Bachelorarbeit, 2022
54 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Relevanz und Forschungsstand
1.2 Ziel und thematische Abgrenzung
1.3 Methodik und Aufbau
2 Einführung in die Theorie der Tierrechte der „Zoopolis“
2.1 Prominente tierethische Ansätze
2.1.1 Speziesismus
2.1.2 Der Tierrechtsutilitarismus „Animal Liberation“ nach Peter Singer
2.1.2.1 Kritik an Peter Singer und dessen Utilitarismus
2.1.3 Abolitionistischer Ansatz
2.1.3.1 Kritik am abolitionistischen Ansatz
2.2 Forderungen nach universellen Grundrechten für Tiere bei „Zoopolis“
2.3 Definition von Domestizierung in der „Zoopolis“
2.4 Staatsbürgerschaft für domestizierte Tiere in der „Zoopolis“
2.4.1 Nutzung tierischer Produkten in der „Zoopolis“
2.4.2 Politisches Mitspracherecht für domestizierte Tiere
2.4.3 Nutzung tierischer Arbeitskraft in der „Zoopolis“
2.5 Ausblick der „Zoopolis“
3 Marxistische Theorien
3.1 Definition der Arbeiterklasse nach Marx und Engels
3.2 Die Entfremdung in der Marxistischen Theorie
3.2.1 Die Entfremdung vom Produkt
3.2.2 Die Entfremdung von der Tätigkeit
3.2.3 Die Entfremdung von seinem Gattungswesen
3.2.4 Die Entfremdung des Menschen vom Menschen
3.3 Gebrauchswert und Tauschwert in der marxistischen Theorie
3.4 Die verstärkte Qualität des Vorganges G – W – G‘
3.4.1 Mehrwert
3.4.2 Akkumulation
3.4.3 Profit und das Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate
3.5 Verelendungstheorie in der marxistischen Theorie
4 Das Tier als Arbeitsmittel und Rohstoff in der marxistischen Theorie
4.1 Domestizierte Nutztiere als ArbeiterInnen
4.2 Entfremdungsdimensionen bei domestizierten Nutztieren
4.2.1 Die Entfremdung des Produktes domestizierter Tiere
4.2.2 Die Entfremdung der Tiere von ihrer Tätigkeit
4.2.3 Die Entfremdung des Tiers von seinem Gattungswesen sowie vom Menschen
4.2.4 Die Entfremdung der Tiere von ihrem natürlichen Wesen
4.3 Gebrauchswert und Tauschwert tierischer Produkte
4.4 Mehrwert bei domestizierten Nutztieren
4.5 Akkumulation durch die Haltung domestizierter Nutztiere
4.6 Profit und das Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate in der Nutztierhaltung
4.7 Die marxistische Verelendungstheorie bei domestizierten Nutztieren
5 Fazit
5.1 Zusammenfassung der Erkenntnisse
5.2 Limitationen und Schlussfolgerungen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die marxistische Verelendungstheorie auf die Situation domestizierter Nutztiere in Deutschland zu übertragen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Inwieweit lassen sich marxistische Theorien zur Verelendungstheorie auf die aktuelle Situation domestizierter Nutztiere in Deutschland übertragen?“ Dabei wird zudem untersucht, wie politische Theorien der Tierrechte (speziell „Zoopolis“) und marxistische Ansätze voneinander profitieren können.
