Doktorarbeit / Dissertation, 2008
152 Seiten
1. Einleitung und Aufgabenstellung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Calciumcarbonat
2.1.1 Die beteiligten Ionen
2.1.2 Calciumcarbonat und seine polymorphen Phasen
2.1.2.1 Calcit
2.1.2.2 Aragonit
2.1.2.3 Vaterit
2.1.2.4 Monohydrocalcit
2.1.2.5 Ikait
2.1.2.6 Amorphes Calciumcarbonat (ACC)
2.1.3 Calciumcarbonat und Biomineralisation
2.2 Calciumphosphate
2.2.1 Das Orthophosphat-System
2.3 Arteriosklerose und glatte Muskelzellen
2.4 Knochen
2.4.1 Aufbau von Knochen
2.4.2 Zusammensetzung des Knochenminerals
2.4.3 Knochenersatzmaterialien
3. Verwendete Analysemethoden
3.1 Rasterelektronenmikroskopie (REM) mit energiedispersiver Röntgenspektroskopie (EDX)
3.2 Transmissionselektronenmikroskopie (TEM)
3.3 IR-Spektroskopie (IR)
3.4 Thermogravimetrie (TG)
3.5 Dynamische Differenz-Kalorimetrie (DSC)
3.6 Röntgenpulverdiffraktometrie (XRD)
3.7 Kernresonanzspektroskopie (NMR)
3.8 Atomabsorptionsspektroskopie (AAS) und Elementaranalyse (EA)
4. Ergebnisse und Diskussion
4.1 Calciumcarbonate
4.1.1 ACC
4.1.2 Ikait
4.1.3 Festkörper-NMR-Spektroskopie an Calciumcarbonat-Phasen
4.2 Knochenersatzmaterialien
4.2.1 Zelltests an synthetischem Knochenersatzmaterial
4.2.2 Analyse von zwei Knochenersatzmaterialien
4.3 Einfluss von Apatit auf glatte Muskelzellen
5. Experimenteller Teil
5.1 Herstellung von ACC
5.2 Umwandlung von ACC
5.3 Herstellung von Ikait
5.4 Herstellung von MHC
5.5 Fällung von Hydroxylapatit und Carbonatapatit
5.6 Apatit für Osteoblasten- und Osteoklastentests
5.7 Apatit für Tests mit glatten Muskelzellen
6. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Synthese, Charakterisierung und biologischen Prüfung von Calciumcarbonat-Phasen (insbesondere ACC und Ikait) sowie Calciumphosphat-basierten Knochenersatzmaterialien, um deren Potenzial als Biomaterialien sowie deren Einfluss auf pathologische Verkalkungsprozesse zu bewerten.
2.1.2.1 Calcit
Calcit, die bei 25 °C und 1013 hPa thermodynamisch stabilste Calciumcarbonat Modifikation, kristallisiert in einer trigonalen Struktur in der Raumgruppe R3 c (Abbildung 1). Zudem existieren noch eine Hochtemperaturmodifikation (985 °C bei Normaldruck) mit der Raumgruppe R3m [41] und mehrere Hochdruckmodifikationen (Calcit II - Calcit V). Bei Raumtemperatur entsteht Calcit II bei 1,70 GPa, der dann bei 2,15 GPa in Calcit III übergeht. Calcit III ist bei Raumtemperatur bis 6,16 GPa stabil und wandelt sich erst bei einer Temperaturerhöhung auf 345 °C in Aragonit um [42]. Calcit zerfällt bei ungefähr 600 °C in Calciumoxid und Kohlendioxid; die genaue Zerfallstemperatur hängt dabei vom vorliegenden CO2-Partialdruck ab.
Reiner Calcit ist durchsichtig und farblos. In der Natur vorkommender Calcit ist meist in Abhängigkeit der Ionen, die einige Calcium-Ionen im Kristallgitter ersetzen, gefärbt. Calcit hat die besondere Eigenschaft, wie alle nichtkubischen, lichtdurchlässigen Minerale, einen einfallenden Lichtstrahl in zwei polarisierte Lichtstrahlen zu zerlegen, die verschieden stark gebrochen werden. Durch diese Doppelbrechung erscheint ein durch einen Calcitkristall beobachtetes Objekt doppelt. Calcitvorkommen findet man auf Island, in den USA, in Mexiko und auch in Deutschland (im Sauerland, im Harz und im Erzgebirge). Aus dem Isländischen Doppelspat werden so genannte Nicol'sche Prismen für optische Geräte (Polarisationsapparate) angefertigt. Die gewöhnlichen Erscheinungsformen des Calciumcarbonats in der Natur sind Kalkstein, Kreide und Marmor.
