Diplomarbeit, 2006
124 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Amico-Projekt
2 Kompetenzen: Geschichte und Definition
2.1 Handlungskompetenz im beruflichen Kontext
2.2 Handlungskompetenz in der beruflichen Erstausbildung
2.3 Schlüsselqualifikationen
2.4 Schlüsselqualifikationen bei der Auswahl von Auszubildenden
3 Kompetenzmodelle
3.1 The Great Eight Competencies
3.1.1 Entwicklung eines Kompetenzmodells
3.2 Campbells Berufsleistungsmodell
4 Great Eight Prädiktoren
4.1 Big Five
4.2 Intelligenzfaktor “g”
4.3 McClellands Motivationstheorie
5 Berufliche Leistungsbeurteilung
5.1 Selbstbeurteilung
6 Methode
6.1 Methodenbeschreibung
6.2 Stichprobe
6.2.1 Stichprobe im Einzelhandel
6.1.1 Stichprobe in der Gastronomie
6.2 Durchführung
6.2.1 Vorstudie
6.2.2 Pretest
6.2.3 Untersuchungsdurchführung
6.2.4 Auswertungsmethode
7 Ergebnisse
7.1 Darstellung der qualitativen Ergebnisse Einzelhandel
7.2 Darstellung der quantitativen Ergebnisse Einzelhandel
7.3 Interpretation der Ergebnisse Einzelhandel
7.4 Darstellung der qualitativen Ergebnisse Gastronomie
7.5 Darstellung der quantitativen Ergebnisse Gastronomie
7.6 Interpretation der Ergebnisse Gastronomie
7.7 Gegenüberstellung der Ergebnisse beider Branchen
8 Diskussion
8.1 Schwächen der Untersuchung
8.2 Stärken der Untersuchung
8.3 Implikationen für die inhaltliche Ausgestaltung des Amico-Projektes
8.3.1 Implikationen für die Praxis aus den Ergebnissen der Einzelhandelsstichprobe
8.3.2 Implikationen für die Praxis aus den Ergebnissen der Gastronomiestichprobe
8.3.3 Förderung der Kompetenzen Einsatzbereitschaft, Teamfähigkeit und Lernbereitschaft und -fähigkeit im Amico-Projekt
8.4 Fazit
Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, branchenspezifische Kompetenzmodelle für Praktikanten im Einzelhandel und in der Gastronomie zu entwickeln. Auf dieser Basis sollen praxistaugliche Checklisten abgeleitet werden, um das erfolgskritische Verhalten während des Praktikums zu evaluieren und als Grundlage für die Auswahl und Entwicklung von Auszubildenden zu dienen.
2.1 Handlungskompetenz im beruflichen Kontext
Die Arbeitswelt hat sich in den letzten drei Jahrzehnten grundlegend verändert (Bähr, 2005a).
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat einige Haupttrends herauskristallisiert, die den technologischen und wirtschaftlich Wandel auf der Makroebene beschreiben wie z.B. Globalisierung, Digitalisierung der Informationsprozesse, Zunahme des internationalen Wettbewerbs etc. (Kleinhenz, 1998). Ferner wandelt sich die Arbeitswelt in Deutschland laut Prognosen des IAB weiterhin und in einem zunehmenden Maße von einer Produktions- zu einer Dienstleistungsgesellschaft (Jung, 2006; Werner, 2003).
Diese Entwicklung hat zur Folge, dass der Arbeitskräftebedarf im primären und sekundären Sektor zugunsten des Arbeitskräftebedarfs im tertiären Sektor weiterhin abnehmen wird (Jung, 2006). Dieser Trend begann bereits Anfang der 90er Jahre. Von April 1991 bis Mai 2003 stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor um 3,5 Millionen, was einer Zunahme von 17% entspricht, auf 24 Millionen Beschäftigte. Im sekundären Sektor hingegen, besonders im produzierenden Gewerbe konnte ein Rückgang der Erwerbstätigkeit um 4,1 Millionen, was einer Abnahme von 36% entspricht, auf 11,3 Millionen Beschäftigte verzeichnet werden (Statistisches Bundesamt, Mai 2004 in Jung, 2006, S. 835-836).
