Magisterarbeit, 2006
99 Seiten, Note: 2,3
1. EINLEITUNG
2. INDIVIDUALISIERUNG ALS HISTORISCHES UND SOZIOLOGISCHES KONSTRUKT
2.1. ALLGEMEINE BESCHREIBUNG VON INDIVIDUALISIERUNG
2.2. AMBIVALENZEN UND GEFAHREN VON INDIVIDUALISIERUNG
2.3. KRITIKPUNKTE
3. DER WISSENSCHAFTLICHE ENTWICKLUNGSPROZESS: DIE AUSWAHL VON LITERATUR UND DAS ERMITTELN VON HYPOTHESEN
3.1. DIE LITERATURSUCHE
3.1.1. AUTOREN IN BEZUG AUF DIE VERÄNDERUNGEN VON GESELLSCHAFT UND FAMILIE
3.1.2. AUTOREN IN BEZUG AUF DIE AUSBILDUNG NEUER LEBENSFORMEN UND LEBENSSTILE
3.1.3. AUTOREN IN BEZUG AUF DIE VERÄNDERUNG VON WOHN- UND HAUSHALTSSTRUKTUREN
3.2. HYPOTHESEN
4. DIE VERÄNDERUNGEN VON GESELLSCHAFT UND FAMILIE DURCH PROZESSE DER INDIVIDUALISIERUNG
4.1. INDIVIDUALISIERUNG UND WERTEWANDEL
4.2. WERTEWANDEL UND SOZIALSTRUKTUR
4.3. DER WANDEL VON FAMILIENSTRUKTUREN
4.3.1. DIE PLURALISIERUNG DER LEBENSFORMEN
4.3.2. VERÄNDERTER FAMILIENALLTAG
4.3.3. VERÄNDERTER BEZUG ZU KINDERN
4.3.4. NEUE LEBENSPERSPEKTIVEN FÜR FRAUEN
4.3.5. ALTE UND NEUE PROBLEME FÜR FRAUEN
4.4. DIE FAMILIE ALS ORT INDIVIDUELLER BEDEUTUNG
4.4.1. BEDEUTUNG VON PARTNERSCHAFT UND LIEBE FÜR DIE PERSÖNLICHE ENTWICKLUNG
4.4.2. SCHWIERIGKEITEN PARTNERSCHAFTLICHER BEZIEHUNGEN UNTER DEM EINFLUSS VON INDIVIDUALISIERUNG
4.4.3. INDIVIDUALISIERTE PARTNERSCHAFTEN
5. DIE AUSBILDUNG NEUER LEBENSFORMEN UND LEBENSSTILE
5.1. NEUE LEBENSFORMEN
5.1.1. ALLEINLEBENDE
5.1.2. NICHTEHELICHE LEBENSGEMEINSCHAFTEN
5.1.3. KINDERLOSE PAARE
5.1.4. PARTNERSCHAFTEN MIT GETRENNTEN HAUSHALTEN
5.1.5. ALLEINERZIEHENDE
5.1.6. WOHNGEMEINSCHAFTEN
5.1.7. ANDERE GEWÄHLTE FAMILIEN: MEHRPERSONENPARTNERSCHAFTEN UND SEKTEN
5.1.8. GLEICHGESCHLECHTLICHE PARTNERSCHAFTEN
5.1.9. STIEF-, ADOPTIONS-, PFLEGE- UND INSEMINATIONSFAMILIEN
5.2. DIE VERBREITUNG VON LEBENSFORMEN
5.3. DIE LEBENSSTILKONZEPTION
5.4. DER EINFLUSS DER INDIVIDUALISIERUNG AUF DIE AUSBILDUNG VON LEBENSSTILEN
5.4.1. NEUE URBANE LEBENSSTILE
5.4.2. DER EINFLUSS VON GLOBALISIERUNG AUF DIE AUSBILDUNG URBANER LEBENSSTILE
5.4.3. OPERATIONALISIERTE LEBENSSTILTYPOLOGIEN
5.4.4. DER SINGLE ALS LEBENSSTIL
5.5. DIE VERTEILUNG VON LEBENSSTILEN
6. DIE VERÄNDERUNG VON WOHN- UND HAUSHALTSSTRUKTUREN
6.1. ENTWICKLUNG DER HAUSHALTSGRÖßEN
6.2. GENTRIFICATION
6.2.1. DIE RE-URBANISIERUNG DER INNENSTÄDTE
6.2.2. URBANES LEBEN UND NEUE URBANITÄT
6.2.3. RURALES LEBEN UNTER DEM EINFLUSS VON INDIVIDUALISIERUNG
6.3. WOHNEN UND LEBENSSTIL
6.4. VERÄNDERTE ANFORDERUNGEN AN DEN WOHNUNGSMARKT
6.4.1. NACHFRAGE NACH GEEIGNETEM WOHNRAUM DURCH DIE NEUEN HAUSHALTSTYPEN
6.4.2. VERÄNDERTE ANFORDERUNGEN AN DIE STADTPLANUNG
6.5. ZUR GESTALTUNG NEUER UND ALTERNATIVER WOHNFORMEN
6.5.1. DIE ENTWICKLUNG FLEXIBLER WOHNKONZEPTE
6.5.2. HAUSGEMEINSCHAFTEN, WOHNGRUPPEN UND ALTERNATIVE WOHNPROJEKTE
6.5.3. NEUE NACHBARSCHAFTLICHE BEZIEHUNGEN
7. RESÜMEE
