Bachelorarbeit, 2019
78 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Ziele und Fragestellung der Arbeit
3 Theoretischer Hintergrund
3.1 Wachkoma
3.1.1 Definition
3.1.2 Problem mit dem Begriff „Wachkoma“
3.1.3 Verlauf des Wachkomas
3.1.4 Abgrenzung zu anderen unklaren Bewusstseinszuständen
3.2 Erleben
3.2.1 Erleben durch Sinne
3.2.2 Erleben von Menschen im Wachkoma
3.3 Bewusstsein
3.3.1 Definition
3.3.2 Bewusstsein im Wachkoma
4 Forschungsstand
5 Methodik
5.1 Forschungsinstrument
5.1.1 Qualitative Forschung
5.1.2 Qualitatives Interview
5.1.3 Stichprobe
5.1.4 Durchführung der Interviews
5.2 Auswertung
5.2.1 Transkription
5.2.2 Datenauswertung
6. Darstellung der Ergebnisse
6.1 Allgemeine Daten
6.2 Auslösungsfaktoren für das Wachkoma
6.2.1 Etwaige Vorerkrankungen
6.2.2 Ablauf des Unfalls
6.2.3 Damalige Lebenssituation
6.2.4 Körperliches Befinden vor dem Unfall
6.2.5 Letzte Erinnerung vor dem Unfall
6.3 Zeit des Komas
6.3.1 Erinnerungen
6.3.2 Träume
6.3.3 Sinneseindrücke
6.3.4 Emotionales Empfinden
6.3.5 Nahtoderfahrungen
6.3.6 Körperliche Situation
6.3.7 Kommunikationsversuche
6.3.8 Schmerzen
6.4 Postkomatös
6.4.1 Aufwachen
6.4.2 Motivation
6.5 Sonstiges
6.5.1 Langzeitauswirkungen
6.5.2 Heutiges Befinden
6.6 Zusatzinformationen über die Befragten
7 Diskussion und Interpretation der Ergebnisse
7.1 Allgemeines
7.2 Zeit des Komas
7.2.1 Erinnerungen und Träume
7.2.2 Sinneseindrücke und Schmerzen
7.2.3 Emotionales Empfinden
7.2.4 Nahtoderfahrungen
7.2.5 Körperliche Situation und Kommunikationsversuche
7.3 Postkomatös
7.3.1 Aufwachen
8 Fazit und Ausblick
9 Gütekriterien
9.1 Kommunikative Validierung
9.2 Triangulation
9.3 Nähe zum Gegenstand
9.4 Regelgeleitheit
9.5 Verfahrensdokumentation
9.6 Argumentative Interpretationsabsicherung
10 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Erleben von Menschen, die sich in einem wachkomatischen Zustand befanden. Ziel der Arbeit ist es, durch eine qualitative Interviewbefragung von drei Betroffenen herauszufinden, ob und in welcher Form Erinnerungen, Träume oder Sinneseindrücke mit der Zeit im Wachkoma in Verbindung gebracht werden können, um den Umgang von Angehörigen und Pflegepersonal mit diesem Klientel zu sensibilisieren.
3.2.1 Erleben durch Sinne
Bevor die aufgenommenen selektierten Reize durch Erinnerungen, Emotionen und Erfahrungen aus der Vergangenheit eingefärbt werden, werden diese zunächst durch unsere Sinnesrezeptoren wahrgenommen. Dies geschieht durch die Umwandlung der Reize in neuronale Impulse durch die Rezeptoren in den Sinnesorganen unseres Körpers, die sich beispielsweise in unserer Netzhaut im Auge befinden (Kiesel, A. & Spada H., 2018). Die sogenannten Rezeptorzellen befinden sich an unterschiedlichen Stellen des Körpers und leiten jeweils „spezifische Informationen der Umwelt und des eigenen Körpers“ weiter (Kiesel, A. & Spada H., 2018, S.39). Allerdings wäre der Umfang der aufgenommenen Informationen zu umfassend.
Aus diesem Grund geschieht bereits hier eine gewisse Selektion der Reize, die sich auf Erfahrungen mit dem Reiz in der Vergangenheit bezieht. Diese Sinnessysteme gliedern sich wie folgt:
1 Visuelle Wahrnehmung – Das Gesehene wird von den Augen aufgenommen, es ist zugleich eine der größten und gleichzeitig effizientesten Informationsquelle, wenn es um die Aufnahme von Reizen aus der Umwelt geht. Die Aufnahme der Reize ist kein passiver Vorgang, sondern wird je nach Interessenspunkt aktiv fixiert (Kiesel, A. & Spada H., 2018). Die Lichtreflexionen treffen auf die Rezeptoren in der Netzhaut und werden über den Sehnerv weiter ins Gehirn geleitet.
