Diplomarbeit, 2008
86 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Der deutsche Pharmamarkt
2. 1. Unterschiede Konsumgüter- zu Arzneimittelmarkt
2. 2. Systematik der Arzneimittelversorgung
2. 3. Akteure des Gesundheitsmarkts
2. 3. 1. Die pharmazeutische Industrie
2. 3. 2. Ärzte
2. 3. 3. Krankenversicherungen
2. 3. 4. Patienten
2. 3. 5. Großhändler
2. 3. 6. Öffentliche Apotheken
3. Veränderungen im Pharma-Marketing
3. 1. Veränderungen im Gesundheitsmarketing
3. 2. Werbung für Arzneimittel
3. 3. Der Patient als Kunde
4. Konzept des Patient-Relationship-Management
4. 1. Systematik eines PRM-Konzepts
4. 2. Patientensegmentierung
4. 3. Patientenwertermittlung und -analyse
4. 4. Patientenbearbeitung
4. 4. 1. Segmentspezifische Patientenbehandlung
4. 4. 2. Lebenszyklusspezifische Patientenbearbeitung
4. 4. 2. 1. Akquisitionsphase
4. 4. 2. 2. Bindungsphase
4. 4. 2. 3. Rückgewinnungsphase
4. 5. Patientendatenmanagement
5. Adaption der Erkenntnisse des PRM auf den Marketing-Mix
5. 1. Allgemeine Darstellung des Marketing-Mix der Pharmabranche
5. 2. Produkt- und Programmpolitik
5. 2. 1. Patientenorientierte Innovationspolitik
5. 3. Preispolitik
5. 4. Kommunikationspolitik
5. 4. 1. Klassische Instrumente der Pharmakommunikation
5. 4. 2. e-Patient Relationship Management
5. 5. Distributionspolitik
5. 6. Die öffentliche Apotheke als Bindeglied
6. Kritische Auseinandersetzung
6. 1. Bedeutung des PRM-Konzepts für die pharmazeutische Industrie
6. 2. Bedeutung des PRM-Konzepts für die sonstigen Gesundheitsmarktakteure
7. Fazit
Die Arbeit untersucht das Konzept des Patient-Relationship-Management (PRM) als strategische Antwort der pharmazeutischen Industrie auf ein sich wandelndes Marktumfeld. Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Pharmaunternehmen über das klassische Arztmarketing hinaus durch eine direktere Patientenansprache eine höhere Compliance und Kundenbindung erzielen können, um den Herausforderungen durch zunehmenden Wettbewerb und restriktive gesundheitspolitische Rahmenbedingungen zu begegnen.
3. 3. Der Patient als Kunde
Das in Abschnitt 2.3.4 immer stärker werdende Patienten "Empowerment", d.h. die Eigenverantwortung der Patienten für Ihre Gesundheit und deren Kosten, ist in einigen anderen Ländern bereits Realität. Die Schlüsselposition des Patienten als letzte Entscheidungsinstanz über Beginn, Fortführung und Beendigung einer Therapie wurde dort bereits erkannt. Während der Patient im OTC-Bereich direkten Einfluss auf die Produktselektion nehmen kann entscheidet er im Rx-Bereich (d.h. im Bereich der verschreibungspflichtigen Produkte) über die tatsächliche Einlösung des Rezepts in der Apotheke, trägt die alleinige Verantwortung für seine Compliance, die insbesondere bei Dauertherapien kritisch ist, und kann den Arzt mit der Bitte nach einem Alternativprodukt erneut aufsuchen. Dadurch haben sich in den vergangenen Jahren sowohl die Nachfrage des Patienten nach medizinischen Informationen als auch die Informationsbereitstellung der pharmazeutischen Unternehmen erhöht. Tabelle 2 zeigt die Ergebnisse einer in 2007 durchgeführten Studie zum Thema "Gesundheitstypen", die aufzeigt das ein großer Teil der Bevölkerung sich aktiv mit dem Thema Gesundheit auseinandersetzt und Maßnahmen zur Gesundheitserhaltung und -verbesserung aktiv in die Hand nimmt. Die Studie teilt je nach Eigenschaften die Patienten in "Bequeme", "Informierte", "Souveräne", "Desinteressierte", "Ängstliche" und "Nachlässige" Gesundheitstypen ein. Dabei machten die "Informierten" Patienten, d.h. die die sich aktiv mit gesundheitlichen Fragen auseinandersetzen mit 19% der Befragten den zweitgrößten Anteil aus.
