Magisterarbeit, 2008
152 Seiten, Note: 1,7
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER UNTERSUCHUNG
2.1. Publizistische Vielfalt
2.2. Das Problem der Objektivität der Berichterstattung
2.3. Zur Trennung von Nachricht und Meinung
2.4. Nachrichtenauswahl und Verzerrungen in der Berichterstattung
2.4.1. Nachrichtenauswahl- und Gatekeeper-Forschung. Warum wird ein Ereignis zur Nachricht?
2.4.2. News-Bias-Forschung
2.4.2.1. Verzerrte Berichterstattung und ihre Ursachen
2.4.2.2. Verzerrung der Berichterstattung durch Synchronisation
2.4.2.2.1. Rollenzuschreibungen als Mittel der Synchronisation
2.4.2.2.2. „Opportune Zeugen“ als Mittel der Synchronisation
2.4.2.2.3. „Instrumentelle Aktualisierung“ als Mittel der Synchronisation
2.5. Zusammenfassung
3. MEDIEN UND KRIEG
3.1. Probleme der Kriegsberichterstattung
3.2. Krieg als Thema der (deutschen) Berichterstattung
3.3. Der israelisch-arabische Konflikt und die Medien
3.3.1. Berichterstattung im israelisch-arabischen Konflikt
3.3.2. Entwicklung des Konflikts und seine Begleitung durch die Medien
3.3.2.1. Von der israelischen Staatsgründung zum Sechstagekrieg
3.3.2.2. Sechstagekrieg 1967
3.3.2.3. Jom-Kippur-Krieg 1973
3.3.2.4. Der Weg zum ersten Libanonkrieg 1982 und seine Folgen
3.3.2.5. Aufstand der Palästinenser
3.3.2.6. Der zweite Libanonkrieg 2006
3.4. Zusammenfassung
4. ANLAGE DER UNTERSUCHUNG
4.1. Gegenstand und Methode der Analyse und Untersuchungsziele
4.2. Anwendung der theoretischen Grundlagen auf die Untersuchung
4.3. Medienauswahl
4.4. Forschungsfragen und Hypothesen
4.5. Untersuchungszeitraum
4.6. Operationalisierung und Kategorienbildung
4.7. Validitäts- und Reliabilitätsprüfung
5. ERGEBNISSE
5.1. Vorgehensweise zur Überprüfung der Hypothesen
5.2. Rollenbilder
5.2.1. Darstellung Israels
5.2.2. Darstellung der Opfer
5.2.3. Urheber der Täter-Darstellungen
5.2.4. Zusammenfassung
5.3. Themenauswahl
5.3.1. Thematisierung militärischer Kampfhandlungen
5.3.2. Thematisierung der humanitären Situation
5.3.3. Zusammenfassung
5.4. Bewertungen
5.4.1. Negative Bewertungen und ihre Urheber
5.4.2. Zusammenfassung
5.5. Synchronisation in den drei Zeitungen
6. SCHLUSSBETRACHTUNG
6.1. Berichterstattung und Synchronisation
6.2. Weiterführende Gedanken
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob es in der Berichterstattung deutscher Printmedien über den Libanonkrieg 2006 zu einer Synchronisation von Berichterstattung und Kommentierung kam. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob die mediale Darstellung der Konfliktparteien (Israel als Täter, libanesische Zivilbevölkerung als Opfer) durch eine Angleichung von Nachrichten- und Meinungsteil legitimiert wurde.
2.4.2.2. Verzerrung der Berichterstattung durch Synchronisation
Kernpunkt der Betrachtungen zur Synchronisation ist die Untersuchung von Publikationen hinsichtlich der Einhaltung der Trennungsnorm von Nachricht und Meinung.
Für Klaus Schönbach ist Synchronisation dabei die gleichsinnige Vermischung von Nachricht und Meinung. Sie findet demnach in einem Medium statt, wenn Meinungsbeiträge auf der einen Seite mit Nachrichtenbeiträgen auf der anderen Seite so abgestimmt werden, dass jene Nachrichtenbeiträge, die die Meinungslinie unterstützen, durch Selektion oder prominente Platzierung hervorgehoben werden (SCHÖNBACH 1977: 9).
Schönbach interpretiert damit die formulierte Trennungsnorm nicht nur als Verbot der offenen Wertungen und Urteile in der Berichterstattung, sondern auch der bewussten Veränderung der Information mit dem Ziel, dem Rezipienten bestimmte Schlussfolgerungen nahe zu legen. Außer der offenen Meinungsäußerung ist dies für Schönbach auch durch die subtileren Mittel der Selektion und Transformation von Informationen realisierbar (ebd: 24).
1. EINLEITUNG: Einführung in den Libanonkrieg 2006 und Formulierung der Forschungsfrage zur Synchronisation in deutschen Medien.
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER UNTERSUCHUNG: Erörterung der Begriffe publizistische Vielfalt, Objektivität und der Trennung von Nachricht und Meinung sowie Definition der Synchronisation.
3. MEDIEN UND KRIEG: Analyse der Probleme bei der Kriegsberichterstattung und historischer Rückblick auf den israelisch-arabischen Konflikt.
4. ANLAGE DER UNTERSUCHUNG: Beschreibung der angewandten quantitativen Inhaltsanalyse, der Medienauswahl und der Hypothesenbildung.
5. ERGEBNISSE: Darstellung und Auswertung der Analyseergebnisse bezüglich Rollenbildern, Themenauswahl und Bewertungen in den drei Zeitungen.
6. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse und kritische Reflexion des Forschungsansatzes.
Libanonkrieg 2006, Synchronisation, Nachrichtenauswahl, Objektivität, Trennung von Nachricht und Meinung, Rollenzuschreibung, Kriegsberichterstattung, Inhaltsanalyse, News-Bias, Israel, Hisbollah, Täter-Opfer-Darstellung, Journalismus, Presseforschung, Mediensystem
Es geht um die Frage, ob deutsche Printmedien den Libanonkrieg 2006 einseitig darstellten, indem sie Nachrichtenteil und Kommentar inhaltlich angleichten.
Die Themenfelder umfassen die Rolle von Israel und der Hisbollah im Konflikt, die Darstellung der Kriegsakteure als Täter oder Opfer sowie die journalistische Sorgfalt bei der Informationsvermittlung.
Das Ziel ist die empirische Überprüfung der These, ob eine Synchronisation von Nachricht und Kommentar stattgefunden hat, bei der Israel bevorzugt als Täter und die Libanesen als Opfer dargestellt wurden.
Es wird eine quantitative Inhaltsanalyse von drei überregionalen deutschen Tageszeitungen durchgeführt, ergänzt durch qualitative Aspekte zur tieferen Analyse der Rollenzuschreibungen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die historische Einordnung des Nahostkonflikts, die methodische Anlage und die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten.
Wichtige Begriffe sind Libanonkrieg, Synchronisation, Objektivitätsnorm, Rollenzuschreibung und Täter-Opfer-Narrativ.
Während die taz Israel kritischer betrachtet und häufiger als Täter darstellt, zeigt die Welt aufgrund ihrer Verlagsgrundsätze eine pro-israelische Tendenz, wobei jedoch auch hier negative Tendenzen gegenüber der israelischen Regierung in den Analysen sichtbar wurden.
Der Begriff beschreibt das Phänomen, dass Journalisten gezielt Dritte (z.B. Experten oder Einzelpersonen) zitieren, die die eigene, bereits im Kommentar eingenommene Sichtweise auf den Konflikt stützen, um indirekt die eigene Meinung in den Nachrichtenteil einfließen zu lassen.
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