Diplomarbeit, 2004
74 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definitionen
2.2 Notwendigkeit staatlicher sozialer Sicherung
2.3 Das staatliche System sozialer Sicherung in Europa
2.3.1 Gestaltungsgrundsätze
2.3.2 Modelltypen sozialer Sicherung
3 Soziale Sicherungssysteme in Afrika
3.1 Existierende Systeme
3.1.1 Staatliche Sicherungssysteme
3.1.2 Selbstorganisierte Sicherungssysteme
3.2 Einflussfaktoren auf das Niveau sozialer Sicherung
3.3 Die Gefährdung traditioneller Sicherung
3.3.1 Ursachen
3.3.1.1 Urbanisierung
3.3.1.2 AIDS
3.3.2 Der Status der Frau in Afrika
3.4 Selbsthilfeaktivitäten der Zivilgesellschaft
3.4.1 Fallbeispiele
3.4.1.1 Frauenorganisationen in Tansania
3.4.1.2 Gemeindebasierte Krankenversicherungen im Senegal
3.4.2 Exkurs: Zur Bedeutung von NROs - eine kritische Betrachtung
4 Der Beitrag der deutschen EZ zur Sozialen Sicherung
4.1 Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit
4.2 Soziale Sicherung in der bilateralen staatlichen EZ
4.2.1 Programmatik
4.2.2 Kooperationsländer
4.2.3 Finanzielle Leistungen
5 Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert die komplexe Situation der sozialen Sicherung in der Region Subsahara-Afrika. Das primäre Ziel besteht darin, die Stärken und Schwächen existierender Sicherungssysteme darzustellen, maßgebliche Einflussfaktoren zu identifizieren sowie Gefährdungen und Lösungsansätze zu beleuchten, um die soziale Sicherung langfristig zu fördern.
3.1.2 Selbstorganisierte Sicherungssysteme
Traditionelle Sicherungssysteme sind private Solidaritätsnetze (Solidargemeinschaften), von denen in Afrika ca. 90 % der Bevölkerung abhängen. Sie stützen sich im Wesentlichen auf die Zugehörigkeit zur Familie, Verwandtschaft, Nachbarschaft, Alters- oder Berufsgruppe und sind häufig lokal auf eine bestimmte Ethnie oder Bevölkerungsgruppe begrenzt. Die vorherrschende Wirtschaftsform der traditionellen Gesellschaften, für die diese Absicherungsformen charakteristisch sind, ist die agrarische Subsistenzproduktion.
Geprägt von Religion und Spiritualität wird durch soziale Normen geregelt, wer welche Leistungen für den Schutz von Alten, Kranken, Waisen, Witwen und anderen Notleidenden zu erbringen hat. Wichtige Prinzipien, die das Handeln bzw. die Umverteilung bestimmen sind Solidarität und Reziprozität, wobei "traditionelle Solidarität" ein System gegenseitiger Hilfe und Unterstützung und ein Netz von Austauschbeziehungen (verstanden als ein Prozess von Geben, Empfangen und Erwidern) innerhalb von Gemeinschaften beschreibt, das die Existenz des Individuums und der Gemeinschaft sichern helfen soll. Zu erwähnen ist, dass die Bedeutung traditioneller Sicherungsformen über die rein ökonomische Wertigkeit hinausgeht. So berichtet KLOCKE-DAFFA, dass auch dort Austauschbeziehungen beibehalten werden, wo wirtschaftliche Notwendigkeit nicht mehr gegeben ist, denn "Aufrechterhaltung der sozialen Kommunikation und sein Ansehen als verantwortungsbewusster Geber" bestimmen auch soziale Zugehörigkeit und Identität des Einzelnen.
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz und Komplexität der sozialen Sicherung in Entwicklungsländern im Vergleich zu Industrienationen sowie Definition der zentralen Forschungsfragen.
2 Theoretische Grundlagen: Darlegung wichtiger Begriffsdefinitionen, die Notwendigkeit staatlicher Sicherung und eine Erläuterung der europäischen Systeme.
3 Soziale Sicherungssysteme in Afrika: Umfassende Analyse staatlicher sowie selbstorganisierter (traditioneller und moderner) Sicherungsformen unter Berücksichtigung spezifischer Einflussfaktoren wie Urbanisierung und AIDS.
4 Der Beitrag der deutschen EZ zur Sozialen Sicherung: Untersuchung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und deren Ansätze, Schwerpunkte und Kooperationsländer bei der Förderung sozialer Sicherheit.
5 Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse über die Stärken, Schwächen und Herausforderungen der verschiedenen Sicherungssysteme sowie ein persönliches Fazit zur Relevanz der Thematik.
Soziale Sicherung, Subsahara-Afrika, Armutsbekämpfung, Traditionelle Sicherung, Informeller Sektor, Entwicklungszusammenarbeit, HIV/AIDS, Urbanisierung, Solidaritätsprinzip, Reziprozität, Frauenspezifische Risiken, Krankenversicherung, Selbsthilfe, Existenzminimum, Soziale Sicherheit.
Die Arbeit untersucht das System der sozialen Sicherung in der Region Subsahara-Afrika, insbesondere im Hinblick auf den Kontrast zwischen traditionellen Solidaritätsnetzen und staatlichen oder modernen Sicherungsansätzen.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen der sozialen Sicherung, die Analyse afrikanischer Sicherungssysteme, die Gefährdungen durch Urbanisierung und HIV/AIDS sowie der Beitrag der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Das Ziel ist die Analyse der Situation der sozialen Sicherung in Subsahara-Afrika, um Stärken und Schwächen bestehender Systeme aufzuzeigen und Möglichkeiten zu identifizieren, wie soziale Sicherung gefördert werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer systematischen Auswertung vorhandener Daten zu sozialen, ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen in den untersuchten Ländern.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsaufnahme existierender Sicherungssysteme, die Untersuchung von Einflussfaktoren wie dem Status der Frau, die Rolle der Zivilgesellschaft sowie die Einordnung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Wichtige Begriffe sind Soziale Sicherung, Subsahara-Afrika, Informeller Sektor, Entwicklungszusammenarbeit, HIV/AIDS und die Bedeutung traditioneller Solidargemeinschaften.
Die Epidemie führt zu einer drastischen Belastung, da sie die erwerbsfähige Generation dezimiert, Waisenkinder ihre Haushalte selbst führen müssen und Ressourcen in die Pflege von Kranken statt in die produktive Arbeit fließen.
Es beeinflusst den Rechtsstatus der Geschlechter und schafft Unsicherheiten bei Eigentums- und Landrechten, was bei einer Verwitwung häufig zur Enteignung und Verarmung der Frauen führt.
Organisationen wie KIWAKKUKI und WLAC bieten dort Hilfe an, wo staatliche Systeme versagen, etwa durch Rechtsberatung für Witwen oder durch Fonds zur Finanzierung von Kleinkrediten in Notlagen.
Die Arbeit stuft die Vorhaben der bilateralen staatlichen EZ als niedrig ein; der Fokus liegt derzeit eher auf Grundbildung und Basisgesundheitsvorsorge als auf dem Aufbau formeller Versicherungssysteme.
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