Masterarbeit, 2007
126 Seiten, Note: 1.5
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Erkenntnisinteresse
1.2 Fragestellung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Nordirland
2.1 Nordirland seit 1921 bis zur Eskalation des Konflikts
2.2 Der Konflikt
2.3 Die zweigeteilte nordirische Gesellschaft
2.4 Die Konfliktparteien
2.4.1 Nationalismus
2.4.2 Republikanismus
2.4.3 Unionismus
2.4.4 Loyalismus
2.4.5 Die Parteien
2.4.5.1 Nationalistische Parteien
2.4.5.2 Unionistische Parteien
2.4.6 Die paramilitärischen Organisationen
2.4.6.1 Republikanische paramilitärische Organisationen
2.4.6.2 Loyalistische paramilitärische Organisationen
2.4.6.3 Der unterschiedliche Charakter der Kriegsführung
3. Medien
3.1. Mediensysteme des Vereinigten Königreichs und Irlands
3.2 Nordirische Zeitungen
3.2.1 Belfast Telegraph
3.2.2 Irish News
3.2.3 News Letter
3.3 Zeitungen ausserhalb Nordirlands – Irish Times (Dublin) und The Times (London)
3.4 Interessen geleitete Berichterstattung über den Nordirlandkonflikt
4. Frames und Framing
4.1 Nachrichtenwerttheorie
4.2 Framing und die Gatekeeper-Perspektive
4.3 Der Framing-Ansatz und seine Ähnlichkeiten zur Nachrichten-Bias-Forschung
4.4 Die Verbindungen von Framing zu Agenda-Setting
4.5 Framing und Priming
4.6 Die unterschiedlichen Frame-Ebenen
5. Framing in der Konfliktkommunikation
5.1 Induktiv-qualitative Frame-Identifikation
5.2 Deduktiv-quantitative Frame-Identifikation
5.2.1 Framing der Partizipation des deutschen Militärs am Kosovo-Krieg (Eilders/Lüter 2000)
5.2.2 Framing der Nato Luftangriffe im Kosovo (Yang 2003)
5.2.3 Framing des Krieges gegen den Terrorismus – nach dem 11. September (Ryan 2004)
5.2.4 Framing des Irakkriegs I (Dimitrova/Strömbäck 2005)
5.2.5 Framing des Irakkriegs II (Dimitrova/Kaid/Williams/Trammell 2005)
5.2.6 Framing von Konflikten – lokal und international (Kim/Lee/Maslog 2006)
5.3 Induktiv-quantitative Frame-Identifikation
5.4 Probleme der Vergleichbarkeit
6. Methode
6.1 Untersuchte Ereignisse
6.1.1 „Miami Showband Killings“ und „Bayardo Bar Bombing“
6.1.2 „Shankhill Road Bombing“ und „Greysteel Murders“
6.2 Sample
6.3 Codebuch
6.4 Operationalisierung
7. Auswertung
7.1 Die identifizierten Frames
7.2 Die Zusammenhänge zwischen Frames, Zeitungen und Ereignissen
7.2.1 Hypothese 1
7.2.2 Hypothese 2
7.2.3 Hypothesen 3a und 3b
7.2.4 Hypothesen 4a und 4b
7.2.5 Hypothesen 5a und 5b
7.2.6 Hypothese 6
7.2.7 Hypothese 7
7.2.8 Hypothese 8
8. Interpretation
9. Fazit
Die Arbeit untersucht die mediale Berichterstattung über vier bedeutende Anschläge des Nordirlandkonflikts, um mittels einer Framing-Analyse zu ermitteln, ob und wie sich Zeitungen aus dem Vereinigten Königreich und Irland in ihrer Darstellung derselben Ereignisse unterscheiden. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie ideologische Prägungen der Zeitungen die Inszenierung der Ereignisse beeinflussen.
