Bachelorarbeit, 2019
57 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Einleitung
2. CRISPR/Cas9 – Was ist das?
2.1 Das bakterielle Schutzsystem
2.2 Erzeugung transgener Organismen mit CRISPR/Cas9
2.3 Besonderheiten der Genmanipulation durch CRISPR Cas9
2.4 Anwendungsfelder
2.4.1 Anwendung in der Landwirtschaft
2.4.2 Anwendung an (Nutz-)Tieren
2.4.3 Ausblick auf den Menschen
2.5 Zwischenfazit
3. Ethische Herausforderungen der Gentechnologie in der Humangenetik – ein Vergleich der Analysen
3.1 Gentechnologie um 2000 – Die ethische Diskussion im Kontext von PID und embryonaler Stammzellforschung
3.1.1 Ethische Fragestellungen
3.1.2 Argumentationsfiguren
3.1.3 Ethische Kriterien und Prinzipien
3.2 Die ethische Diskussion um die CRISPR/Cas9-Technologie und ihre Anwendung in der Humangenetik
3.2.1 Ethische Fragestellungen
3.2.2 Argumentationsfiguren
3.2.3 Ethische Kriterien und Prinzipien
3.3 Vergleich der ethischen Diskussionen um die Gentechnologie im Kontext von PID und embryonaler Stammzellforschung und der CRISPR/Cas9-Technologie in der Humangenetik
4. Fazit
Diese Arbeit analysiert die ethische Debatte rund um die CRISPR/Cas9-Technologie in der Humangenetik und vergleicht diese kritisch mit der historischen Debatte um die Gentechnologie im Kontext von Präimplantationsdiagnostik (PID) und embryonaler Stammzellforschung, um zu beurteilen, ob es sich inhaltlich um eine Fortführung oder eine neue Form der ethischen Kontroverse handelt.
2.1 Das bakterielle Schutzsystem
Das CRISPR/Cas9-System ist ursprünglich eine „Erfindung“ der Bakterien. Diese nutzen es als Verteidigungsmechanismus, um sich vor einer Infektion durch Viren oder Plasmid-DNA zu schützen – daher ist das CRISPR/Cas9-System mit dem menschlichen Immunsystem vergleichbar. Bevor jedoch der Schutzmechanismus genauer betrachtet wird, ist es hilfreich, zuerst das Bakterium kurz allgemein zu besprechen.
Bakterien zählen zu den Prokaryoten und haben die einfachste Zellstruktur der bis heute bekannten Zellen. Typischerweise ist ihr Erscheinungsbild kugelig, stäbchen- oder spiralförmig. Die außen liegende Zellwand und die darunter liegende Plasmamembran umschließen ein einziges, mit Cytoplasma ausgefülltes Kompartiment. Frei im Cytoplasma liegen Ribosomen, DNA und (meist auch) Plasmide. Plasmide sind doppelsträngige, ringförmige, extrachromosomale DNA-Moleküle, die sich unabhängig vom Erbgut im Nucleus replizieren können. Es gibt verschiedene Arten von Plasmiden: F-Plasmide dienen der Konjugation, R-Plasmide dienen der Weitergabe von Resistenzgenen und Ti-Plasmide (von Agrobacterium tumefaciens) induzieren durch eine genetische Umprogrammierung der Wirtszellen (Pflanzenzellen) Tumore. Sie fungieren als Klonierungsvektoren, was bedeutet, dass sie durch Transformation in Bakterien oder auch in andere Organismen eingeschleust werden können. Nimmt ein Organismus fremde DNA auf und integriert sie in sein eigenes Erbgut, wird er als transgen bezeichnet. Häufig besitzen Bakterienzellen eine oder viele Geißeln, um sich fortzubewegen. Obwohl sie in ihrer Struktur auf ein Minimum reduziert sind, weisen sie eine sehr komplexe Biochemie auf, die es ihnen aufgrund von aerobe als auch anaerobe Lebensweise erlaubt, selbst extrem unterschiedliche Habitate zu besiedeln.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Gentechnik und deren Verfügungsmacht über das Leben ein und definiert das Ziel der Arbeit, die ethische Debatte um CRISPR/Cas9 mit der Gentechnikdebatte zu vergleichen.
2. CRISPR/Cas9 – Was ist das?: Dieses Kapitel erläutert die technischen Grundlagen des CRISPR/Cas9-Systems, seine Funktionsweise als bakterielles Immunsystem und seine Anwendung als Werkzeug zur präzisen Genom-Editierung in verschiedenen Organismen.
3. Ethische Herausforderungen der Gentechnologie in der Humangenetik – ein Vergleich der Analysen: Das Kernstück der Arbeit untersucht die ethischen Fragestellungen, Argumente und Prinzipien beider Technologiedebatten und führt einen direkten Vergleich durch, um inhaltliche Übereinstimmungen und Unterschiede zu identifizieren.
4. Fazit: Das Fazit resümiert die Analyseergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass die Debatte um CRISPR/Cas9 inhaltlich weitgehend mit der Gentechnologiedebatte von 2000 identisch ist und diese somit wiederaufleben lässt.
CRISPR/Cas9, Gentechnologie, Humangenetik, Präimplantationsdiagnostik, Stammzellforschung, Menschenwürde, Bioethik, Genome-Editing, Embryonenschutz, Teleologie, Deontologie, Genmanipulation, Bioethik, Schutzpflicht, Naturordnung
Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Bewertung der CRISPR/Cas9-Technologie im Bereich der Humangenetik und stellt diese der bereits geführten Debatte über klassische gentechnische Verfahren gegenüber.
Im Zentrum stehen die ethischen Fragestellungen, die Identifikation von Argumentationsfiguren sowie die Kriterien und Prinzipien (wie Menschenwürde oder Schutzpflicht), die sowohl in der Gentechnikdebatte als auch bei CRISPR/Cas9 verwendet werden.
Ziel ist es zu klären, ob die Debatte um CRISPR/Cas9 inhaltlich identisch mit der früheren Debatte um Gentechnik, PID und embryonale Stammzellforschung ist.
Es wird eine ethische Analyse durchgeführt, die die Positionen verschiedener Akteure typisiert, kategorisiert und in einem direkten Vergleich gegenüberstellt, um Gemeinsamkeiten und Diskrepanzen aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine technische Einführung zu CRISPR/Cas9 und einen umfangreichen ethischen Teil, in dem die Argumente von Befürwortern und Kritikern in beiden Debatten detailliert untersucht werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie CRISPR/Cas9, Menschenwürde, Bioethik, Genome-Editing, Embryonenschutz und ethische Argumentationsfiguren charakterisiert.
CRISPR/Cas9 ermöglicht als erste Methode ein gezieltes und präzises Schneiden des Genoms an festgelegten Stellen, was als „Präzisions-Genom-Editierung“ bezeichnet wird und deutlich kostengünstiger sowie schneller ist.
Dabei handelt es sich um eine viergliedrige Argumentationsfigur, die das Spezies-, Kontinuitäts-, Identitäts- und Potentialitätsargument zusammenfasst, um dem Embryo Würde zuzusprechen und ethische Grenzen bei der Forschung zu fordern.
Gegner der Technologie nutzen das Dammbruch-Argument, um zu warnen, dass eine aktuelle Erlaubnis bestimmter Eingriffe zukünftig den Weg für Missbräuche, Designerbabys oder einen unerwünschten gesellschaftlichen Wandel ebnen könnte.
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