Masterarbeit, 2008
93 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung
2 Die Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungswesen
2.1 Kinder mit Migrationshintergrund – Begriffliche Klärung
2.2 Bildungsbeteiligung und Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
2.2.1 Der Elementarbereich
2.2.2 Der Primarbereich
2.2.3 Die Sekundarstufe
2.2.4 Die berufliche Bildung
2.3 Sprachkompetenzen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund – Begriffliche Klärung
3 Erklärungsansätze für die Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund
3.1 Individuumsbasierte Erklärungsansätze
3.1.1 Die kulturell-defizitäre Erklärung
3.1.2 Die humankapitaltheoretische Erklärung
3.2 Schulstrukturelle Erklärungsansätze
3.2.1 Die Erklärung durch Strukturdefizite des deutschen Schulsystems
3.2.2 Die Erklärung durch institutionelle Diskriminierung
4 Sprachstandsfeststellungsverfahren bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
4.1 Sprachstandsfeststellungsverfahren als Teil der pädagogischen Diagnostik
4.2 Typen von Sprachstandsfeststellungsverfahren
4.2.1 Standardisierte Testverfahren
4.2.2 Informelle Testverfahren
4.3 Beispiele für Sprachstandsfeststellungsverfahren
4.3.1 HAVAS-5
4.3.2 Sismik
4.3.3 Delfin 4
5 Intervention und Fördermaßnahmen zur Verringerung der Bildungsdiskrepanz
5.1 Schulexterne Förderung im Elementar- und Primarbereich am Beispiel des „Rucksack“-Projekts der RAA
5.1.1 Durchführung am Beispiel des Standortes der RAA Herne
5.1.2 Schlussfolgerungen
5.2 Schulexterne Förderung im Sekundarbereich am Beispiel des Projekts „Förderunterricht von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ der STIFTUNG MERCATOR GMBH
5.2.1 Durchführung am Beispiel des Standortes Essen
5.2.2 Schlussfolgerungen
5.3 Schulinterne Förderung am Beispiel der »Grundschule an der Michaelstraße« in Herne
5.3.1 Schulprofil
5.3.2 Fördermaßnahmen
5.3.3 Schlussfolgerungen
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Das zentrale Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Sprachkompetenzen, Diagnostik und erfolgreicher Integration im Bildungswesen aufzuzeigen sowie aktuelle Förderkonzepte kritisch zu analysieren.
3.1.1 Die kulturell-defizitäre Erklärung
Die Grundthese der kulturellen-defizitären Erklärung für den mangelnden Bildungserfolg von Schülern mit Migrationshintergrund lautet, dass sie aufgrund ihres kulturellen Erbes Defizite hinsichtlich dessen aufweisen, was als „Normalausstattung“ an Verhaltensweisen, Kenntnissen und Fähigkeiten vorausgesetzt wird, um die Institution der Bildung erfolgreich zu durchlaufen. Worin diese Defizite genau bestehen, variiert je nach Autoren. So forschte TRÄNHARDT nach den Ursachen für die konsistenten Unterschiede nach nationaler Herkunft und deklarierte beispielsweise als eine mögliche Ursache das unterschiedliche Verhalten der Eltern. So haben seiner Meinung nach Migranten spanischer und griechischer Herkunft schon sehr früh Eigeninitiative in der Frage der Beschulung ihrer Kinder in Deutschland entfaltet und sich in Vereinen organisiert. Solche Aktivitäten fand man kaum unter den italienischen und türkischen Migranten, obwohl sie von allen Einwanderern am längsten in der BRD leben. Auch BAUMERT äußerte sich diesbezüglich entsprechend:
„Ein weiterer Faktor, der sich als Indikator für die kulturelle Orientierung an der Aufnahmegesellschaft interpretieren lässt, ist die Verwendung der Verkehrssprache des Einwanderungslandes als wichtigen Aspekt der sozialen Integration von Migranten im Einwanderungsland. […]. Auffällig ist dabei vor allem die geringere Tendenz der türkischen Zuwanderer, in der Familie Deutsch zu sprechen. Der Anteil derjenigen, die dies tun, nimmt zwar mit der Aufenthaltsdauer zu, er ist jedoch deutlich kleiner als unter den Zuwanderern anderer Länder.“
Dies könnte seiner Meinung nach unter anderem mit der gesellschaftlichen Stellung der Mehrzahl der türkischen Migranten als Ausländer zusammenhängen sowie mit den damit verbundenen Bleibeperspektiven. Weiterhin könnten die differenziellen Sprachgewohnheiten auch dadurch bedingt sein, dass türkische Migranten möglicherweise häufiger in ethnisch segmentierten Gemeinden leben, in denen die Umgangssprache Türkisch ist. DIEFENBACH zitiert hierzu LEENEN ET. AL., die in ihren Forschungen herausfanden, dass türkische Migranten eine traditionelle Haltung dem Lernen und der Schule gegenüber haben, entsprechend derer die absolute Autorität der Lehrer in allen Fragen des schulischen Erfolges der Kinder selbstverständlich sei.
