Examensarbeit, 2005
85 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
1. Einleitung
2. Politische und personelle Ausgangslage des Kapp-Putsches
2.1 Anti-republikanische Kräfte in der Führung der Reichswehr
2.2 Zivile Unterstützer des Umsturzversuchs
3. Das Verhältnis der Putschisten zur Arbeiterbewegung
3.1 Angriffe der Putschisten auf die Arbeiterbewegung
3.2 Deeskalationsversuche
3.3 Appelle an die Arbeiterbewegung
3.4 Konfrontation mit der Arbeiterbewegung
4. Reaktionen der Arbeiterbewegung auf den Kapp-Putsch
4.1 Politische und organisatorische Voraussetzungen
4.1.1 Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands
4.1.2 Die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands
4.1.3 Die Kommunistische Partei Deutschlands
4.2 Verhandlungen über die Aktionseinheit
4.3 Lokaler Widerstand
4.4 Der Chemnitzer Vollzugsrat
4.5 Die Rolle der Gewerkschaften
5. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen den Putschisten um Wolfgang Kapp und Walther Freiherr von Lüttwitz sowie der deutschen Arbeiterbewegung während des Kapp-Putsches im Frühjahr 1920. Dabei soll analysiert werden, inwiefern der reichsweite Generalstreik entscheidend zum Scheitern des Staatsstreichs beigetragen hat und wie die verschiedenen Organisationen der Arbeiterbewegung auf die Bedrohung reagierten.
3.4 Konfrontation mit der Arbeiterbewegung
Eine solche Konfrontation ließ sich nicht vermeiden, das wussten Reichskanzler Kapp und Reichswehrminister Freiherr v. Lüttwitz. Daher wurde am 13. März sicherheitshalber der Ausnahmezustand, der schon seit dem 13. Januar 1920 in weiten Teile des Landes galt, auf das restliche Reichsgebiet ausgedehnt und tags darauf sogar verschärft. In der entsprechenden Verordnung des Reichskanzlers Kapp vom 14. März, die „in Ergänzung der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 13.1.20“ und in „Verhinderung des Reichspräsidenten“ erging, wurden zahlreiche Verschärfungen des Strafmaßes, sowie die Einrichtung der Standgerichtsbarkeit und außerordentlicher Kriegsgerichte angekündigt. Die Todesstrafe sollte für Saboteure und Rädelsführer bewaffneter oppositioneller Versammlungen verhängt werden. Auf Anordnung des Reichswehrministers sollten vor Ort gebildete außerordentliche Kriegsgerichte in solchen Fällen entscheiden, Rechtsmittel waren gegen die Urteile nicht vorgesehen. „Im Falle eines Aufruhrs oder Landfriedensbruchs“ konnten auch Standgerichte eingesetzt werden, die nur auf Todesstrafe plädieren konnten.
1. Einleitung: Darstellung der Ereignisse des 13. März 1920 und Skizzierung der Problemstellung sowie der Zielsetzung der Arbeit.
2. Politische und personelle Ausgangslage des Kapp-Putsches: Analyse der antirepublikanischen Stimmung in der Reichswehr und der zivilen Netzwerke, die den Umsturzversuch vorbereiteten.
3. Das Verhältnis der Putschisten zur Arbeiterbewegung: Untersuchung der repressiven Maßnahmen und Deeskalationsversuche der Putsch-Regierung im Umgang mit den arbeitenden Klassen.
4. Reaktionen der Arbeiterbewegung auf den Kapp-Putsch: Darstellung der parteipolitischen Ausgangslagen, der gescheiterten Versuche zur Aktionseinheit auf Führungsebene sowie der Bedeutung lokaler Widerstandsformen und Gewerkschaftsaktivitäten.
5. Schluss: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit des Generalstreiks und der Rolle der Arbeiterbewegung für das Scheitern des Putsches.
Kapp-Putsch, Arbeiterbewegung, Generalstreik, Reichswehr, Weimarer Republik, Gewerkschaften, Widerstand, Politische Krise, Konterrevolution, Aktionsausschüsse, Sozialdemokratie, Militärdiktatur, 1920, Märzunternehmen, Wolfgang Kapp
Die Arbeit untersucht den Kapp-Putsch von 1920 aus der Perspektive der deutschen Arbeiterbewegung und analysiert deren Rolle bei der Niederschlagung dieses Umsturzversuchs.
Im Zentrum stehen die politischen Voraussetzungen der Putschisten, ihre Maßnahmen gegen die Arbeiterschaft sowie die organisatorische Spaltung und Reaktion der Arbeiterparteien und Gewerkschaften.
Es wird der Frage nachgegangen, inwiefern der Generalstreik der Arbeiterbewegung maßgeblich zum Scheitern der Kapp-Regierung beigetragen hat.
Der Autor verfolgt einen politisch-historischen und politisch-analytischen Ansatz, der die Interessen der politischen Akteure entlang bedeutender Konfliktlinien untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Putschisten, die Untersuchung der staatlichen Maßnahmen gegen die Arbeiterschaft sowie die detaillierte Darstellung der Reaktionen von SPD, USPD, KPD und Gewerkschaften.
Zu den zentralen Begriffen zählen Kapp-Putsch, Generalstreik, Arbeiterbewegung, Weimarer Republik und politischer Widerstand.
Sie fungierten als spontane Organe der Aktionseinheit, die oft parteiübergreifend arbeiteten, um den Widerstand vor Ort zu koordinieren, Waffen einzusammeln und die öffentliche Ordnung zu sichern.
Chemnitz nahm eine Sonderstellung ein, da der dortige Vollzugsrat aufgrund der starken KPD-Präsenz und einer seltenen Kooperationsgemeinschaft aller Arbeiterorganisationen sehr weitreichende Kontrollfunktionen übernahm und den Streik besonders früh und effektiv organisierte.
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