Magisterarbeit, 2004
111 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Schweden im Brennpunkt
2.1 Aspekte der sozialen und geografischen Umwelt
2.1.1 Land und Klima
2.1.2 Soziodemografie
2.1.3 Wohlfahrtsstaat
2.1.4 Arbeitslosigkeit
2.2 Kriminalität in Schweden
2.2.1 Evaluierung im skandinavischen Vergleich
2.2.2 Auswertung
2.2.2.1 Erklärungsversuch
2.2.2.2 Kriminalstatistiken
2.2.3 Deutungsansatz
2.2.4 Trends
2.2.5 Kriminalprävention in Schweden
2.3 Die schwedische Polizei
2.3.1 Struktur und Fakten
2.3.1.1 Die Nationale Polizeibehörde
2.3.1.2 Die zentrale Verwaltungsbehörde
2.3.1.3 Nationale Abteilung für die Verbrechensaufklärung
2.3.1.4 Das zentrale forensische Labor
2.3.1.5 Die Sicherheitspolizei
2.3.1.6 Die lokalen Polizeibehörden
2.3.1.7 Die Nationale Polizeihochschule
2.3.2 Qualifikation und Standard
2.3.3 Kontrolle und Verantwortung
2.4 Der Fall Olof Palme
2.4.1 Die Tatsachen
2.4.2 Das Versagen der Polizei und die Folgen
2.4.3 Der Mythos und die Verschwörungstheorien
2.5 Der Fall Anna Lindh
2.5.1 Der Verlauf der Ermittlung
2.5.2 Das Versagen der Polizei im Fall Anna Lindh
2.5.3 Die Folgen
3 Der Kriminalroman als Mittel zur Gesellschaftskritik
3.1 Historie der Gattung nach Ira Dschimmel
3.2 Der realistisch ambitionierte Kriminalroman
3.2.1 George Simenons Kommissar Maigret
3.2.2 Friedrich Dürrenmatts Kommissar Hans Bärlach
3.2.3 Truman Capote
3.3 Maj Sjöwall und Per Wahlöö
3.3.1 Die moderne schwedische Gesellschaft
3.3.1.1 Die Modernisierung
3.3.1.2 Bestandsaufnahme, Auswertung und Kritik
3.3.2 Wer ist Martin Beck?
3.3.3 Das Interview mit Maj Sjöwall
4 Henning Mankell
4.1 Zur Person Henning Mankell
4.2 Ausgewählte Ansichten
4.3 Mankell und der Fall Anna Lindh
4.3.2 Gewalt
4.3.3 Terrorismus
4.3.4 Lösungen?
4.3.5 Der Mord an Anna Lindh
4.4 Wer ist Kurt Wallander?
5 Kurt Wallander
5.1 Die Rahmenhandlung der Romanreihe
5.2 Die Bücher, die Fälle
5.2.1 Mörder ohne Gesicht
5.2.2 Hunde von Riga
5.2.3 Die weiße Löwin
5.2.4 Der Mann, der lächelte
5.2.5 Die falsche Fährte
5.2.6 Die fünfte Frau
5.2.7 Mittsommermord
5.2.8 Die Brandmauer
5.2.9 Wallanders erster Fall
5.2.10 Vor dem Frost
5.3 Die Figur Kurt Wallander
5.3.1 Charakter
5.3.2 Eigenschaften, Einstellungen, Gedanken
5.3.3 Krankheiten, schlechte Angewohnheiten und Träume
5.3.4 Normalitätsaspekte
5.3.5 Alkohol
5.4 Der Vater
5.5 Die Familie, die Freunde, die Frauen
5.6 Der Beruf
5.7 Wallanders Kollegen
5.8 Die schwedische Polizei nach Kurt Wallander
5.8.1 Wallanders Pflichtverletzungen
5.8.2 Ernste Momente
5.8.3 Verbrechensdarstellungen
5.9 Wallanders Kritik an Schweden
5.10 Die Gesellschaftsdarstellung und Kritik nach Kurt Wallander
5.10.1 Die Ausländerthematik
5.10.2 Rassismus
6 Erkenntnissammlung und Resümee
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Gesellschaftskritik im schwedischen Kriminalroman zu untersuchen, wobei Henning Mankell und sein Protagonist Kurt Wallander als zentrale Fallbeispiele dienen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Mankell durch seine Romane aktuelle gesellschaftliche Missstände und die Veränderungen innerhalb des schwedischen Staates und Rechtssystems reflektiert und kritisch hinterfragt.
Die Figur Kurt Wallander
In den folgenden Kapiteln werden die Zitate aus den Wallander-Romanen abweichend von der sonst üblichen Zitierpraxis nur mit dem Romantitel und der Buchseite angegeben. Die kompletten Angaben finden sich wie üblich im Literaturverzeichnis. Außerdem befindet sich das Komplettspektrum zu den Romanen und das Factbook auf der beiliegenden CD.
