Magisterarbeit, 2007
125 Seiten, Note: 2,0
1. Einführung
2. García Lorca in der internationalen Wissenschaft
3. Der biographische Hintergrund
3.1 Zum Leben des Autors
3.2 Lorca und die Kultur der Homosexualität
4. Das historische Geschehen
4.1 Spanien zur Zeit Lorcas: Der spanische Bürgerkrieg, die Zweite Republik, Franco
4.2 Die patriarchalische Gesellschaftsordnung und das bäuerliche Leben
5. Das Theater in Spanien und bei Lorca
5.1 Das spanische Theater zu Lorcas Zeit
5.2 Das Werk des Autors in der europäischen Theaterlandschaft zu Beginn des 20. Jh.
5.3 Elemente des Traditionellen in García Lorcas Theater
5.4 Klassifizierung des Lorcaschen Theaters
5.5 Zwischenresümee
6. Werkanalyse von Bluthochzeit, Yerma und Bernarda Albas Haus
6.1 García Lorcas Begriff der Gesellschaftskritik
6.2 Bluthochzeit, Yerma, Bernarda Albas Haus – Allgemeine Merkmale
6.3 Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte und zu den ersten Inszenierungen
6.3.1 Bluthochzeit
6.3.2 Yerma
6.3.3 Bernarda Albas Haus
6.4 Rückbezüge zur antiken Tragödie sowie zum Theater des Goldenen Zeitalters in Lorcas Trilogie
6.5 Inhalt
6.5.1 Bluthochzeit
6.5.2 Yerma
6.5.3 Bernarda Albas Haus
6.6 Werkaufbau
6.6.1 Bluthochzeit
6.6.2 Yerma
6.6.3 Bernarda Albas Haus
6.7 Die verwendete Sprache und die lyrischen Elemente
6.7.1 Bluthochzeit
6.7.2 Yerma
6.7.3 Bernarda Albas Haus
6.8 Die Figuren und ihre Bedeutung
6.8.1 Bluthochzeit
6.8.2 Yerma
6.8.3 Bernarda Albas Haus
6.9 Bluthochzeit, Yerma und Bernarda Albas Haus – García Lorcas Kritik an gesellschaftlichen Konstrukten
6.9.1 Bluthochzeit
6.9.2 Yerma
6.9.3 Bernarda Albas Haus
7. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit untersucht die gesellschaftskritischen Tendenzen im dramatischen Schaffen von Federico García Lorca, indem sie die drei Werke Bluthochzeit, Yerma und Bernarda Albas Haus analysiert. Das Hauptziel ist der Nachweis, dass Lorca durch die Thematisierung der Unterdrückung von Frauen, Menschen in prekären Lebenslagen oder abweichender sexueller Identität eine scharfe Kritik an den sozialen Missständen und den erstarrten Moralvorstellungen des Spaniens seiner Zeit übte, wobei er sein Theater als Instrument der sozialen Aktion einsetzte.
6.9.1 Bluthochzeit
Der Titel des Stückes Bluthochzeit verweist auf den von Lorcas thematisierten Topos einer tragisch endenden arrangierten Hochzeit, deren Zweck es ist, die Ländereien der Familie der Braut und der des Bräutigams zusammenzulegen (Vater: „Das Meine gehört ihr und das Deine ihm. Darum. Um alles zusammen zu sehen; denn alles zusammen ist eine Pracht.“ Bräutigam: „Und machte weniger Arbeit.“531). Gegenseitige Zuneigung steht im Vergleich zu materiellen Interessen und dem Fortbestehen der Familie im Hintergrund. Diesen Bestrebungen haben sich alle Familienmitglieder unterzuordnen.
Lorcas Kritik an der Praxis der Zweckehen wird deutlich in der Art und Weise, wie die Mutter und der Vater über den sexuellen Akt sprechen. Hierbei wird der Eindruck erweckt, als sollten Zuchttiere miteinander gepaart werden (Mutter: „Mein Sohn wird sie gut decken.“532). Sexualität ist dabei zielgerichtet auf das möglichst schnelle Zeugen von Nachkommen, da diese zur Bewirtschaftung des Landes nötig sind (Vater: „Ich wünschte, das wäre Angelegenheit eines Tages und sie hätten sofort zwei oder drei Männer.“533). Der erotische Akt des sinnlichen Genusses wegen wird ausgeblendet. Ebenso wird die Braut wie eine Ware gehandelt, deren vom Vater angepriesenen Vorzüge denen einer Bediensteten gleichen (Vater: „...Sie backt das Brot um drei Uhr [...]. Sie schwatzt nie; sie ist sanft und weich wie Wolle, stickt alle Arten von Stickerei und kann einen Hanfstrick mit den Zähnen durchbeißen.“534).
