Examensarbeit, 2008
85 Seiten, Note: 2,0
1. Vorwort
1.1. Aufbau der Arbeit
1.2. Grundlegende Fragestellungen und Ziele der Untersuchung
2. Standardisierte Leistungsmessungen
2.1. Internationale und nationale Leistungsmessungen
2.2. Vergleichs-, Orientierungsarbeiten sowie Diagnosearbeiten
2.3. Ziele der Leistungsmessungen
2.4. Funktionen von Leistungsmessungen
2.5. Standardisierte Leistungstests als externe Evaluationsinstrumente
2.6. Leistungsmessungen im Fokus der Unterrichtsqualität
2.7. Leistungsmessungen mit Ergebnisrückmeldungen
2.7.1. Funktionen von Ergebnisrückmeldungen
2.7.2. Empirische Studien zur Nutzung von Ergebnisrückmeldungen
2.8. Formativ-diagnostische Leistungsmessungen
2.9. Kritikpunkte und Nutzungsaspekte von standardisierten Leistungsmessungen
2.10. Fazit
3. Stichprobe der Studie
3.1. Leistungsniveau der beteiligten Klassen
3.2. Interview und Datenauswertung
4. Allgemeine Informationen zur Durchführung und Auswertung von Vergleichsarbeiten sowie der darauf folgenden Ergebnisrückmeldung
5. Ergebnisse der Studie
5.1. Durchführung und Auswertung der Vergleichsarbeiten
5.2. Praktikabilität der Testanweisung
5.3. Zeit zur Bewältigung der Aufgabenstellungen
5.4. Verständlichkeit von Ergebnisrückmeldungen
5.5. Schüler-, Klassen-, oder Landesvergleich?
5.6. Ergebnisrückmeldungen im Spannungsverhältnis zwischen „interessant“ und „sinnlos“
5.7. Intensität der Datennutzung
6. Zusammenfassung und Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen empirischer Schulentwicklung mit einem Fokus auf die Praktikabilität zentraler Vergleichsarbeiten sowie die Verständlichkeit der damit verbundenen Ergebnisrückmeldungen aus Sicht von Lehrkräften.
2.1. Internationale und nationale Leistungsmessungen
Die Plattform für den Paradigmenwechsel von der Input- zur Output-Steuerung des Bildungssystems bildeten die internationalen Schulleistungsstudien, an denen sich Deutschland nach mehr als 20 Jahren beteiligte (HOSENFELD, I.; GROß OPHOFF, J.; BITTINS, P.: S.6).
Zu Beginn wurde die dritte internationale Studie (TIMSS: Third International Mathematics and Science Study) zu den Mathematik- und Naturwissenschaften durchgeführt. Die dabei mangelhafte Leistung der deutschen Schüler führte in der Bevölkerung zu einem so genannten „TIMSS-Schock“. Folglich wurde in der Kultusministerkonferenz (KMK) entschieden, dass Deutschland verbindlich an der PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) der OECD (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) teilnehmen wird. Dabei wurden ausschließlich Schüler der Sekundarstufe zunächst im Leseverständnis, dann in Mathematik und anschließend in den Naturwissenschaften getestet. Die erneut geringwertigen Ergebnisse der Schüler in Deutschland führten zu der Annahme, dass dies das Verschulden der weiterführenden Schulen sei (HOSENFELD, I.; GROß OPHOFF, J.; BITTINS, P.: S.6/7). Aus diesem Grund wurde an den Grundschulen die Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU), deren Forschungsbasis das Textverstehen und die Lesekompetenz darstellte, durchgeführt. Dabei erreichten die deutschen Schüler im internationalen Vergleich ein Ergebnis im oberen Mittelfeld. Des Weiteren wurde festgestellt, dass die erreichten Leistungen stark abhängig vom familiären Hintergrund (Sozialschicht, Migration) sind. Neben diesen internationalen Studien, die ihre Präsenz und ihren Bekanntheitsgrad in den Medien erreichten, gab es eine Vielzahl von nationalen Schulleistungsstudien wie z.B. die Hamburger Lernausgangslagen-Untersuchung.
1. Vorwort: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung der Leistungsmessung ein und erläutert den Aufbau sowie die Zielsetzung der wissenschaftlichen Arbeit.
2. Standardisierte Leistungsmessungen: Es werden die theoretischen Grundlagen, Funktionen und Zielsetzungen zentraler Schulleistungsmessungen sowie die Rolle externer Evaluation dargestellt.
3. Stichprobe der Studie: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen, die Auswahl der beteiligten Schulen im Landkreis Ostwürttemberg und die Auswertungsmethode der Lehrerinterviews.
4. Allgemeine Informationen zur Durchführung und Auswertung von Vergleichsarbeiten sowie der darauf folgenden Ergebnisrückmeldung: Das Kapitel erläutert die organisatorischen Rahmenbedingungen und die Materialbereitstellung für die Durchführung von Vergleichsarbeiten.
5. Ergebnisse der Studie: Die zentralen Befunde der Lehrerbefragungen zu Durchführung, Praktikabilität und Verständlichkeit der Rückmeldungen werden präsentiert und analysiert.
6. Zusammenfassung und Diskussion: Die Ergebnisse der explorativen Studie werden abschließend reflektiert und in den bildungspolitischen Kontext eingeordnet.
Leistungsmessung, Vergleichsarbeiten, Schulentwicklung, Unterrichtsqualität, Bildungsstandards, Ergebnisrückmeldungen, Lehrerbefragung, Externe Evaluation, Diagnose, Output-Steuerung, Schulleistung, Bildungsmonitoring, Qualitätssicherung, Lehrerperspektive, Leistungstests
Die Arbeit befasst sich mit der empirischen Schulentwicklung in Baden-Württemberg und untersucht, wie Lehrkräfte den Umgang mit zentralen Vergleichsarbeiten und den daraus resultierenden Ergebnisrückmeldungen wahrnehmen.
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung von Leistungsmessungen, die praktische Durchführbarkeit an Schulen und die Rezeption der Testergebnisse durch die Lehrkräfte.
Das primäre Ziel ist es, auf Basis von Lehrerinterviews aufzuzeigen, ob und wie Lehrkräfte Vergleichsarbeiten und deren Rückmeldungen zur Qualitätsentwicklung ihres Unterrichts nutzen können.
Es wurde eine explorative Interviewstudie durchgeführt, wobei die gewonnenen Daten qualitativ mittels der Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen über Leistungsmessung sowie einen empirischen Teil, der die Ergebnisse der Lehrerbefragung zur Durchführung, Praktikabilität und Verständlichkeit der Tests darlegt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Leistungsmessung, Vergleichsarbeiten, Schulentwicklung, Unterrichtsqualität, Bildungsstandards und externe Evaluation charakterisiert.
Die Lehrkräfte kritisieren, dass Vergleichsarbeiten oft sehr spät am Schuljahresende stattfinden, was eine sinnvolle Auseinandersetzung mit den Ergebnissen und die Umsetzung von Fördermaßnahmen für das laufende Schuljahr erschwert.
Die meisten befragten Lehrkräfte halten die Rückmeldungen für verständlich, bemängeln jedoch die fehlende Zeit zur vertieften Analyse sowie die teilweise als unverständlich empfundene Darstellung statistischer Kennzahlen.
Viele Lehrkräfte empfinden den vorgegebenen Notenschlüssel der Vergleichsarbeiten als abweichend von ihren eigenen Standards, was zu Frustration und der Einschätzung führt, die Ergebnisse seien „verfälscht“.
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