Im Jahr 2004 ging aus den Zahlen des statistischen Bundesamtes für das Jahr 2003 hervor, dass im Mai 2003 etwa 81% der erwerbstätigen Frauen und 54% der erwerbstätigen Männer im tertiären Sektor beschäftigt waren. Im Mai 2003 arbeiteten 21% der im Dienstleistungssektor Beschäftigten im Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen und Gebrauchsgütern, weitere 5% arbeiteten im Gastgewerbe (Statistisches Bundesamt, Mai 2004, in Jung, 2006, S. 836-837).
Einhergehend mit dem rapiden wirtschaftlichen Wandel wachsen auch die Qualifikationsanforderungen an die Beschäftigten. Wissen veraltet aufgrund der steigenden Geschwindigkeit der Innovationszyklen schnell, folglich sinkt auch die Halbwertzeit des spezifischen beruflichen Fachwissens. Aus diesem Grund ist heutzutage die Fähigkeit zur schnellen und effizienten Aneignung neuen Wissens unabdingbar (Jung, 2006; Silbereisen & Reitzle, 2000; Werner, 2003).
1 Einleitung: Beschreibt die gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation junger Menschen und stellt das Amico-Projekt als Rahmen für die Diplomarbeit vor.
2 Kompetenzen: Geschichte und Definition: Definiert den Kompetenzbegriff und erläutert die Bedeutung der Handlungskompetenz sowie Schlüsselqualifikationen im beruflichen Kontext.
3 Kompetenzmodelle: Stellt Bartrams „Great Eight“ und Campbells Berufsleistungsmodell als theoretische Grundlagen für die empirische Arbeit vor.
4 Great Eight Prädiktoren: Analysiert Persönlichkeits- und Motivationsfaktoren (Big Five, Intelligenz, McClelland) als Prädiktoren für Berufsleistung.
5 Berufliche Leistungsbeurteilung: Erläutert Theorien, Funktionen und Vor- bzw. Nachteile der Leistungsbeurteilung, insbesondere der Selbstbeurteilung.
6 Methode: Beschreibt das methodische Vorgehen der explorativen Interviewstudie sowie die Auswahl und Zusammensetzung der Expertenstichproben.
7 Ergebnisse: Präsentiert die qualitativen und quantitativen Ergebnisse für Einzelhandel und Gastronomie und führt eine Gegenüberstellung der Branchen durch.
8 Diskussion: Reflektiert die Stärken und Schwächen der Untersuchung und leitet Implikationen für die inhaltliche Ausgestaltung des Amico-Projektes ab.
Kompetenzmodell, Handlungskompetenz, Einzelhandel, Gastronomie, Praktikanten, Leistungsbeurteilung, Great Eight, Schlüsselqualifikationen, Experteninterview, Critical Incident Technique, Berufsleistung, Amico-Projekt, Selbstbeurteilung, Fremdevaluation, Kompetenzmessung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung branchenspezifischer Kompetenzmodelle für Praktikanten im Einzelhandel und in der Gastronomie, um daraus Checklisten zur Leistungsbeurteilung abzuleiten.
Zentrale Themen sind Kompetenzmodelle (speziell „Great Eight“), berufliche Leistungsbeurteilung, Schlüsselqualifikationen und die Arbeitsmarktintegration junger Erwachsener.
Das Ziel ist es, erfolgskritische Verhaltensweisen von Praktikanten empirisch zu erfassen und daraus praxistaugliche Instrumente zur Selbst- und Fremdevaluation zu entwickeln.
Es wurde eine explorative qualitative Interviewstudie mit quantitativen Elementen durchgeführt, die auf der Critical Incident Technique nach Flanagan und der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring basiert.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Kompetenzmodelle, die empirische Datenerhebung mittels Experteninterviews sowie die Darstellung und Interpretation der Ergebnisse für die Branchen Einzelhandel und Gastronomie.
Kompetenzmodell, Berufsleistung, Einzelhandel, Gastronomie, Praktikanten, Leistungsbeurteilung, Great Eight, Schlüsselqualifikationen und Experteninterview.
Im Einzelhandel stehen kommunikative Kompetenzen und Beziehungsaufbau im Vordergrund, während in der Gastronomie hohe Organisationsfähigkeit und Stressbewältigung als kritisch erachtet werden.
Das Amico-Projekt dient als praktischer Rahmen der Studie; die Ergebnisse sollen dabei helfen, die Qualifizierungsphase für junge Erwachsene gezielter zu gestalten.
Die Arbeit betont, dass eine Kombination aus beidem sowohl für die Selektion als auch für die Personalentwicklung (Lernprozess) essenziell ist, um eine objektive Leistungsbewertung zu ermöglichen.
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