Diplomarbeit, 2008
139 Seiten, Note: Sehr Gut
1 Einleitung
2 Überblick über den Wintertourismus im österreichischen Alpenraum
2.1 Der Begriff des Tourismus
2.2 Das Phänomen des Massentourismus
2.3 Historische Entwicklung des Wintertourismus in Österreich
2.4 Statistische Daten
2.4.1 Bevölkerung
2.4.2 Nächtigungen
2.4.3 Infrastruktur
2.4.4 Wertschöpfung
2.5 Aktuelle Trends im Tourismus
2.5.1 Tages- und Kurzreisen
2.5.2 Last-Minute-Buchungen
2.5.3 Hoher Qualitätsanspruch
2.5.4 Demografischer Wandel der TouristInnen
2.6 Beitrag des Wintertourismus zum Klimawandel
2.6.1 Beschneiungsanlagen
2.6.2 Reiseverkehr
2.6.3 Schipisten
2.6.4 Unterkunft und Verpflegung
3 Klimaänderungen im europäischen Alpenraum und deren Konsequenzen für den Wintertourismus
3.1 Grundlagen
3.2 Bisherige Entwicklung der klimatischen Verhältnisse
3.2.1 Temperatur
3.2.2 Niederschläge
3.2.3 Schnee
3.3 Szenarien für die Zukunft
3.3.1 Temperatur
3.3.2 Niederschläge
3.3.3 Schnee
3.3.4 Gletscherschwund
3.4 Konsequenzen des Klimawandels für den Wintertourismus
3.4.1 Verlust eines wichtigen Wirtschaftsfaktors
3.4.2 Künstliche Beschneiung, Indoor-Schihallen
3.4.3 Erhöhte Gefahr von Naturkatastrophen
3.4.4 Neues Image für österreichischen Wintertourismus
3.4.5 Konzentration auf höher gelegene Schigebiete
3.4.6 Wechsel der UrlauberInnen in schneesichere Gebiete im Ausland
4 Anpassungsstrategien für den alpinen Wintertourismus im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung
4.1 Der Begriff der Nachhaltigkeit
4.2 Nachhaltigkeit im Tourismus
4.2.1 Strategien
4.2.2 Bewertung von Nachhaltigkeit im Tourismus
4.3 Sanfter Tourismus als Umsetzungsstrategie der Nachhaltigkeit
4.3.1 Der Begriff des „Sanften Tourismus“
4.3.2 Der Begriff des „Ökotourismus“
4.4 Exkurs: Alpenkonvention
4.5 Handlungsfelder für Politik und NGOs
4.5.1 Raumentwicklung
4.5.2 Verkehrspolitik
4.5.3 Regionale Netzwerke
4.5.4 Reglementierungen für Beschneiungsanlagen
4.5.5 Umweltverträglichkeitsprüfung für Schigebiete
4.5.6 Umweltmanagementsysteme
4.5.7 Umweltzeichen und –preise
4.6 Handlungsfelder im alpinen Wintertourismus
4.6.1 Sanfte Sportarten
4.6.2 Wellness
4.6.3 Event- / Kultur- / Städtetourismus
4.6.4 Kompensation durch Sommertourismus
4.6.5 Sanfte Mobilität
4.7 Fallbeispiel für sanften Wintertourismus im österreichischen Alpenraum
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wintertourismus im österreichischen Alpenraum. Das primäre Ziel ist es, die klimatischen Veränderungen und deren wirtschaftliche Folgen zu analysieren sowie Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Zukunft des Tourismus in dieser Region zu erarbeiten, wobei die einseitige Fixierung auf den schneegebundenen Skitourismus hinterfragt wird.
2.2 Das Phänomen des Massentourismus
Der Massentourismus in den österreichischen Alpen begann erst relativ spät, dafür entwickelte er sich dann in einer ungeahnten Geschwindigkeit. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs gewannen die Alpen als Naherholungsgebiet für die europäischen Städte an Bedeutung. Der Aufschwung des Wintertourismus führte zu einem Strukturwandel in den Gebirgsregionen und wurde zu einem der wichtigsten Wirtschaftsträger. Am Beispiel vom Wintersportort Saalbach im Salzburger Pinzgau lässt sich dies anschaulich belegen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es noch ein abgeschiedenes Dorf jenseits aller Verkehrsanbindungen. 1981 überstiegen die Nächtigungszahlen bereits jene des gesamten Bundeslandes Salzburg aus dem Jahr 1929/30, dem ertragreichsten der gesamten Zwischenkriegszeit. 1995 kamen auf die 3.000 BewohnerInnen des Ortes 2 Mio. Übernachtungen. Damit nahm Saalbach den 2. Platz hinter Wien in der österreichischen Tourismusstatistik ein.
Die Darstellung des Massentourismus als eigene Industrie ist nicht abwegig. Das normierte Anbieten von Ferien als Serienprodukt ist ein Phänomen dieser Industrialisierung, aber auch ein Ergebnis der gesellschaftlichen Entwicklung. Bezüglich der Umweltauswirkungen kann im Gegenzug behauptet werden, dass eine große Ferienanlage pro Kopf weniger Abfälle und Emissionen produziert als alleinreisende IndividualtouristInnen. Außerdem verursacht der Drang dieser Alternativreisenden zur Entdeckung von unberührten Gebieten bei weitem mehr Eingriffe in die Natur. In der Folge lösen diese meist, wenn auch ungewollt, den Massentourismus erst aus.
