Examensarbeit, 2006
80 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Jugendstil in seiner Erscheinungsform
2.1 Zeitliche Einordnung
2.2 Historische Entwicklung
2.3 Entwicklung auf regionaler Ebene
2.3.1 Die Arts and Crafts–Bewegung in England
2.3.2 Japonismus
2.3.3 Art Nouveau in Frankreich
2.3.4 Entwicklung in Deutschland
2.3.4.1 München
2.3.4.2 Berlin
2.3.4.3 Darmstadt
2.4 Kennzeichen und Programmatik
3 Form- und Farbgebung der Innenraumgestaltung
3.1 Ornamentik
3.2 Möbel
3.2.1 England
3.2.2 Frankreich
3.2.3 Deutschland
3.3 Das Kunstglas
3.4 Tapeten
3.5 Geschichte des Wandanstrichs
3.5.1 Die Kalkfarbe
3.5.2 Die Leimfarbe
3.5.3 Die Ölfarbe
3.5.4 Die Wasserglas–Farbe
3.6 Farben im Jugendstil
4 Berliner Treppenhäuser im Jugendstil
4.1 Treppenhaus in der Bölschestraße 84 in Berlin–Köpenick
4.2 Treppenhaus in der Ahornallee 32 in Berlin–Köpenick
4.3 Treppenhaus in der Tucholskystraße 38 in Berlin–Mitte
4.4 Treppenhaus in der Greifenhagener Straße 57 in Berlin-Prenzlauer Berg
5 Fazit
Das Hauptziel dieser wissenschaftlichen Hausarbeit ist es, den Jugendstil als eigenständige und bedeutende Stilrichtung zu erfassen, die in verschiedenen Bereichen der Kunst und des Handwerks grundlegende Neuerungen hervorbrachte. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie sich die spezifische Form- und Farbgebung des Jugendstils in der Gestaltung von Innenräumen manifestierte und welche Rolle die zeitgenössische Kunst- und Kulturreform dabei spielte.
Die Arts and Crafts–Bewegung in England
Die folgenden Ausführungen zur Arts and Crafts–Bewegung in England basieren vor allem auf dem Buch „Jugendstil. Ursprünge, Parallelen, Folgen“ von Karl Eschmann.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Großbritannien zu einer der mächtigsten Nationen der Welt. Technisch und wirtschaftlich führte Großbritannien neben den USA den westlichen Kulturkreis ins Maschinenzeitalter. Das Großbürgertum wurde immer wohlhabender.
Das schnelle Wachstum der Industrie führte zu einer Vielzahl an geschmacklosen Produkten, da sie keine ästhetische Tradition besaß und sowohl die Möbelherstellung als auch das Kunstgewerbe mechanisierte. In der industriellen Fertigung wurden Stile nachgeahmt und vervielfältigt.
Diese Entwicklung führte zu einer Protestbewegung, angeführt von John Ruskin und William Morris. Sie verlangten eine Abkehr von den überladenen und unzeitgemäßen Repräsentations–Stilen und sprachen sich für handwerklich solide, dem praktischen Zweck angepasste Bauten und entsprechendes Mobiliar aus. Das Dekor sollte allenfalls nur das Funktionelle betonen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Jugendstils ein, der als ästhetisches Programm in Abgrenzung zum Historismus betrachtet wird, und skizziert den weiteren Aufbau der Arbeit.
2 Jugendstil in seiner Erscheinungsform: Dieses Kapitel behandelt die zeitliche und historische Entwicklung der Stilrichtung unter Einbeziehung regionaler Zentren wie England, Frankreich und Deutschland sowie der zugrunde liegenden Programmatik.
3 Form- und Farbgebung der Innenraumgestaltung: Hier werden die wesentlichen Gestaltungselemente des Jugendstils, wie Ornamentik, Möbelbau, Glaskunst, Tapetengestaltung und Anstrichtechniken, detailliert analysiert.
4 Berliner Treppenhäuser im Jugendstil: Anhand von vier ausgewählten Fallbeispielen in Berlin wird die praktische Umsetzung der Jugendstil-Farb- und Formgebung in Treppenhäusern veranschaulicht.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, wie der Jugendstil durch seine schöpferische Kraft und die Integration von Funktionalität die Innenraumgestaltung nachhaltig veränderte.
Jugendstil, Innenraumgestaltung, Kunstgewerbe, Ornamentik, Gesamtkunstwerk, Arts and Crafts, Art Nouveau, Wandmalerei, Leimfarbe, Farbgebung, Berliner Treppenhäuser, Henry van de Velde, William Morris, Architektur, Kunstglas
Die Arbeit untersucht den Jugendstil als eigenständige Kunstepoche und analysiert dessen Einfluss auf die Innenraumgestaltung, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Form- und Farbgebung liegt.
Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung des Jugendstils in Europa, die kunsttheoretische Programmatik, spezifische handwerkliche Disziplinen wie Glas- und Möbelkunst sowie die Untersuchung historischer Wandgestaltungstechniken.
Ziel ist es, den Jugendstil als herausragende Stilrichtung zu begreifen, die weit über dekorative Aspekte hinaus in Kunst und Handwerk wegweisende Neuerungen einführte und eine neue Einheit von Kunst und Leben anstrebte.
Die Autorin kombiniert eine fundierte Literaturrecherche zur theoretischen Herleitung mit einer empirischen Analyse vor Ort, inklusive einer Farbbestimmung mittels RAL Design System an Berliner Objekten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende theoretische Einordnung des Jugendstils und eine detaillierte Analyse der gestalterischen Komponenten (Ornamentik, Möbel, Glas, Farben) sowie der praktischen Anwendung in ausgewählten Treppenhäusern.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Gesamtkunstwerk, Ornamentik, Funktionalität, Kunstgewerbe, Farbbestimmung und Denkmalpflege.
Die Treppenhäuser dienen als authentische Zeugnisse der Zeit, anhand derer die Autorin die angewandte Farbgestaltung, den dekorativen Anspruch und die restauratorische Herausforderung im Jugendstil anschaulich demonstrieren kann.
Dies ist notwendig, um die technische Seite der dekorativen Wandgestaltung im 19. Jahrhundert zu verstehen, da sich die Wahl der Farbmittel maßgeblich auf die Ästhetik und Beständigkeit der Jugendstil-Interieurs auswirkte.
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