Kalkstein ist überwiegend durch Ton verunreinigt und feinkristallin, während Marmor sehr rein und grobkristallin ist. Kreide hat sich aus Schalentrümmern von Einzellern gebildet [24, 25, 43].
1. Einleitung und Aufgabenstellung: Diese Einleitung erläutert das Forschungsinteresse an Calciumcarbonat-Phasen und Knochenersatzmaterialien sowie die medizinische Notwendigkeit für verbesserte synthetische Implantate.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert eine umfassende wissenschaftliche Basis zu den chemischen Eigenschaften von Calciumcarbonaten, Calciumphosphaten, Knochen sowie den relevanten physiologischen Prozessen bei Arteriosklerose.
3. Verwendete Analysemethoden: Hier werden die experimentellen Untersuchungsmethoden, darunter REM/EDX, TEM, IR-Spektroskopie, thermische Analysen, XRD sowie NMR-Spektroskopie, detailliert beschrieben.
4. Ergebnisse und Diskussion: Dieses Kapitel präsentiert die experimentellen Befunde zur Stabilität und Umwandlung von Calciumcarbonat-Phasen sowie zur biologischen Eignung der hergestellten Carbonatapatit-Knochenersatzmaterialien und deren Interaktion mit Muskelzellen.
5. Experimenteller Teil: Dieser Teil beschreibt die genauen Synthesevorschriften und Versuchsbedingungen für die Herstellung der untersuchten Substanzen und die Vorbereitung der biologischen Zelltests.
6. Zusammenfassung: Diese Sektion fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zur Synthese von Calciumcarbonaten, zur Stabilität von Ikait sowie zur Eignung synthetischer Carbonatapatite als Knochenersatzmaterial zusammen.
Calciumcarbonat, Calciumphosphat, ACC, Ikait, Hydroxylapatit, Carbonatapatit, Knochenersatzmaterial, Biomineralisation, Arteriosklerose, Zelltest, Osteoblasten, Osteoklasten, Festkörper-NMR, Biokompatibilität, Bioresorbierbarkeit
Die Arbeit untersucht die Synthese und Eigenschaften von instabilen Calciumcarbonat-Modifikationen sowie die Entwicklung und biologische Erprobung synthetischer Knochenersatzmaterialien auf Carbonatapatit-Basis.
Die zentralen Felder sind die Biomineralisation, die Materialwissenschaft von Calciumcarbonaten und -phosphaten sowie medizinische Fragestellungen zur Knochenregeneration und vaskulären Verkalkung.
Das primäre Ziel besteht darin, Synthesevorschriften für instabile Calciumcarbonat-Phasen wie ACC und Ikait zu validieren und neue, biokompatible Knochenersatzmaterialien zu entwickeln, die dem natürlichen Knochen in ihrer chemischen Zusammensetzung sehr nahe kommen.
Zur Charakterisierung werden umfangreiche physikalisch-chemische Methoden wie Rasterelektronenmikroskopie (REM), Transmissionselektronenmikroskopie (TEM), IR-Spektroskopie, Thermogravimetrie (TG), Dynamische Differenz-Kalorimetrie (DSC), Röntgenpulverdiffraktometrie (XRD) und Festkörper-NMR-Spektroskopie verwendet.
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der Stabilität und Umwandlung von ACC und Ikait, der Charakterisierung von Carbonatapatiten für medizinische Anwendungen sowie mit Zelltests, die zeigen, wie diese Materialien mit Osteoblasten, Osteoklasten und glatten Muskelzellen interagieren.
Wichtige Begriffe sind Calciumcarbonat, ACC, Ikait, Carbonatapatit, Knochenersatzmaterial, Biokompatibilität und Arteriosklerose.
ACC gilt als Vorläuferphase in der Biomineralisation. Die Arbeit zielt darauf ab, diese instabile Phase im Labor ohne Zusätze herzustellen und ihre Stabilität sowie ihr Potenzial als Baustein für kristalline Phasen zu verstehen.
Die Arbeit zeigt, dass insbesondere kleine Apatit-Kristalle in arteriosklerotischen Plaques durch einen Anstieg der intrazellulären Calciumkonzentration Zelltod (Apoptose) in glatten Muskelzellen auslösen können, was zur Instabilität der Plaques beitragen kann.
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