Diplomarbeit, 2002
137 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Gang der Arbeit
2 Zum Problem journalistischer Qualität
2.1 Allgemeine Näherung zum Begriff der Qualität
2.2 Ansätze zur Definition journalistischer Qualität
2.2.1 Normative Ansätze
2.2.2 Funktionale Ansätze
2.2.3 Maßgaben aus der Praxis
2.3 Qualität und Markterfolg
2.3.1 Qualität und Rezipienten-Akzeptanz
2.3.2 Qualität als Einflussgröße im Werbe-Markt
2.4 Zwischenfazit: Unvereinbarkeit funktionaler und normativer Ansätze ist übertrieben
3 Probleme der praktischen Umsetzung
3.1 Messbarkeit journalistischer Qualität
3.2 Blattkritik als nachgeordnete Bewertung
3.3 Fehlen praxisbezogener Umsetzungsvorschläge
3.4 Geringer Standardisierungsgrad
4 Qualitätskonzepte aus der Wirtschaft
4.1 Übersicht und Entwicklung bestehender Konzepte
4.1.1 Die Wurzeln der Qualitätssicherungskonzepte: Funktionale Differenzierung und Wunsch nach Erfüllung der Grundbedürfnisse
4.1.2 Taylorismus als Wiege der QM-Systeme
4.1.3 Qualitätszirkel – das universelle Problemlösungs-Werkzeug
4.1.4 Null-Fehler-Strategien
4.1.5 Integrierte Ansätze: Company Wide Quality Control und die Renaissance der Qualitätszirkel
4.1.6 Total Quality Management und die TQM-Awards
4.1.7 Diversifizierung der Management-Lehren
4.2 ISO 9000ff. als handlungsorientierter Normensatz
4.2.1 Entwicklung zur ISO-9000-Familie
4.2.2 Aufbau und Gültigkeit der ISO-9000-Familie
4.2.3 Aufgaben und Ziele der ISO-9000-Familie
5 ISO 9000ff. im journalistischen Produktionsmodell
5.1 Struktur journalistischer Produktionsweisen
5.2 Übertragbarkeit der ISO-9001-Forderungen auf den Redaktionsalltag
5.3 Die 20 Elemente der ISO 9001
5.3.1 Verantwortung der Unternehmensführung
5.3.2 Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems
5.3.3 Vertragsprüfung
5.3.4 Designlenkung
5.3.5 Lenkung von Dokumenten und Daten
5.3.6 Beschaffung
5.3.7 Lenkung der vom Kunden bereit gestellten Unterlagen
5.3.8 Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von Produkten
5.3.9 Prozesslenkung
5.3.10 Prüfungen
5.3.11 Prüfmittelüberwachung
5.3.12 Prüfstatus
5.3.13 Lenkung fehlerhafter Produkte
5.3.14 Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen
5.3.15 Handhabung, Lagerung, Verpackung, Konservierung und Versand
5.3.16 Lenkung von Qualitätsaufzeichnungen
5.3.17 Interne Qualitätsaudits
5.3.18 Schulung
5.3.19 Wartung
5.3.20 Statistische Methoden
6 Implementierung
6.1 Probleme bei der Organisationsentwicklung
6.2 Kosten-Nutzen-Verhältnis
6.2.1 Zeitaufwand und Bürokratiezuwachs
6.2.2 Finanzieller Aufwand
6.3 Vom Sinn einer Zertifizierung nach ISO 9001
7 Zusammenfassung und Fazit
7.1 Zusammenfassung der Arbeit
7.2 Bewertung der Ergebnisse
7.3 Appell für ein neues Qualitätsverständnis
Die Arbeit untersucht, ob und wie Qualitätsmanagement-Systeme aus der Produktions- und Dienstleistungswirtschaft auf den redaktionellen Alltag in Medienunternehmen übertragen werden können, um eine strukturierte Qualitätssicherung zu ermöglichen.
