Bachelorarbeit, 2021
45 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
Übersicht
Animismus
Tengrismus
Schamanismus
Die Schamanenwerdung
Die Hilfsmittel eines Schamanen:
Kleidung eines Schamanen
Die Rolle der Schamanen von Dschingis Khan
Reiseberichte über das Mongolenreich
Der Priesterkönig Johannes und die Tataren – ein kurzer Exkurs
Wilhelm Rubruks Reise zu den Mongolen
Fazit
Die Arbeit untersucht das komplexe religiöse Weltbild der Mongolen zur Zeit Dschingis Khans, insbesondere das Zusammenspiel von Schamanismus, Tengrismus und Animismus, und stellt diesem die europäische Wahrnehmung der Mongolen als "Endzeitvolk" gegenüber, um die Diskrepanz zwischen der mongolischen Realität und dem christlich-mittelalterlichen Feindbild zu verdeutlichen.
Die Schamanenwerdung
Das Schamanentum ist ein komplexes System von Glaubensvorstellungen, in dem Mythen und Rituale vorherrschen. Träger des Schamanismus sind die Schamanen, dabei bezeichnet „Zajran“ den männlichen Schamanen und „Udgan“ die weibliche Schamanin. Sie vermitteln zwischen der Welt der Menschen einerseits und den Gottheiten und Geistern der Ober- und Unterwelt andererseits. Die folgende grobe Übersicht soll das Kapitel klarer strukturieren.
Es gab drei Typen von Schamanen:
• Der weiße Schamane besucht nur die obere Welt.
• Der schwarze Schamane besucht Ober- und Unterwelt, weshalb er als sehr mächtig gilt.
• Der gelbe Schamane steht unter dem Einfluss des tibetischen Buddhismus. Er verwendet lamaistische Ritualgegenstände, rezitiert buddhistische Texte und verhält sich wie ein Lama.
Die Schamanenwerdung erfolgte in drei Stufen:
1. Die Berufung; sei es aus Familien-Tradition oder durch eine Schamanenkrankheit (Albträume, Depressionen, Halluzinationen, Ohnmachtszustände, Suche nach Einsamkeit)
2. Die Lehre bei einem erfahrenen Schamanen mit folgendem Unterricht:
• Techniken des Schamanisierens
• Anrufungen, Rituale, Wahrsagen, Heilen
• Erlangen der Hilfsgeister, Tiergeister, Ahnengeister, Geister verstorbener Schamanen
3. Die Schamanenweihe
Einleitung: Umreißt die historisch prekäre Lage Europas im 13. Jahrhundert und die daraus resultierende apokalyptische Sichtweise auf die Mongolen.
Übersicht: Bietet einen historischen Abriss über die Entstehung des Mongolischen Reiches unter Dschingis Khan.
Animismus: Erläutert den Glauben an die Beseeltheit der Natur und das Prinzip der Allbeseeltheit.
Tengrismus: Definiert Tengrismus als polytheistische Religion rund um den Himmelsgott Tengri.
Schamanismus: Beschreibt Schamanismus nicht als starre Religion, sondern als magische Technik und ekstatische Praxis.
Die Schamanenwerdung: Beschreibt die verschiedenen Typen von Schamanen und den dreistufigen Prozess der Berufung und Ausbildung.
Die Hilfsmittel eines Schamanen: Listet die essenziellen Utensilien wie Trommel, Gewand und Ongod-Figuren auf.
Kleidung eines Schamanen: Erklärt die rituelle Bedeutung der Kleidung als Repräsentation der Geisterwelt.
Die Rolle der Schamanen von Dschingis Khan: Beleuchtet die politische Funktion der Schamanen bei der Machtfestigung durch den Khan.
Reiseberichte über das Mongolenreich: Führt in die Reisetätigkeit europäischer Missionare und Entdecker ein.
Der Priesterkönig Johannes und die Tataren – ein kurzer Exkurs: Analysiert das legendäre Reich des Priesterkönigs Johannes als Projektionsfläche.
Wilhelm Rubruks Reise zu den Mongolen: Berichtet über das Scheitern der Bekehrungsversuche aufgrund kultureller und religiöser Differenzen.
Fazit: Resümiert die Gründe für das Scheitern christlicher Missionierung und die kulturelle Offenheit der Mongolen.
Mongolen, Dschingis Khan, Schamanismus, Tengrismus, Animismus, Mittelalter, Priesterkönig Johannes, Wilhelm von Rubruk, Apokalypse, Endzeitvolk, Missionierung, Religionsgeschichte, Geisterwelt, Pax Mongolica, Zentralasien.
Die Arbeit untersucht das religiöse Verständnis der Mongolen im Mittelalter und kontrastiert dies mit der europäischen Wahrnehmung, die von Angst vor dem Weltuntergang geprägt war.
Die Arbeit behandelt den Schamanismus, den Tengrismus, die Rolle der Schamanen in der Politik des Mongolenreichs und das mittelalterliche europäische Bild des "Fremden" am Beispiel der Mongolen.
Das Ziel ist es, ein genaues Bild der mongolischen Religion zur Zeit Dschingis Khans zu erzeugen und zu analysieren, wie sich dieses von der negativen Konstruktion der Mongolen als "Endzeitvolk" durch die Europäer unterscheidet.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von historischen Reiseberichten (insb. Wilhelm von Rubruk) sowie religionswissenschaftlicher und historischer Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der mongolischen Glaubensformen, die Untersuchung schamanischer Praktiken und eine historische Analyse des europäischen Kontakts durch Missionare.
Wichtige Begriffe sind Mongolen, Schamanismus, Tengrismus, Priesterkönig Johannes, Apokalypse, Missionsgeschichte und kultureller Austausch.
Die Figur des Priesterkönigs Johannes diente im mittelalterlichen Europa als Hoffnungsträger und Erklärungsmodell für das Auftauchen der Mongolen; die Arbeit zeigt, wie diese Legende die Wahrnehmung der Realität überlagerte.
Das Scheitern wird primär auf ein Defizit der missionarischen Botschaft zurückgeführt, die nicht in der Lage war, sich an die nomadische Vorstellungswelt der Mongolen anzupassen, da diese an exklusiven christlichen Dogmen kein Interesse hatten.
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