Klimawandels, definiert Naturkatastrophen und analysiert deren steigende Intensität sowie die Auswirkungen auf den Versicherungssektor.
3. Der traditionelle Weg der Rückversicherung: Hier werden die klassischen Methoden der Risikostreuung durch Erst- und Rückversicherer sowie verschiedene vertragliche und risikopolitische Instrumente erläutert.
4. Risk Trading – Möglichkeiten des alternativen Risikotransfers: Dieses Kapitel stellt moderne Instrumente wie Katastrophenanleihen, Versicherungsderivate und Committed Capital vor, die das Risikomanagement auf die Kapitalmärkte ausweiten.
5. Wetterderivate – Absicherung gegen das Wetter aus Sicht der Kunden: Hier wird die Absicherung wetterabhängiger Geschäftsrisiken für Unternehmen durch Derivate sowie der Marktstatus und Anwendungsbeispiele beschrieben.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftige Bedeutung der untersuchten Finanzinstrumente für eine effiziente Risikotragung.
Klimawandel, Versicherungswirtschaft, Rückversicherung, Naturkatastrophen, Katastrophenanleihen, Cat-Bonds, Risikoausgleich, Alternativer Risikotransfer, ART, Wetterderivate, Finanzrückversicherung, Risikomanagement, Kapitalmarkt, Schadensregulierung, Volatilität
Die Arbeit untersucht, wie die Versicherungswirtschaft angesichts des Klimawandels und zunehmender Naturkatastrophen neue Wege zur Risikobewältigung findet, insbesondere durch den Transfer von Risiken an die Kapitalmärkte.
Die Schwerpunkte liegen auf der Klimaforschung und deren Folgen für die Branche, den traditionellen Rückversicherungssystemen sowie modernen Instrumenten wie Cat-Bonds und Wetterderivaten.
Das Ziel ist es, einen Überblick über innovative Neuerungen im Risikotransfermarkt zu geben und zu erläutern, wie diese Instrumente helfen, die Kapazitätsengpässe der klassischen Versicherungswirtschaft zu beheben.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse von Fachliteratur, Marktberichten (z.B. von Swiss Re oder Munich Re) und statistischen Daten zu Naturkatastrophen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Rückversicherung, der alternativen Risikotransfermechanismen (Risk Trading) sowie einer spezifischen Untersuchung von Wetterderivaten für Unternehmenskunden.
Wesentliche Begriffe sind "Alternativer Risikotransfer (ART)", "Cat-Bonds", "Klimawandel", "Wetterderivate" und "Rückversicherung".
Das SPV ist eine eigens gegründete Zweckgesellschaft, die zwischen den Risikoträgern und den Kapitalmarktinvestoren vermittelt, um den Risikotransfer rechtlich und steuerlich effizient abzuwickeln.
Sie ermöglichen Unternehmen, sich gegen volumenabhängige Einbußen durch wetterbedingte Schwankungen abzusichern, selbst wenn das Wetterereignis keine katastrophalen Ausmaße annimmt.
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