Diplomarbeit, 2000
130 Seiten, Note: 2 (gut)
1. Einleitung
2. Begriffsklärung: Anarchismus Staat
2.1 Anarchismus
2.2 Staat
2.3 Kurzvergleich Anarchismus Staat
3. Hauptteil: Der Staatsbegriff bei Bakunin
3.1. Prinzipien und Organisation einer internationalen revolutionär-sozialistischen Geheimgesellschaft (1866)
3.2. Das Knutogermanische Kaiserreich und die soziale Revolution (1870)
3.3. Gott und der Staat (1871)
3.4. Staatlichkeit und Anarchie (1873)
3.5. Zusammenfassung: Der Staatsbegriff bei Bakunin
4. Ursprünge und Herleitungen des Bakuninschen Staatsbegriffes
4.1. Theoretische Wegbereiter :Fichte – Hegel – Feuerbach – Stirner – Weitling
4.2. Bakunins geistiger Ziehvater:Pierre-Joseph Proudhon
4.3. Bakunins geistiger Widersacher: Karl Marx
5. Schlußwort
Die vorliegende Arbeit untersucht den Staatsbegriff des Anarchisten Michail Bakunin, analysiert dessen theoretische Herleitung sowie seine Abgrenzung zu anderen politischen Strömungen wie dem Marxismus und erörtert, inwiefern Anarchismus als eine Form von Gesellschaftsordnung verstanden werden kann.
3.1 Prinzipien und Organisation einer internationalen revolutionär-sozialistischen Geheimgesellschaft (1866)
Wie Bakunin sich seine anarchistische Gesellschaft vorstellte, hat er 1866 in "Prinzipien und Organisation einer internationalen revolutionär-sozialistischen Geheimgesellschaft" ausführlichst beschrieben. Bakunins Vorstellung einer freien Gesellschaft war radikal im ursprünglichsten Sinne des Wortes: Freiheit,Vernunft, Gerechtigkeit und Arbeit sollten die Grundlagen dieser freien Gesellschaft bilden. Natürlich sind dies sehr idealistische Vorstellungen, die kaum umsetzbar erscheinen, aber das war Bakunin durchaus bewußt: "Ein solches Werk kann nicht von kurzer Dauer sein" merkte er an.
Folgende Punkte bildeten Bakunins "Revolutionären Katechismus":
Der Atheismus
Dies bedeutete für Bakunin gleichzeitig die totale "Abschaffung des Dienstes und des Kults der Gottheit". Mit der Verneinung eines überirdischen Gottes sollte die Vernunft zum einzigen "Prüfungsmittel der Wahrheit, das menschliche Gewissen als Grundlage der Gerechtigkeit, die individuelle und kollektive Freiheit als einzige Schöpferin der Ordnung in der Menschheit" anerkannt werden.
1. Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel dar, Bakunins Staatsbegriff als Mosaik aus verschiedensten Theorien und Weltanschauungen darzustellen und gegen den Marxismus abzugrenzen.
2. Begriffsklärung: Anarchismus Staat: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Anarchismus und Staat grundlegend und stellt beide als konkurrierende Organisationsformen des Politischen gegenüber.
3. Hauptteil: Der Staatsbegriff bei Bakunin: Dieser Kernbereich analysiert die wesentlichen Werke Bakunins (wie "Gott und der Staat" und "Staatlichkeit und Anarchie"), um seinen Staatsbegriff sowie seine Vorstellung einer anarchistischen Gemeinschaft zu systematisieren.
4. Ursprünge und Herleitungen des Bakuninschen Staatsbegriffes: Hier werden die philosophischen Einflüsse von Fichte über Hegel bis hin zu Feuerbach und Proudhon beleuchtet, die maßgeblich zur Theoriebildung Bakunins beitrugen.
5. Schlußwort: Das Schlußwort resümiert die theoretische Leistung Bakunins als einen der ersten Anarchisten, der eine Theorie aus dem Leben und dem Austausch mit Menschen ableitete.
Anarchismus, Bakunin, Staat, Freiheit, Anti-Autorität, soziale Revolution, Atheismus, Materialismus, Proletariat, Proudhon, Marx, Föderalismus, Selbstverwaltung, Herrschaftskritik
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Auseinandersetzung Michail Bakunins mit dem Staatsbegriff und versucht, seine anarchistische Utopie systematisch zu erfassen.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Anarchismus und Staat, die Bedeutung des Atheismus als Befreiung vom Autoritätsglauben sowie die Analyse der revolutionären Strategien Bakunins.
Das Ziel ist es, den "Bakuninschen Staatsbegriff" zu definieren und aufzuzeigen, wie Bakunin Freiheit und Ordnung innerhalb einer föderalen Gesellschaftsstruktur denkt.
Die Arbeit nutzt eine textkritische Analyse der Hauptwerke Bakunins sowie eine vergleichende Einordnung seiner Theorien in den philosophischen Kontext des 19. Jahrhunderts.
Im Hauptteil werden zentrale Schriften Bakunins detailliert analysiert, um die praktischen Prinzipien seiner revolutionär-sozialistischen Organisation und sein Verhältnis zum Staat darzustellen.
Die Arbeit charakterisiert die Theorie als einen strengen Materialismus, der auf der Verneinung jeder Form von staatlicher Autorität basiert und die Freiheit des Einzelnen in den Mittelpunkt stellt.
Bakunin sieht im Wahlrecht innerhalb einer ungleichen Klassengesellschaft lediglich ein Täuschungsmanöver, das dazu dient, die Herrschaft einer intellektuellen oder besitzenden Minderheit zu legitimieren.
Marx wird als wichtigster geistiger Widersacher Bakunins analysiert; die Auseinandersetzung mit ihm dient dazu, die Unterschiede zwischen dem zentralistischen Staatsmodell der Marxisten und dem föderalen Ansatz der Anarchisten zu verdeutlichen.
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