Eine aktuelle Studie am Beispiel Mallorca zeigt, dass dort seit der Abkehr vom Massen- hin zum Qualitätstourismus die Umwelt wesentlich stärker geschädigt wurde. Für die Untersuchung wurden die beiden Indikatoren Landschafts- und Wasserverbrauch herangezogen. Hauptverantwortlich für diese negative Entwicklung sind die Förderung von Zweitwohnsitzen, der Bau von Golfplätzen und Yachthäfen. Dadurch wurden naturbelassene Ökosysteme verbaut und versiegelt. Weiters benötigt ein durchschnittlicher Golfplatz täglich die gleiche Wassermenge wie ein Ort mit ca. 8.000 EinwohnerInnen. Dies ist ein Beispiel dafür, wie trotz guter Absichten seitens der Verantwortlichen das Gegenteil bewirkt wurde.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Zukunft des österreichischen Wintertourismus unter dem Einfluss des Klimawandels und den Notwendigkeiten für einen nachhaltigen Umbau der Tourismusbranche.
2 Überblick über den Wintertourismus im österreichischen Alpenraum: Das Kapitel bietet eine grundlegende Analyse des Tourismusbegriffs, der historischen Entwicklung des Skitourismus, statistischer Rahmendaten sowie aktueller Trends und Umweltbelastungen durch den Wintertourismus.
3 Klimaänderungen im europäischen Alpenraum und deren Konsequenzen für den Wintertourismus: Es wird die klimatische Entwicklung (Temperatur, Niederschlag, Schnee) analysiert und die daraus resultierenden massiven wirtschaftlichen Risiken für den Wintertourismus in Österreich dargelegt.
4 Anpassungsstrategien für den alpinen Wintertourismus im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung: Das Kapitel behandelt Konzepte zur nachhaltigen Tourismusentwicklung, einschließlich politischer Handlungsfelder, Strategien für Raumplanung und Verkehr sowie die Praxis der sanften Mobilität.
5 Zusammenfassung: Abschließender Überblick über die wesentlichen Erkenntnisse der Diplomarbeit bezüglich der Herausforderungen des Klimawandels und der Lösungsansätze für eine nachhaltige Tourismuswirtschaft.
6 Kritischer Diskurs: Die kritische Auseinandersetzung beleuchtet alternative Klimaszenarien und betont die Bedeutung zusätzlicher Einflussfaktoren wie den demografischen Wandel und den Strukturwandel des Freizeitverhaltens jenseits des reinen Skitourismus.
7 Fazit: Zusammenfassende Handlungsempfehlungen zur strategischen Neuausrichtung des Wintertourismus, insbesondere durch Diversifizierung, ein stärkeres Markenmanagement und die Integration von nachhaltigen Mobilitätskonzepten.
8 Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Quellen, unterteilt in Monografien, Zeitschriftenaufsätze, Zeitungsartikel, Rechtsquellen und Internetquellen.
Wintertourismus, österreichischer Alpenraum, Klimawandel, Nachhaltigkeit, sanfter Tourismus, Skitourismus, Beschneiungsanlagen, Tourismusmanagement, demografischer Wandel, sanfte Mobilität, Alpenkonvention, Destinationsmarketing, Wertschöpfung, Umweltverträglichkeit, Naturgefahren.
Die Diplomarbeit analysiert die Entwicklungen und Trends des österreichischen Wintertourismus und untersucht, wie die Branche auf die Herausforderungen des Klimawandels mit nachhaltigen Strategien reagieren kann.
Die Schwerpunkte liegen auf den klimatischen Auswirkungen im Alpenraum, den wirtschaftlichen Folgen für den Wintertourismus, dem Einfluss des Massentourismus und dem Potenzial für sanfte Tourismusformen sowie nachhaltige Mobilität.
Ziel der Arbeit ist es, die wirtschaftlichen Konsequenzen des Klimawandels aufzuzeigen und Handlungsempfehlungen zu formulieren, um den Wintertourismus nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten, wobei die automatische Verknüpfung von Wintertourismus mit Skifahren hinterfragt wird.
Es wird eine fundierte Literatur- und Datenanalyse durchgeführt, die meteorologische Klimamodelle mit touristischen Statistiken und Nachhaltigkeitsindikatoren verknüpft, ergänzt durch ein Praxisbeispiel für sanfte Mobilität.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des Tourismus, eine detaillierte Analyse der klimatischen Änderungen, deren negative Auswirkungen auf die Wirtschaft sowie die Vorstellung von Anpassungsstrategien wie regionale Netzwerke, Raumplanung und Zertifizierungssysteme.
Zu den prägenden Begriffen zählen Wintertourismus, Klimawandel, Nachhaltigkeit, sanfte Mobilität, Skitourismus, Wertschöpfung, Umweltmanagement und touristische Diversifizierung.
Werfenweng dient als Vorzeigeprojekt für die erfolgreiche Umsetzung von Konzepten zur sanften Mobilität, das zeigt, wie ein Tourismusort trotz Herausforderungen durch den Klimawandel durch den Abbau von Individualverkehr und Fokus auf sanften Tourismus wirtschaftlich florieren kann.
Der Begriff wird kritisch hinterfragt, da er oft nur zu Marketingzwecken genutzt wird, ohne die dahinterstehenden Anforderungen an Umweltverträglichkeit und soziale Verantwortung vollständig zu erfüllen.
Neben dem extrem hohen Wasser- und Energieverbrauch, der indirekt den Klimawandel verstärkt, wird auch die ökologische Problematik der künstlichen Zusätze und der hohen Investitionskosten für kleinere Betriebe kritisch beleuchtet.
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