Das Einverständnis zur Hochzeit mit dem Bräutigam wurde von der Braut, die nun bei der Besiegelung der Vermählung nicht dabei ist und demzufolge kein Mitsprachrecht mehr genießt, aus persönlichem Stolz und der Pflichterfüllung gegenüber ihrer Familie gegeben, da der Vater eine Zusammenschließung der Ländereien und Vermehrung des Besitzes wünscht (Vater: „...Ich bedauere nur, dass die Äcker[...] getrennt sind. Ich liebe alles zusammen. Einen Stachel habe ich im Herzen, und das ist das Gärtchen da, zwischen meinen Feldern, das sie mir um alles Gold in der Welt nicht verkaufen wollen.“535). Somit wird die Hochzeit zum Kauf.
1. Einführung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung nach den gesellschaftskritischen Tendenzen in Lorcas dramatischem Werk und erläutert die Auswahl der Stücke Bluthochzeit, Yerma und Bernarda Albas Haus als Trilogie der spanischen Erde.
2. García Lorca in der internationalen Wissenschaft: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über den Forschungsstand und beleuchtet die verschiedenen Interpretationsansätze, die sich von biografischen über mythologische bis hin zu sozio-kritischen Analysen erstrecken.
3. Der biographische Hintergrund: Die biografischen Aspekte, insbesondere Lorcas liberales Elternhaus, seine Homosexualität und sein Gerechtigkeitssinn, werden als fundamentale Einflüsse auf seine sozialkritische Perspektive dargestellt.
4. Das historische Geschehen: Hier wird die politische und soziale Lage Spaniens zur Zeit Lorcas, einschließlich der Dominanz des Katholizismus, der patriarchalischen Struktur und der wirtschaftlichen Not, analysiert.
5. Das Theater in Spanien und bei Lorca: Dieses Kapitel untersucht Lorcas Bedeutung als Theatermacher, sein Engagement im Wandertheater "La baracca" und die Einordnung seines Werkes in die europäische Theaterlandschaft.
6. Werkanalyse von Bluthochzeit, Yerma und Bernarda Albas Haus: In diesem zentralen Analyseteil werden die dramaturgischen Mittel, die Symbolik und die spezifische Gesellschaftskritik in den drei Stücken im Detail herausgearbeitet.
7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die Hypothese, dass Lorcas Dramen eine tiefgehende Auseinandersetzung mit real existierenden sozialen Missständen darstellen, die über ihre historische Entstehungszeit hinaus Gültigkeit besitzen.
Federico García Lorca, Bluthochzeit, Yerma, Bernarda Albas Haus, Gesellschaftskritik, Patriarchat, Katholizismus, Homosexualität, soziale Kontrolle, Spanien, Dramentheorie, Unterdrückung, Geschlechterrollen, Tragödie, bäuerliche Lebenswelt.
Die Magisterarbeit untersucht das dramatische Schaffen von Federico García Lorca unter dem Aspekt der Gesellschaftskritik, insbesondere anhand der "Trilogie der spanischen Erde".
Die zentralen Themen sind das Patriarchat, die Rolle des Katholizismus in Spanien, die Unterdrückung der Frau, die Bedeutung der persönlichen Homosexualität des Autors für sein Werk sowie die soziale Kontrolle in dörflichen Gemeinschaften.
Ziel ist es nachzuweisen, dass Lorcas Dramen keine bloßen fantastischen oder rein ästhetischen Konstrukte sind, sondern eine intensive Auseinandersetzung mit real herrschenden Missständen im zeitgenössischen Spanien widerspiegeln.
Die Arbeit nutzt eine werkanalytische Methode, eingebettet in einen literatur- und theaterwissenschaftlichen Kontext, ergänzt durch die historische und biografische Einordnung der Werke.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung biografischer und historischer Kontexte, die Einordnung in die zeitgenössische Theaterlandschaft und eine detaillierte Werkanalyse der drei genannten Dramen hinsichtlich Sprache, Figuren, Aufbau und Kritik an gesellschaftlichen Konstrukten.
Sozialkritik, Patriarchat, Geschlechterrollen, traditionelle Wertvorstellungen und die "Trilogie der spanischen Erde" sind die definierenden Begriffe.
Die Arbeit sieht in der persönlichen Erfahrung Lorcas als gesellschaftlich stigmatisierte Person einen wesentlichen Antrieb für sein Verständnis und seine Solidarität mit anderen unterdrückten Personengruppen wie Frauen oder Armen.
Die Frau wird in den untersuchten Dramen als eine durch gesellschaftliche Konventionen, Religion und das "Haus" isolierte und unterdrückte Figur analysiert, deren Bedürfnisse der Aufrechterhaltung patriarchaler Machtstrukturen geopfert werden.
Es wird als dramatisch vollkommenstes Bühnenwerk Lorcas betrachtet, da es in seiner konsequenten, fast naturalistischen Umsetzung und der Reduktion lyrischer Elemente die erdrückende soziale Realität besonders unmittelbar greifbar macht.
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