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Individualisierungsprozessen und der Ausprägung moderner Lebensformen sowie deren Auswirkungen auf die Haushalts- und Wohnstruktur in Deutschland. Ziel ist es, den gesellschaftlichen Wertewandel und den damit einhergehenden Wandel familiärer Institutionen zu analysieren, um daraus Anforderungen für eine zukunftsorientierte Wohnungsbau- und Stadtplanung abzuleiten.
4.4.1. Bedeutung von Partnerschaft und Liebe für die persönliche Entwicklung
Die Bedeutung von Partnerschaft und Liebe für die persönliche Entwicklung im Zuge der Differenzierungsprozesse der Gesellschaft, sollte keinesfalls unterschätzt werden (vgl. Huinink, S.129). Entgegen einiger Annahmen, kann Individualisierung durchaus positive Effekte bei der Entwicklung partnerschaftlicher Beziehungen erzeugen. Im Idealfall greifen Liebe und Identität so perfekt ineinander, dass eine Selbstreflektion im Austausch mit dem (Ehe-) Partner erfolgt (vgl. Beck-Gernsheim 1989, S.109).
Eine Zweierbeziehung geht aus der unmittelbaren Begegnung von zwei Personen hervor. In solch einer Konstellation ist die Entwicklung eines Konzepts zum gemeinsamen Handeln besser möglich, als in einer größeren sozialen Gruppe. Die dyadische Beziehung verfügt damit über einen besonderen sozialen Charakter und bewirkt eine Steigerung von Individualität (vgl. Huinink, S.129).
Weiterhin gestalten sich Ehe und Partnerschaft heutzutage frei von Zwängen und Anforderungen der alten Familienwirtschaft, Bestimmungen zur Fortpflanzung, Erhalt der Familie oder der Sicherung des Einkommens. Jetzt, da die moderne Partnerschaft eine Gefühls- und Freizeitgemeinschaft darstellt, müssen neue gemeinsame Ziele gefunden werden. Bei der Konstruktion von Beziehungen geht es um die Suche von Gemeinsamkeiten, die notfalls selbst entworfen werden müssen (vgl. Beck-Gernsheim 1989, S.109). Eine gemeinsame Bestimmung zu finden ist notwendig, um die Verbindung dauerhaft zu gestalten. Dazu erfolgt eine Ausrichtung auf konkrete Aufgaben und Absichten wie Haushalt, Hobbys oder die Zukunftsplanung (vgl. ebd., S.111f.).
Partnerschaftliche Beziehungen und die moderne Ehe beruhen auf der persönlichen und gegenseitigen Wahl zweier Menschen, die in der Regel nicht durch andere Personen beeinflusst wird. Sie erhält somit einen sehr exklusiven Charakter (vgl. Huinink, S.130). Dies beinhaltet, dass sich die Partner gegenseitig als einzigartige Individuen anerkennen, sich als solche gegenübertreten und in ihrem Handeln „einen ebenso unverwechselbaren Kontext ihrer Interaktion“ (ebd.) schaffen. Gerade dann, wenn traditionale Bindungen nicht mehr greifen, ist emotionale Nähe zu engen Bezugspersonen wichtig für das (Selbst-) Bewusstsein (vgl. ebd., S.129).
1. EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich des Einflusses von Individualisierung auf soziale Bindungen und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Wohn- und Haushaltsstruktur.