4.1.2 Taylorismus als Wiege der Qualitätskontrollen
1911 erschien Frederick W. Taylors Buch über „Die Prinzipien der wissenschaftlichen Betriebsführung“26. Man kann wohl ohne Bedenken behaupten, dass kein zweites Buch der Wirtschaftswissenschaften in vergleichbarer Weise die Realität in den Fabriken beeinflusst hat wie dieses. Die Kerngedanken Taylors schlugen sich unter dem Stichwort des Taylorismus in einem Organisations- und Produktionsmodell nieder, das trotz der Eingaben aus der TQM- und der Gruppenarbeitsdebatte praktisch das gesamte 20. Jahrhundert das vorherrschende Modell in der industriellen Massenfertigung bleiben sollte. Den Taylorismus kennzeichneten die Trennung von planender und ausführender Tätigkeit, eine hochgradige Arbeitsteilung und Standardisierung der einzelnen Arbeitsschritte. Dies ermöglichte es, an sich unqualifizierte Arbeiter einzustellen, denen man den einen Handgriff, den sie immer wieder auszuführen hatten, schnell beibringen konnte.
Taylors Terminologie sprach vom „one best man“ und dem „one best way“ für die Erledigung einer Arbeit. In der Praxis führte dies zur Fließbandarbeit, wie sie erstmals in den Ford-Autowerken in Detroit eingesetzt wurde, weshalb Taylorismus und Fordismus oft, aber fälschlicherweise synonym verwendet werden. Der „one best way“ ergab sich jeweils aus einer Detail-Betrachtung der einzelnen Arbeitsschritte, die zunächst nicht auf ein qualitativ hochwertiges Produkt, sondern eher auf ein rationelles Produzieren gerichtet war.
1 Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung der Relevanz einer systematischen Qualitätssicherung im Journalismus und Erläuterung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2 Zum Problem journalistischer Qualität: Analyse der bestehenden theoretischen Debatten über journalistische Qualitätsbegriffe und deren Abgrenzung zwischen normativen und funktionalen Ansätzen.
3 Probleme der praktischen Umsetzung: Diskussion der Hindernisse, die einer Messung und Standardisierung journalistischer Arbeit in der Praxis entgegenstehen.
4 Qualitätskonzepte aus der Wirtschaft: Historischer Überblick über die Entwicklung betriebswirtschaftlicher Qualitätssicherungssysteme, von den Anfängen bis hin zum TQM.
5 ISO 9000ff. im journalistischen Produktionsmodell: Detaillierte Untersuchung der 20 Elemente der ISO 9001 und deren spezifische Übertragbarkeit auf den Redaktionsalltag.
6 Implementierung: Untersuchung der organisationstheoretischen Herausforderungen, Kosten-Nutzen-Betrachtungen und des Nutzens einer Zertifizierung für Medienhäuser.
7 Zusammenfassung und Fazit: Resümee der Arbeit und ein Appell für eine Versöhnung von journalistischem Qualitätsanspruch und betriebswirtschaftlichen Strukturvorgaben.
Qualitätsmanagement, Journalismus, ISO 9001, Redaktionsmanagement, Qualitätssicherung, TQM, Prozessorientierung, journalistische Qualität, Organisationsentwicklung, Standardisierung, Qualität, Medienbetrieb, Redaktionsalltag, Qualitätszirkel
Die Arbeit untersucht, wie betriebswirtschaftliche Qualitätssicherungssysteme, insbesondere die ISO 9001, auf Medienunternehmen angewendet werden können.
Im Zentrum stehen die journalistische Qualitätsdebatte, betriebswirtschaftliche QM-Konzepte, die spezifische Redaktionsarbeit und die Übertragung von Strukturvorgaben auf diese Arbeitsprozesse.
Ziel ist die Entwicklung eines Konzeptes, mit dem Medienunternehmen ihr individuelles Verständnis von journalistischer Qualität in der täglichen Redaktionspraxis strukturiert umsetzen können.
Die Arbeit vergleicht das journalistische Produktionsmodell mit betriebswirtschaftlichen Systemen und analysiert kritisch die Übertragbarkeit der normativen Forderungen der ISO 9001.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der QM-Entwicklung und die detaillierte Prüfung der 20 Forderungselemente der ISO 9001 auf den Redaktionskontext.
Qualitätsmanagement, Journalismus, ISO 9001, Prozesssteuerung, Redaktionsmanagement und Qualitätssicherung.
Sie gilt als international anerkannter Normensatz, der eine strukturierte Schablone bietet, um komplexe Produktionsabläufe auf ihre Qualität hin zu hinterfragen und zu standardisieren.
Der Journalismus zeichnet sich durch einen hohen Bedarf an individueller Kreativität aus, was die Standardisierung von Arbeitsabläufen nach tayloristischen Mustern erschwert.
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