3.2.1 Die Entfremdung vom Produkt
In der ersten Dimension der Entfremdung unter kapitalistischen Produktionsbedingungen beschreibt Marx die Entfremdung des Menschen von seinem Produkt, welches ihm als ein „fremdes Wesen“ begegnet. Der Entfremdungseffekt in Bezug auf das Produkt beruht nach Marx auf den Eigentumsverhältnissen der entstehenden Produkte sowie der Produktionsmittel. Es ist deutlich zu beobachten, dass die Produkte zu keinem Zeitpunkt des Produktionsprozesses den ProduzentInnen, welche an ihnen arbeiten, gehören, denn die ArbeiterInnen stellen die Produkte im Auftrag der KapitalistInnen für den anonymen Markt her und nicht etwa für den Eigenbedarf. Somit können die ArbeiterInnen weder selbst bestimmen, was sie produzieren, noch verfügen sie nach der Fertigstellung über den von ihnen bearbeiteten Gegenstand. Das Produkt ist den ArbeiterInnen also insofern fremd, als dass sie auf materieller Ebene, in Form von Besitz, nicht mit dem Produkt in Verbindung stehen. Zudem sind die Produktionsmittel ebenso wenig Eigentum der ProduzentInnen, denn auch sie gehören den KapitalistInnen. Weil die ArbeiterInnen finanziell nicht in der Lage sind, eigene Produktionsstätten zu errichten, sind sie auf die Arbeit an den Produktionsmitteln der KapitalistInnen angewiesen. Das bedeutet, dass die ArbeiterInnen gezwungen sind, ihre Arbeitskraft zu den Bedingungen der KapitalistInnen zu verkaufen. Aus diesen beiden Aspekten resultiert die Gleichgültigkeit der ArbeiterInnen und aus ihr wiederum die Entfremdung derselben in Bezug auf ihr Produkt. Dadurch, dass die ArbeiterInnen nicht in eigenem Interesse, sondern für und durch die Mittel der KapitalistInnen produzieren, sind sie dem Produkt ihrer Arbeit gegenüber gleichgültig. Anstelle von Selbstverwirklichung durch das Erschaffen von etwas, dem sie sich verbunden fühlen, erfahren die ArbeiterInnen Entfremdung, indem sie ihre Arbeitskraft in etwas investieren, zu dem sie keinerlei Zugang haben.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Nutztierhaltung ein und stellt die zentrale Fragestellung sowie die Methodik der Arbeit vor.
2 Einführung in die Theorie der Tierrechte der „Zoopolis“: Hier werden tierethische Ansätze, insbesondere die „Zoopolis“-Theorie von Donaldson und Kymlicka, als politischer Rahmen für Tierrechte erläutert.
3 Marxistische Theorien: Dieses Kapitel liefert die theoretische Basis des Marxismus, fokussiert auf Arbeiterklasse, Entfremdung, Werttheorie, Mehrwert und Verelendung.
4 Das Tier als Arbeitsmittel und Rohstoff in der marxistischen Theorie: Die marxistischen Begriffe werden hier auf domestizierte Nutztiere angewandt, um deren Status als „ArbeiterInnen“ und ihre Entfremdung zu analysieren.
5 Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, diskutiert die Limitationen und reflektiert die Übertragbarkeit der Theorien.
Marxismus, Tierethik, Verelendungstheorie, Entfremdung, Zoopolis, Nutztierhaltung, Mehrwert, Arbeitskraft, Kapitalismus, Ausbeutung, Tierrechte, Domestizierung, Klassenkampf, Produktivkraft, Akkumulation.
Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit marxistischer Theorien, insbesondere der Verelendungstheorie, auf die Lebensbedingungen von domestizierten Nutztieren in Deutschland.
Zentrale Themen sind die materialistische Gesellschaftsanalyse, der Begriff der entfremdeten Arbeit, die Mehrwerttheorie im Kontext der Tiernutzung sowie das Konzept der Staatsbürgerschaft für Tiere.
Ziel ist es zu klären, inwieweit marxistische Theorien zur Verelendung dazu beitragen können, das Leid in der Nutztierhaltung zu begreifen und gesellschaftlich zu verändern.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die sowohl die „Zoopolis“-Tierrechtstheorie als auch die klassischen Marx-Engels-Werke verknüpft.
Der Hauptteil analysiert domestizierte Nutztiere als „ArbeiterInnen“ und untersucht deren Entfremdung sowie ihre Rolle innerhalb kapitalistischer Produktionsprozesse.
Wichtige Begriffe sind Marxismus, Entfremdung, Verelendungstheorie, Nutztierhaltung, Mehrwert und Tierrechte.
Der Autor orientiert sich an Donaldson und Kymlicka: Domestizierte Tiere sind demnach menschlich geschaffene Individuen, die in Abhängigkeit leben und deren Bedürfnisse weitgehend durch den Menschen bestimmt werden.
Unter der Prämisse, dass ihre körperliche Leistung als Warenproduktion verstanden wird, betrachtet die Arbeit sie als „ArbeiterInnen“, obwohl ihnen die marxistische Selbstbestimmung fehlt.
Sie bietet einen politischen Rahmen, um Tiere als „MitbürgerInnen“ zu begreifen, was eine moralische Verpflichtung zu deren Befreiung aus unterdrückerischen Verhältnissen begründet.
Ein wesentlicher Unterschied ist, dass Tiere keine Möglichkeit zum revolutionären Streik haben und ihr gesamtes Leben, bis hin zum Tod, als Ware fremdbestimmt ist.
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