Examensarbeit, 2008
107 Seiten, Note: 1,0
1. Vorwort
2. Über Jacob Grimms „Deutsche Grammatik“
2.1 Grundgedanke und Entstehungsgeschichte
2.2 Das Organismuskonzept
2.3 Teile und Aufbau
2.4 Wirkung
2.4.1 Die Lautverschiebungen
2.4.2 Ablaut
3. Zu Jacob Grimms Lehre von der Wortbildung
3.1 Die innere Wortbildung durch Laut und Ablaut
3.2 Die äußere Wortbildung durch Mehrung der Wurzel
3.2.1 Ableitung – Derivaton
3.2.2 Zusammensetzung – Kompositon
3.2.2.1 Eigentliche vs. uneigentliche Zusammensetzung
3.2.2.2 Zusammensetzung aus verschiedenen Wortarten
3.3 Genus
4. Die Lehre von der Wortbildung in der gegenwärtigen Morphologie
4.1 Diachronie vs. Synchronie: Definition der Wortbildungslehre früher und heute
4.2 Die neuen Aufgabenfelder der Wortbildungslehre
4.2.1 Lehnwortbildung
4.2.2 Pragmatik
4.2.3 Nominationsforschung
4.2.4 Lexikographie
4.3 Neue Erkenntnisse
4.4 Derivation
4.4.1 Explizite Derivation
4.4.1.1 Präfigierung
4.4.1.2 Suffigierung
4.4.1.3 Kombinatorische Derivation
4.4.2 Implizite Derivation
4.5 Komposition
4.5.1 Aspekte zur Klassifikation von Komposita
4.5.2 Arten von Komposita
4.5.2.1 Determinativkomposita
4.5.2.2 Kopulativkomposita
4.5.2.3 Possessivkomposita
4.6 Kurzwortbildung
5. Zusammenfassung: Grimms Ansichten heute
Diese Arbeit untersucht die Wortbildungslehre von Jacob Grimm in seinem Werk „Deutsche Grammatik“ (1819) und vergleicht sie kritisch mit den Theorien der gegenwärtigen Morphologie, um die Frage nach ihrer aktuellen wissenschaftlichen Relevanz zu klären.
3.1 Die innere Wortbildung durch Laut und Ablaut
Im Gegensatz zu Becker unterscheidet Grimm in „innere Wortbildung“ (durch Laut und Ablaut) und in „äußere Wortbildung“ (durch äußere Mehrung der Wurzel). Die „äußere Wortbildung“ wird dabei in „Ableitung“ (Derivation) und „Zusammensetzung“ (Komposition) unterteilt. Er weist dabei darauf hin, dass bei der inneren Wortbildung die Einfachheit der Wurzel nicht aufgehoben wird, wohingegen bei der äußeren Wortbildung durch Zusammensetzung und Ableitung ein Zuwachs stattfindet, wodurch das Wort nun kein einfaches mehr ist. Grimms Meinung nach sind Verben die Grundlagen aller anderen Wörter, vor allem die straken Verben mit ihrem Ablaut wie beispielsweise in singen – sang – gesungen, welche übrigens die drei „Urvokale“ a – i – u beinhalten. Doch Grimm beklagt, dass die abstrakte Sprache immer weniger Ablaute enthält, dafür aber mehr zusammengesetzte und abgeleitete Wörter, die zwar verständlich, aber eigentlich völlig misslungen und lästig sind.
1. Vorwort: Einleitung in Jacob Grimms Wirken und die zentrale Fragestellung der aktuellen Relevanz seiner linguistischen Ansätze.
2. Über Jacob Grimms „Deutsche Grammatik“: Darstellung der Entstehung des Werkes, des Organismuskonzepts sowie der bahnbrechenden Entdeckungen wie Lautverschiebung und Ablaut.
3. Zu Jacob Grimms Lehre von der Wortbildung: Systematische Untersuchung von Grimms Unterscheidung in innere und äußere Wortbildung sowie seiner Analyse von Ableitung und Komposition.
4. Die Lehre von der Wortbildung in der gegenwärtigen Morphologie: Gegenüberstellung von Grimms historischer Perspektive mit modernen morphologischen Ansätzen, einschließlich expliziter/impliziter Derivation und moderner Klassifikationsverfahren.
5. Zusammenfassung: Grimms Ansichten heute: Kritische Bilanz zur heutigen Geltung von Grimms Theorien und sein Stellenwert als Wegbereiter der modernen Sprachwissenschaft.
Jacob Grimm, Deutsche Grammatik, Morphologie, Wortbildung, Lautverschiebung, Ablaut, Komposition, Derivation, Diachronie, Synchronie, Sprachgeist, Organismuskonzept, Sprachwissenschaft, Generative Grammatik, Genus.
Die Arbeit analysiert die Wortbildungslehre von Jacob Grimm in seiner "Deutschen Grammatik" und stellt sie der heutigen modernen Morphologie gegenüber.
Schwerpunkte sind das Organismuskonzept der Sprache, die historischen Gesetze von Lautverschiebung und Ablaut sowie die methodischen Unterschiede zwischen historischer (diachroner) und moderner (synchroner) Sprachbetrachtung.
Es soll geklärt werden, inwieweit Grimms rund 200 Jahre alte sprachwissenschaftliche Auffassungen heute noch wissenschaftlich tragbar und relevant sind.
Die Arbeit nutzt einen vergleichenden methodischen Ansatz, der Grimms historische Quellen mit zeitgenössischen sprachwissenschaftlichen Modellen und Forschungsergebnissen korreliert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit Grimms Wortbildungstheorie (innere vs. äußere Wortbildung, Komposition, Derivation) und eine ausführliche wissenschaftliche Einordnung in die aktuelle morphologische Diskussion.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sprachgeschichte, morphologische Struktur, diachrone Linguistik, Kompositionalität und das Erbe der Brüder Grimm charakterisieren.
Die Arbeit zeigt auf, dass Grimms "Genustheorie" eng mit psychologischen Ansätzen und dem Konzept des Sprachgeistes verknüpft ist, wobei der Autor auch die Schwächen und die oftmals spekulative Natur dieser Herleitung in der modernen Forschung beleuchtet.
Das Organismuskonzept spiegelt Grimms Überzeugung wider, dass Sprache ein lebendiges, wachsendes Gebilde ist, das sich nach internen Gesetzen entwickelt und nicht willkürlich durch Eingriffe von außen geformt werden sollte.
Die Arbeit identifiziert die Kurzwortbildung als modernes Phänomen der Sprachökonomie, das zu Grimms Zeit praktisch noch nicht existent war und heute einen Gegenpol zur Bildung immer längerer Komposita darstellt.
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