1 Einführung: Die Einleitung thematisiert die gesellschaftliche Relevanz der Integration durch Bildung und umreißt den Aufbau der Arbeit.
2 Die Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungswesen: Dieses Kapitel liefert eine Bestandsaufnahme der Bildungsbeteiligung und -erfolge unter Berücksichtigung verschiedener Bildungsstufen.
3 Erklärungsansätze für die Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund: Hier werden sowohl individuelle als auch strukturelle Gründe für schulische Misserfolge kritisch diskutiert.
4 Sprachstandsfeststellungsverfahren bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Dieser Abschnitt analysiert verschiedene diagnostische Verfahren und deren Einordnung in die pädagogische Diagnostik.
5 Intervention und Fördermaßnahmen zur Verringerung der Bildungsdiskrepanz: Das Kapitel stellt praktische Beispiele für schulexterne und schulinterne Fördermaßnahmen vor.
6 Fazit: Die abschließende Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse und unterstreicht die Notwendigkeit systemischer Veränderungen im Bildungswesen.
Migrationshintergrund, Bildungsbenachteiligung, Sprachförderung, Sprachstandsfeststellung, HAVAS-5, Sismik, Delfin 4, Rucksack-Projekt, Förderunterricht, Integration, Schulerfolg, Zweitspracherwerb, Pädagogische Diagnostik, Bildungsgerechtigkeit, Mehrsprachigkeit.
Die Arbeit analysiert die spezifischen Bildungsherausforderungen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem und untersucht Strategien zur Verbesserung ihrer sprachlichen und schulischen Kompetenzen.
Zentrale Felder sind die empirische Situation von Zuwandererkindern im Bildungssystem, theoretische Erklärungen für Bildungsdiskrepanzen sowie die Analyse von Sprachdiagnostik und Förderprojekten.
Die Arbeit geht der Frage nach, wie sich die Bildungsdiskrepanz zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund durch gezielte Diagnose und darauf aufbauende Sprachfördermaßnahmen verringern lässt.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Bildungsstudien und Dokumentationen zu spezifischen Förderprojekten basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Bildungssituation, eine soziologische Ursachenanalyse der Benachteiligung sowie eine detaillierte Untersuchung und Bewertung gängiger Sprachstandstests und Interventionsmaßnahmen.
Schlüsselbegriffe sind Migrationshintergrund, Bildungsgerechtigkeit, Sprachdiagnostik (insb. HAVAS-5, Sismik, Delfin 4), Sprachförderung und strukturelle Benachteiligung.
Die Arbeit betont, dass die Erstsprache ein wichtiges Fundament für den Erwerb der Zweitsprache Deutsch darstellt und Projekte wie das "Rucksack-Projekt" die Förderung beider Sprachen integrieren.
Die Arbeit deutet darauf hin, dass die frühe Selektion im dreigliedrigen System ein strukturelles Hindernis darstellt, das Kinder mit Migrationshintergrund im Vergleich zu ihren deutschen Altersgenossen häufiger benachteiligt.
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