Diplomarbeit, 2005
97 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Ausgangssituation
2.1 Besonderheiten und Rechtfertigung von IV-Investitionen
2.2 Begriffsverwendung und -abgrenzung
2.3 Daten und Kennzahlen
2.4 Verbindung zum IV-Controlling
2.5 Schätzen und Risiko
2.6 Investitionstypen
2.7 Verschiedene Bewertungsmethoden
3 Die Balanced Scorecard
3.1 Die ursprüngliche Balanced Scorecard
3.1.1 Aufbau und Konzeption
3.1.2 Bewertung des BSC-Konzeptes
3.1.3 Ein einfaches Beispiel
3.2 Eignung für die Problemstellung
3.3 Die modifizierte Balanced Scorecard
3.3.1 Formulierungsprinzipien
3.3.2 Perspektiven
3.3.3 Zielformulierungen
3.3.4 Kennzahlen und ihre Primärdaten
3.3.5 Weitere Bewertungsbestandteile und Qualität von Software
3.3.6 Ursache-Wirkungsketten und ihre Fundierung
3.4 Zwischenfazit
4 Realoptionen
4.1 Grundlagen
4.2 Eignung für die Problemstellung
4.3 Anwendung bei IV-Investitionen
4.3.1 Bewertung mit der Black-Scholes-Formel
4.3.2 Primärdaten für Realoptionen
4.4 Zwischenfazit
5 Verknüpfung beider Bewertungsansätze
6 Prototypisches Rechenmodell
6.1 Allgemeine Hinweise
6.2 Unterschiede zwischen Schätzung und Nachrechnung
7 Fazit
Die Arbeit untersucht neuartige Ansätze zur Bewertung von Investitionen im Bereich der Informationsverarbeitung (IV), um die Kluft zwischen strategischen Zielen und operativen Kennzahlen zu überbrücken. Ziel ist die Entwicklung eines Bewertungssystems, das sowohl die Balanced Scorecard als auch Realoptionsmodelle kombiniert, um eine fundierte ex-ante Bewertung und ex-post Nachrechnung zu ermöglichen.
2.1 Besonderheiten und Rechtfertigung von IV-Investitionen
„Investieren ist die Kernfunktion jedes Wirtschaftens. Eine Investition ist eine Auszahlung, deren Verwertung Einzahlungen erwarten lässt, die Auszahlungen möglichst deutlich übersteigen“ [Ada97, S. 1].
Aus diesem Verständnis des Investitionsbegriffs lassen sich aus unternehmerischer Sicht zwei Aspekte herausstellen. Erstens ist es notwendig, Investitionen durchzuführen und zweitens müssen sie, um das Wirtschaftliche Fortbestehen zu gewährleisten, dahingehend beurteilt werden, ob das zukünftige Ergebnis¹ den Mitteleinsatz² rechtfertigt. Dies entspricht der Auffassung, dass ein Investitionsprojekt wertsteigernd sein soll und somit dem erwerbswirtschaftlichen Prinzip genügt.
Diese allgemeingültigen Aussagen sind auch für Investitionen im Bereich der Informationsverarbeitung anzuwenden. Es werden allerdings für den Begriff des Ergebnisses die allgemeinen Begriffe Nutzen und für Mitteleinsatz Kosten verwendet [Dob00]³.
Im Zusammenhang mit der IV ist es daher ebenso wie in allen anderen Bereichen notwendig, die Investitionsvorhaben zu beurteilen. [Dos91] fasst dies in folgender Feststellung zusammen: „Man muss sich immer fragen, ob die Investition gerechtfertigt ist.“
Dieser Beurteilungszwang ist insbesondere auf folgende Gründe zurückzuführen:
1. Investitionen in die IV konkurrieren zusammen mit Investitionsprojekten aus anderen Unternehmensbereichen um die knappen (finanziellen) Mittel bzw. personellen Ressourcen, die der Unternehmung zur Verfügung stehen [KaDi01].
2. Die Informationsverarbeitung durchdringt heutige Unternehmen immer stärker [Dob95]. In einigen Branchen stellt die IV sogar einen integralen Bestandteil der Unternehmung dar und ist untrennbar mit der Unternehmung verbunden [HoRi01]⁴.
Aufbauend auf dieser These bietet die IV auf der einen Seite die Chance, sich Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz zu sichern. In diesem Zusammenhang wird die IV von [Tew00] als „strategische Waffe“ bezeichnet.
1 Einleitung: Vorstellung der Problematik bei der Bewertung von IV-Investitionen und Definition der Ziele sowie der Struktur der Arbeit.
2 Ausgangssituation: Untersuchung der spezifischen Herausforderungen bei IV-Projekten sowie eine erste Einordnung der betriebswirtschaftlichen Bewertungsnotwendigkeiten.
3 Die Balanced Scorecard: Detaillierte Darstellung der BSC, ihrer Perspektiven, Kennzahlenbildung und deren Anwendung im IV-Kontext.
4 Realoptionen: Erläuterung der Optionspreistheorie und Anwendung zur Bewertung strategischer Handlungsspielräume bei IT-Investitionen.
5 Verknüpfung beider Bewertungsansätze: Zusammenführung der Konzepte zur Abbildung strategischer und operativer Komponenten in einem gemeinsamen System.
6 Prototypisches Rechenmodell: Beschreibung der praktischen Umsetzung des Bewertungskonzepts in einem Excel-basierten Modell.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der vorgestellten Instrumente und Ausblick auf die praktische Anwendbarkeit in Unternehmen.
IV-Investitionen, Balanced Scorecard, Realoptionen, IT-Controlling, Investitionsbewertung, Kennzahlen, Primärdaten, Black-Scholes-Formel, strategische Planung, Nutzwertanalyse, Unternehmenserfolg, Softwarebewertung, Wirtschaftlichkeitsrechnung, Projektcontrolling, Investitionstypen.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen Bewertung von Investitionen im Bereich der Informationsverarbeitung (IV) und wie diese sinnvoll in unternehmerische Entscheidungsprozesse integriert werden können.
Im Fokus stehen die Balanced Scorecard zur operativen und strategischen Steuerung sowie Realoptionsmodelle zur Bewertung von zukünftigen Wachstumschancen.
Das Ziel ist die Erstellung eines Bewertungssystems, das die Nachteile klassischer, rein monetärer Methoden ausgleicht, indem es qualitative und strategische Aspekte explizit einbezieht.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der mathematisch-ökonomischen Modellierung, ergänzt durch ein prototypisches Rechenmodell in Excel zur praktischen Veranschaulichung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Balanced Scorecard, die Anwendung der Optionspreistheorie auf IT-Investitionen sowie die Verknüpfung dieser Ansätze zur ganzheitlichen Bewertung.
Kernbegriffe sind IV-Investitionen, Balanced Scorecard, Realoptionen, IT-Controlling und die Integration von Primärdaten in Bewertungssysteme.
Sie wurde spezifisch um Perspektiven wie die „IV-Mitarbeiterperspektive“ oder „Sicherheitsperspektive“ ergänzt, um den besonderen Anforderungen von IT-Projekten gerecht zu werden.
Die Nachrechnung ermöglicht Lerneffekte und dient der Validierung der ursprünglich getroffenen Schätzungen, was für zukünftige Investitionsentscheidungen essenziell ist.
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