Jeder Wallander-Roman, abgesehen von „Mörder ohne Gesicht“, weist Redundanzen auf. Die Figur des Kurt Wallander verändert sich nur langsam, so wie eine reale Persönlichkeit auch. Das Zurückfallen in alte Gewohnheiten sowie das Lernen durch Wiederholung machen die Figur Wallander aus. Kurt Wallander besitzt einen eigenständigen Charakter, der Vorstellungen, Gedanken und Eigenschaften hat. Er leidet an Krankheiten, hat schlechte Angewohnheiten und träumt. Kindheitserfahrungen sowie die persönlichen Beziehungen in seinem Leben haben ihn geprägt. Dabei spielt sein Vater eine bedeutende Rolle und auch die Bindung zu seiner Tochter. Freunde, Beziehungen zu Frauen und das Verhältnis zu seinen Kollegen machen den restlichen Teil seiner Gefühlswelt aus. Die Berufswelt lässt sich bei Wallander nicht klar vom Privatleben trennen. Häufig überschneiden sich beide Welten, und der Zwiespalt, Berufliches und Privates zu trennen, wird deutlich. Seine Arbeit als Polizist in Schweden, der Wandel weg vom Wohlfahrtsstaat, die wachsende Kriminalität und der Anstieg an Kapitalverbrechen sowie die zunehmende Ausländerfeindlichkeit sind immer wieder Bestandteil seines Alltag.
Im Folgenden soll anhand gesammelter Exzerpte detailliert die Person Kurt Wallander dargestellt werden.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Aufstieg skandinavischer Kriminalromane und stellt die Forschungsfrage, wie Kurt Wallander als glaubwürdiges Sprachrohr für Mankells Gesellschaftskritik fungiert.
2 Schweden im Brennpunkt: Dieses Kapitel analysiert die soziale und geografische Lage Schwedens, die Kriminalitätsentwicklung, die Struktur der schwedischen Polizei sowie die Auswirkungen der Morde an Olof Palme und Anna Lindh.
3 Der Kriminalroman als Mittel zur Gesellschaftskritik: Es wird die Historie der Gattung beleuchtet und der Übergang vom klassischen Rätselkrimi zum realistisch ambitionierten Kriminalroman anhand von Autoren wie Simenon, Dürrenmatt, Capote und Sjöwall/Wahlöö analysiert.
4 Henning Mankell: Dieses Kapitel widmet sich der Person Henning Mankell, seinen Ansichten zu gesellschaftlichen Themen wie Rassismus und Terrorismus sowie seiner Einordnung der Morde an Anna Lindh.
5 Kurt Wallander: Hier erfolgt eine tiefgehende Profil- und Charakteranalyse von Kurt Wallander, inklusive seiner Lebensumstände, Beziehungen, Gesundheitsprobleme und seiner Rolle als Medium der Kritik an Schweden.
6 Erkenntnissammlung und Resümee: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass durch die realistische Charakterzeichnung von Kurt Wallander gesellschaftliche Kritik glaubwürdig und nachvollziehbar vermittelt wird.
Henning Mankell, Kurt Wallander, schwedischer Kriminalroman, Gesellschaftskritik, Wohlfahrtsstaat, Polizeiarbeit, soziale Entwicklung, Rassismus, Sjöwall/Wahlöö, Martin Beck, Olof Palme, Anna Lindh, Kriminalprävention, Kriminalliteratur, Moderne Gesellschaft.
Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen Gesellschaftskritik und dem modernen schwedischen Kriminalroman, wobei der Fokus auf Henning Mankells Werken und seinem Protagonisten Kurt Wallander liegt.
Die zentralen Themen umfassen den Wandel der schwedischen Gesellschaft, die Kritik am Polizeiapparat, die Problematiken von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie die Rolle des Kriminalromans als Spiegelbild gesellschaftlicher Missstände.
Das Ziel ist es, zu analysieren, warum Kurt Wallander als Ermittler so glaubwürdig ist und inwiefern er als Medium dient, um Kritik am schwedischen Rechtssystem und der sozialen Entwicklung zu transportieren.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse der Kriminalliteratur sowie soziologischer Aspekte der schwedischen Gesellschaft, gestützt durch Zitate aus den Romanen und Experteninterviews.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der schwedischen Lebensrealität, die Entwicklung des Kriminalromans, ein Porträt von Henning Mankell sowie eine detaillierte Charakterstudie der Figur Kurt Wallander und seiner persönlichen sowie beruflichen Herausforderungen.
Wichtige Begriffe sind Gesellschaftskritik, Wohlfahrtsstaat, Polizeiarbeit, Rassismus, schwedische Kriminalliteratur und der Protagonist Kurt Wallander.
Die Morde an Olof Palme und Anna Lindh werden als traumatische Zäsuren für Schweden betrachtet, die das Ende einer Ära der Sorglosigkeit markieren und das Vertrauen in die staatliche Sicherheitsarchitektur nachhaltig beschädigt haben.
Der Vergleich verdeutlicht die Entwicklung der Ermittlerfigur: Während Martin Beck primär durch seine professionelle Arbeit definiert wird, rückt bei Wallander die Person als Ganzes – mit privaten Schwächen, Krankheiten und einer steten psychologischen Entwicklung – in den Fokus der Kritik.
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