2 Auditive Wahrnehmung – Geräusche werden von den Ohren aufgenommen und sortiert. Diese Sortierung hat den Sinn, bestimmte Töne mit gefährlichen, beziehungsweise alltäglichen Situationen zu verknüpfen. Diese Einordnung unterscheidet sich individuell und hängt mit den Erfahrungen aus der Vergangenheit des jeweiligen Betroffenen zusammen (Bienstein, C. & Fröhlich, A., 2017).
1 Einleitung: Beschreibt die Motivation des Autors zur Erforschung des Wachkoma-Erlebens, inspiriert durch einen Freiwilligendienst, und benennt die Relevanz der Sensibilisierung im Umgang mit den Betroffenen.
2 Ziele und Fragestellung der Arbeit: Definiert die zentrale Forschungsfrage nach den Erlebnissen von Menschen im Wachkoma und die Entscheidung, neben Erinnerungen auch Träume in die Auswertung einzubeziehen.
3 Theoretischer Hintergrund: Bietet eine Definition des Wachkomas, grenzt es von anderen Zuständen ab und beleuchtet die psychologischen Grundlagen von Erleben und Bewusstsein.
4 Forschungsstand: Gibt einen Überblick über aktuelle Studien, wie die Forschung zu Gehirnaktivitäten bei gestörten Bewusstseinszuständen und die Auswirkungen von sensorischen Stimulationsprogrammen.
5 Methodik: Erläutert den qualitativen Forschungsansatz, das Leitfadeninterview als Erhebungsinstrument sowie den Prozess der Auswahl der Interviewpartner und die Transkriptions- und Auswertungsregeln.
6. Darstellung der Ergebnisse: Präsentiert die aus den Interviews gewonnenen Daten, kategorisiert in allgemeine Informationen, Auslösungsfaktoren, Erinnerungen, Träume und die Zeit nach dem Wachkoma.
7 Diskussion und Interpretation der Ergebnisse: Analysiert und interpretiert die erhobenen Daten im Kontext der theoretischen Literatur, wobei insbesondere Resilienzfaktoren und Traumata diskutiert werden.
8 Fazit und Ausblick: Bewertet, ob die Forschungsfrage beantwortet werden konnte, und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit weiterführender Forschung.
9 Gütekriterien: Überprüft die wissenschaftliche Qualität der Arbeit anhand von Kriterien wie Kommunikative Validierung, Triangulation und Regelgeleitheit.
10 Literaturverzeichnis: Listet sämtliche in der Arbeit verwendeten Quellen und Studien auf.
Wachkoma, Apallisches Syndrom, Erleben, Bewusstsein, Qualitative Forschung, Basale Stimulation, Reizdeprivation, Rehabilitation, Erinnerungen, Träume, Nahtoderfahrungen, Trauma, Resilienz, Patientenwahrnehmung, Kommunikation
Die Bachelorarbeit erforscht die subjektiven Erlebnisse von Menschen, die sich in einem wachkomatischen Zustand befanden, um ein tieferes Verständnis für deren innere Welt zu gewinnen.
Zentrale Themen sind die Wahrnehmung im Wachkoma, die Rolle der Basalen Stimulation, die psychologischen Aspekte von Bewusstsein und die Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen durch die Betroffenen.
Die Forschungsfrage lautet: „Von welchen Erlebnissen berichten Menschen, die sich im Zustand eines Wachkomas befanden?“
Der Autor verwendet eine qualitative Forschungsmethode, basierend auf halbstrukturierten Leitfadeninterviews, die nach Kuckartz inhaltlich strukturiert ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Darstellung des aktuellen Forschungsstands sowie die detaillierte Auswertung und Diskussion der Interviews mit drei Betroffenen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wachkoma, Bewusstsein, Erleben, Rehabilitation und Basale Stimulation charakterisiert.
Das Thema ist zentral, da der Autor aufzeigt, dass der Entzug sensorischer Angebote im Krankenhaus die Wahrnehmung und die Qualität der Erinnerungen der Patienten im Wachkoma massiv beeinflusst.
P2 berichtete im Gegensatz zu P1 und P3 sehr detailliert von Erinnerungen an ihre Zeit im Wachkoma, was der Autor unter anderem mit ihrem sozialen Umfeld und möglichen Resilienzfaktoren in Verbindung bringt.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das innere Erleben trotz der Schwierigkeiten bei der Erforschung bei einigen Patienten vorhanden ist und dass eine dialogbasierte Interaktion essentiell für die Unterstützung der Betroffenen ist.
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