1. Einleitung
Der Nordirlandkonflikt, ein Krieg zwischen den Ethnien, der 1969 eskalierte und fast 30 Jahre dauerte, ist aufgrund des gewaltsamen Widerstands eines Teils der katholischen Bevölkerung Nordirlands entbrannt, und hat mehr als 3000 Personen das Leben gekostet. Der Konflikt war geprägt durch die Gewalt der paramilitärischen Organisationen beider Seiten und von unterschiedlichen Ansichten über die Zugehörigkeit Nordirlands zum Vereinigten Königreich. Als Folge des Konflikts gab und gibt es in Nordirland wenige gemischt-konfessionelle Wohngebiete; die Mitglieder der verschiedenen Konfessionen (Protestanten, Katholiken) lesen im Regelfall ihre (nationale) Zeitung, welche das Geschehen im Sinne der eigenen Gemeinschaft abbildet. Daneben gibt es eine dritte nationale Zeitung, der „Belfast Telegraph“, welche sich bemüht, neutraler zu berichten und deshalb auch (eher) eine Leserschaft hat, welche sich aus Katholiken und Protestanten zusammensetzt.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der (Zeitungs-)Berichterstattung über den Nordirlandkonflikt in den drei nationalen Zeitungen Nordirlands („Irish News“, „News Letter“, „Belfast Telegraph“) sowie in der irischen „Irish Times“ und der englischen „The Times“ im Allgemeinen und den der Berichterstattung zugrunde liegenden Frames über ausgewählte Ereignisse im Speziellen. Nach Kenntnis des Autors gibt es bisher keine Arbeit, welche Frames der Berichterstattung über den Nordirlandkonflikt untersucht hätte. Bei den untersuchten Ereignissen handelt es sich um zwei Racheaktionen – 4 Ereignisse – mit jeweils vertauschten Rollen der am Konflikt beteiligten Seiten des paramilitärischen Kampfes (siehe Kapitel 2.4). Die ersten beiden Ereignisse stammen aus dem Jahr 1975, die zweiten zwei aus dem Jahr 1993. Aufgrund der unterschiedlichen Blattlinien der verschiedenen Zeitungen – insbesondere den nordirischen Zeitungen – wird erwartet, dass dieselben Ereignisse sehr unterschiedlich inszeniert wurden und zwar jeweils in Übereinstimmung mit ihrer Sicht und Ideologie, respektive jener Ihrer Leserschaft.
1. Einleitung: Beschreibt den Nordirlandkonflikt und das Ziel der Arbeit, die mediale Berichterstattung mittels einer Framing-Analyse zu untersuchen.
2. Nordirland: Detaillierter historischer Überblick über die Ursprünge, Eskalation und Akteure des Konflikts bis zum Karfreitagsabkommen.
3. Medien: Analyse der Mediensysteme und der spezifischen Profile der untersuchten Zeitungen in Nordirland, Irland und Großbritannien.
4. Frames und Framing: Theoretische Fundierung des Framing-Ansatzes und dessen Abgrenzung zu verwandten medienwissenschaftlichen Theorien.
5. Framing in der Konfliktkommunikation: Diskussion relevanter empirischer Studien zur Frame-Identifikation in Konfliktkontexten und methodische Vorbereitung.
6. Methode: Darstellung des methodischen Vorgehens, einschließlich der Auswahl der Ereignisse, der Erstellung des Codebuchs und der Operationalisierung.
7. Auswertung: Präsentation der empirischen Ergebnisse und statistische Prüfung der aufgestellten Hypothesen zu den Framing-Unterschieden.
8. Interpretation: Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse im Kontext der theoretischen Erwartungen und der ideologischen Ausrichtung der Medien.
9. Fazit: Abschließende Reflexion der Arbeit und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Nordirlandkonflikt, Framing-Analyse, Journalismus, Medienberichterstattung, PIRA, Loyalismus, Nationalismus, Inhaltsanalyse, Konfliktkommunikation, Zeitungen, politische Ideologie, Framing-Ansatz, Medienwirkung, Nachrichtenwerttheorie, Nordirland.
Die Arbeit untersucht, wie fünf Zeitungen aus Irland und dem Vereinigten Königreich über den Nordirlandkonflikt und spezifische Gewaltereignisse berichteten und ob sich dabei unterschiedliche "Frames" (Denkmuster) identifizieren lassen.
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des Nordirlandkonflikts, die Analyse der Mediensysteme und Blätter der beteiligten Regionen sowie die theoretische Aufarbeitung des Framing-Begriffs.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Zeitungen Ereignisse in Übereinstimmung mit ihrer politischen Ideologie und den Interessen ihrer Leserschaft unterschiedlich inszenieren.
Es wird eine inhaltsanalytische Framing-Analyse durchgeführt, wobei Frames induktiv aus dem Material abgeleitet und anschließend quantitativ auf das gesamte Sample (418 Artikel) angewendet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische und ideologische Einordnung der Konfliktparteien und Medien, eine theoretische Diskussion von Framing, eine Zusammenfassung vergleichbarer Studien sowie die methodische Beschreibung und Auswertung der Daten.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Framing-Analyse, Nordirlandkonflikt, Medienberichterstattung, Konfliktkommunikation und die verschiedenen paramilitärischen Akteure charakterisiert.
Die Auswahl erfolgte nach einer quasi-experimentellen Logik: Es handelt sich um Racheanschläge, bei denen die Rollen von Täter und Opfer vertauscht waren, um so die Frame-Unterschiede bei vergleichbaren Gewaltakten besser isolieren zu können.
Die Analyse zeigt, dass auswärtige Qualitätszeitungen wie "The Times" oder die "Irish Times" oft einheitlichere, staatstragende Repressions-Frames verwendeten, während nordirische Zeitungen stärker von ihrer jeweiligen ideologischen Leserschaft und deren Konfliktbetroffenheit geprägt waren.
Die Verwendung des Terrorismus-Begriffs erwies sich als inkonsistent; er wurde von Journalisten entgegen seiner ursprünglichen Bedeutung oft als allgemeine Bezeichnung für paramilitärische Gewalt gegen Zivilisten unabhängig von der politischen Seite verwendet.
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