Dies macht deutlich, das der Patient nicht mehr nur "akzeptiert", sondern aktiv mitbestimmender "Kunden" aller Marktbeteiligter im Gesundheitswesen ist, was wiederum zu einer Neubestimmung der Beziehungen und Verhaltensweisen im Gesundheitswesen führen muss. Der aufgeklärte Patient wird über neuartige Produkt- und Therapieangebote im Internet, in Zeitschriften oder durch Selbsthilfegruppen informiert. Dieses "Überangebot" führt dazu, das der Patient schneller dazu bereit ist, Therapie und Medikamente zu wechseln. Diesen neuen Anforderungen haben sich alle Partner im Gesundheitswesen anzupassen.
1. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt den Wandel der pharmazeutischen Industrie von einer forschungsorientierten Branche hin zu einem intensiven Verdrängungswettbewerb und etabliert die Notwendigkeit des Patient-Relationship-Management.
2. Der deutsche Pharmamarkt: Dieses Kapitel erläutert die Besonderheiten des deutschen Arzneimittelmarktes, insbesondere die Teilung der Nachfrage und die Rollen der zentralen Akteure wie Industrie, Ärzte, Krankenkassen, Großhandel und Apotheken.
3. Veränderungen im Pharma-Marketing: Das Kapitel beleuchtet den Paradigmenwechsel im Gesundheitsmarketing hin zur wachsenden Bedeutung des Patienten als informierter Kunde und mündiger Bürger, der zunehmend in den Mittelpunkt rückt.
4. Konzept des Patient-Relationship-Management: Hier werden die theoretischen Grundlagen des PRM-Konzepts, von der Segmentierung über die Wertermittlung bis hin zur lebenszyklusspezifischen Bearbeitung des Patienten, detailliert dargestellt.
5. Adaption der Erkenntnisse des PRM auf den Marketing-Mix: Dieses Kapitel zeigt die praktische Umsetzung des PRM-Konzepts innerhalb der klassischen Marketing-Instrumente, mit Fokus auf Produktpolitik, Preisgestaltung, Kommunikation und die Einbindung der Apotheken.
6. Kritische Auseinandersetzung: Die abschließende Auseinandersetzung bewertet die Vor- und Nachteile von PRM-Programmen für die Industrie sowie für die weiteren Akteure im Gesundheitsmarkt.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass PRM kein statisches Konzept, sondern ein lernendes System ist, welches die Industrie zur Einnahme einer aktiven Rolle als Therapiepartner befähigt.
Patient Relationship Management, Pharma-Marketing, Compliance, Patientenorientierung, Patient-Empowerment, Kundenbindung, Arzneimittelmarkt, Direktkommunikation, Gesundheitswesen, Patientenlebenszyklus, Patientenwertermittlung, e-Health, Therapietreue, Kundensegmentierung, Versorgungsqualität
Die Arbeit analysiert, wie Pharmaunternehmen das im Konsumgüterbereich bewährte Konzept des Customer Relationship Management (CRM) auf den speziellen Gesundheitsmarkt übertragen können, um eine stärkere Patientenbindung zu erreichen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Akteure im deutschen Pharmamarkt, dem Wandel zum mündigen Patienten ("Patient Empowerment") und der methodischen Umsetzung eines patientenzentrierten Beziehungsmarketings.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Segmentierung und individuelle Patientenansprache die Therapiecompliance verbessert und das Unternehmen als langfristiger Therapiepartner am Markt positioniert werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung des PRM-Konzepts, welches durch empirische Erkenntnisse aus Branchenstudien (z.B. Health Care Monitoring) und aktuelle Marketingansätze verknüpft wird.
Im Hauptteil wird der Marketing-Mix spezifisch für die Pharmabranche adaptiert, inklusive Strategien zur Patientenbearbeitung nach Lebenszyklusphasen und der Integration digitaler Instrumente wie e-Health und Web 2.0-Communities.
Zu den Kernbegriffen gehören Patient-Relationship-Management, Patienten-Empowerment, Compliance, Kundenbindung, Marktsegmentierung und Direct-to-Customer (DTC) Kommunikation.
Diese Regelung ermöglicht Apothekern den Austausch von verordneten Arzneimitteln gegen preisgünstigere Alternativen innerhalb einer Wirkstoffgruppe, wodurch sich der Vertriebsschwerpunkt zunehmend vom Arzt auf den Apotheker verschoben hat.
Das Internet fungiert als interaktives Medium, das dem Patienten ermöglicht, sich selbstständig zu informieren und in Gesundheits-Communities auszutauschen, was neue Chancen für personalisierte Kommunikation und "Database Marketing" bietet.
Da diese Patienten ihr Leben lang auf Therapie angewiesen sind, lässt sich für sie am besten ein Patientenlebenszyklus definieren, was eine gezielte Bearbeitung über verschiedene Phasen von der Akquisition bis zur Rückgewinnung ermöglicht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