2. INDIVIDUALISIERUNG ALS HISTORISCHES UND SOZIOLOGISCHES KONSTRUKT: Theoretische Herleitung des Individualisierungsbegriffs als Produkt langer historischer Prozesse und Analyse der damit verbundenen Ambivalenzen und sozialen Gefahren.
3. DER WISSENSCHAFTLICHE ENTWICKLUNGSPROZESS: DIE AUSWAHL VON LITERATUR UND DAS ERMITTELN VON HYPOTHESEN: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise als Sekundäranalyse und Begründung der Literaturauswahl sowie Formulierung zentraler Arbeitshypothesen.
4. DIE VERÄNDERUNGEN VON GESELLSCHAFT UND FAMILIE DURCH PROZESSE DER INDIVIDUALISIERUNG: Analyse des gesellschaftlichen Wertewandels, der Pluralisierung privater Lebensformen und der funktionalen Transformationen von Ehe und Familie.
5. DIE AUSBILDUNG NEUER LEBENSFORMEN UND LEBENSSTILE: Detaillierte Charakterisierung moderner Lebensformen wie Alleinlebende oder nichteheliche Gemeinschaften und Erläuterung der Lebensstilkonzeption als Erklärungsfaktor für soziales Handeln.
6. DIE VERÄNDERUNG VON WOHN- UND HAUSHALTSSTRUKTUREN: Untersuchung der Folgen gesellschaftlicher Transformationen für den Wohnungsmarkt, unter besonderer Berücksichtigung von Gentrification und den veränderten Ansprüchen an die Stadtplanung.
7. RESÜMEE: Synthese der Ergebnisse, die den hohen Einfluss der Individualisierung auf alle Lebensbereiche sowie die Notwendigkeit flexiblerer Wohnkonzepte bestätigt.
Individualisierung, Wertewandel, Familienstrukturen, Lebensformen, Lebensstile, Wohnungsmarkt, Gentrification, Haushaltstypen, Stadtplanung, Soziologie, Moderne Gesellschaft, Urbanisierung, Selbstverwirklichung, Sozialstruktur, Wohnraumbedarf
Die Arbeit untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Individualisierungsprozessen und der daraus resultierenden Veränderung von Lebensformen sowie den daraus entstehenden Anforderungen an den Wohnungsmarkt und die Stadtplanung.
Die Schwerpunkte liegen auf der soziologischen Einordnung der Individualisierung, dem Wandel familialer Strukturen, der Pluralisierung von Lebensstilen und den konkreten räumlichen sowie wohnungspolitischen Auswirkungen dieser Entwicklungen.
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie Individualisierungstendenzen die sozialen Bindungen und das familiäre Gefüge umgestalten und wie sich dies langfristig auf die Wohn- und Haushaltsstrukturen in Deutschland auswirkt.
Es handelt sich um eine Sekundäranalyse. Die Arbeit wertet bestehende soziologische Studien, empirische Untersuchungen sowie wissenschaftliche Fachliteratur aus, um das Thema theoretisch und praxisorientiert aufzubereiten.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse des Wandels von Ehe und Familie, einer Charakterisierung verschiedener neuer Lebensformen und Lebensstile sowie einer Untersuchung räumlicher Auswirkungen wie Gentrification.
Zentrale Begriffe sind Individualisierung, Pluralisierung der Lebensformen, Wertewandel, Gentrification, neue Haushaltstypen sowie die Transformation von Wohnstrukturen.
Die traditionelle Wohnungspolitik ist stark auf das Modell der klassischen Kernfamilie ausgerichtet. Da immer mehr Menschen in anderen Lebensformen (wie Singles oder Alleinerziehende) leben, passen die bestehenden Wohnangebote und Planungskonzepte oft nicht mehr zu den veränderten Bedürfnissen.
Gentrification ist eng mit dem Auftreten neuer urbaner Lebensstile verbunden, bei denen einkommensstarke Haushalte innenstadtnahe Quartiere aufwerten, was wiederum zu Verdrängungseffekten und einer veränderten sozialen Struktur in städtischen Wohngebieten führt.
Diese Gruppe ist zahlenmäßig stark gewachsen und stellt aufgrund ihrer spezifischen Wohnwünsche (z.B. Innenstadtlage, hoher Wohnflächenbedarf pro Kopf) eine besondere Herausforderung für eine bedarfsgerechte Stadtplanung und den Wohnungsmarkt dar.
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