Bachelorarbeit, 2021
39 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen – Begriffsdefinitionen
2.1 Bilingualität/Bilinguismus: simultaner vs. sukzessiver Spracherwerb
2.2. Die verschiedenen Kopulasysteme
2.2.1. Das deutsche Kopulaverb SEIN und das englische Äquivalent BE
2.2.2. Die spanischen Kopulaverben SER und ESTAR
3. Der bilinguale L1-Erwerb
3.1. L1-Erwerbstheorien – der Nativismus/Generativismus
3.2. Die Möglichkeit des Spracheneinflusses
3.2.1. Definition
3.2.2. Manifestationen
3.2.3. Die Ursache für das Auftreten von Spracheneinfluss: erste Zusammenhänge mit der Sprachentrennung und Sprachdominanz
3.2.4. Grammatische Phänomene als Ursache für Spracheneinfluss
4. Forschungsarbeiten
5. Schlussfolgerungen und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Erwerb von Kopulaverben bei simultan bilingualen Kindern in den Sprachkombinationen Spanisch-Deutsch sowie Spanisch-Englisch, mit dem Ziel, einen möglichen Spracheneinfluss nachzuweisen und dessen Richtung sowie Manifestation zu bestimmen.
2.2. Die verschiedenen Kopulasysteme
Neben Voll-, Hilfs- und Modalverben verfügen das Spanische, Englische und Deutsche wie viele andere aber nicht alle Sprachen ebenso über Kopulaverben, die sich von den anderen Verbarten vor allem hinsichtlich ihrer semantischen und syntaktischen Eigenschaften unterscheiden. Semantisch sieht die Forschung die Kopulaverben als leer an (vgl. Reguiero Rodríguez 2008: 2; Radatz 2020: 213). Anders als beispielsweise Vollverben, die „eine Handlung bzw. eine Tätigkeit […], manchmal auch einen Vorgang […] oder einen Zustand [bezeichnen]“ (Habermann [u.a.] 2015: 12), ist ein Kopulaverb „not an action word“ (Chukwu 2014: 5), sondern ist lediglich „Träger von Finitheitsmerkmalen (Tempus, Modus, Kongruenz)“ (Geist/Rothstein 2007: 4) und bekommt eine rein grammatische bzw. funktionale Bedeutung, die besonders im syntaktischen Kontext hervorsticht (vgl. Habermann [u.a.] 2015: 21). Während Vollverben, die oft auch als prädikative Verben bezeichnet werden, allein das Prädikat bilden können, benötigen Kopulaverben aufgrund ihrer fehlenden lexikalisch-semantischen Bedeutung dafür ein lexikalisches Prädikativ (span. atributo, eng. predicate), das das Prädikat semantisch füllt (vgl. Radatz 2020: 213) und so dem Subjekt ein Merkmal, eine Eigenschaft oder auch eine Rolle oder einen Aufenthaltsort zuschreibt (vgl. Dolinska 2012: 4; Berman/Pittner 2007: 39).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des bilingualen Erstspracherwerbs ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich eines möglichen Spracheneinflusses im Kontext der Kopulaverben.
2. Theoretischer Rahmen – Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Bilingualität und Spracherwerbsarten und stellt die Kopulasysteme der beteiligten Sprachen vor.
3. Der bilinguale L1-Erwerb: Hier werden nativistische Spracherwerbstheorien erläutert und die Konzepte des Spracheneinflusses, dessen Ursachen und Manifestationen detailliert diskutiert.
4. Forschungsarbeiten: Dieses Kapitel wertet existierende Studien zum Erwerb von Kopulaverben in verschiedenen bilingualen Konstellationen aus, um die aufgestellten Vorhersagen zu verifizieren oder zu falsifizieren.
5. Schlussfolgerungen und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, diskutiert die Kontroversen der Einflussrichtung und weist auf weiteren Forschungsbedarf hin.
Bilingualer Erstspracherwerb, Kopulaverben, SER, ESTAR, Spracheneinfluss, Spracherwerbsforschung, Sprachdominanz, Universalgrammatik, Syntax, Semantik, Indirekter Einfluss, Transfer, Sprachvergleich, Mehrsprachigkeit, Grammatische Phänomene.
Die Arbeit untersucht, ob und in welcher Form beim simultanen bilingualen Erstspracherwerb von spanisch-deutschen bzw. spanisch-englischen Kindern ein Spracheneinfluss bei den Kopulaverben stattfindet.
Die Arbeit fokussiert sich auf den bilingualen Spracherwerb, die linguistische Analyse der Kopulasysteme sowie Theorien und Nachweise zu Spracheneinflüssen im Kindesalter.
Die zentrale Forschungsfrage ist: Findet Spracheneinfluss – und wenn ja, in welcher Form – im Kontext der Kopulaverben bei den Sprachen Spanisch, Englisch und Deutsch statt?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der linguistischen Literatur sowie die kritische Auswertung und Synthese existierender empirischer Forschungsarbeiten.
Im Hauptteil werden zunächst der theoretische Rahmen und Definitionen geklärt, anschließend Theorien zum bilingualen Spracherwerb und Ursachen für Spracheneinfluss erläutert sowie relevante Studien zur Kopulaverwendung analysiert.
Die zentralen Schlüsselwörter umfassen Bilingualen Erstspracherwerb, Kopulaverben, Spracheneinfluss, SER und ESTAR, Sprachdominanz und Syntax-Semantik-Schnittstelle.
Kopulaverben stellen ein exzellentes Beispiel für Systemdifferenzierung dar, da das Spanische zwischen SER und ESTAR unterscheidet, während Deutsch und Englisch lediglich ein Kopulaverb nutzen.
SER wird primär für Individuen-Prädikate (stabile Merkmale) verwendet, während ESTAR bei Stadien-Prädikaten (temporäre, episodische Merkmale) zum Einsatz kommt.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass keine eindeutige Richtung vorhergesagt werden kann, da die Studien sowohl einen Einfluss des Spanischen aufs Englische/Deutsche als auch umgekehrt belegen.
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