Diplomarbeit, 2009
95 Seiten, Note: 2,3
1. Thematische Einführung
2. Grundlagen der EU-Agrarsubventionen
2.1. Momentaufnahme
2.2. Begriffliche Grundlagen
2.2.1. Subventionen in Subventionsberichten der Bundesregierung
2.2.2. Subventionsabgrenzung in Wirtschaftsforschungsinstituten
2.2.3. Subventionen in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
2.3. Reformen
2.3.1. Das System der Boxen
2.3.2. Das Reformpaket Agenda 2000
2.3.3. Der GAP-Gesundheitscheck
3. Abgrenzung des EU-Agrarsektors
3.1. Zahlen und Fakten
3.2. Handels- und Agrarpolitik der EU
3.3. Veränderte agrarpolitische Instrumente
3.4. Lobbyismus im Agrarsektor
4. Betrachtung der Märkte und ihrer Entwicklungen
4.1. Entwicklungen des Nahrungsmittelmarkts der EU
4.2. Zunehmende Bedeutung nachwachsender Rohstoffe
4.3. Auswirkungen auf Märkte in Entwicklungsländern
5. Zukunft von EU-Agrarsubventionen
5.1. Politik als Objektbereich
5.2. Trendszenario für EU-Agrarsubventionen
5.3. Strategische Möglichkeiten
5.4. Patente und Zertifikate – Der Handel mit der Zukunft
6. Abschließende Betrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Zukunft der EU-Agrarsubventionen vor dem Hintergrund aktueller globaler Herausforderungen wie Nahrungsmittelpreissteigerungen und der steigenden Bedeutung nachwachsender Rohstoffe. Dabei wird analysiert, inwieweit bisherige Förderinstrumente der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in einem veränderten Marktumfeld noch effizient sind und wie diese die Stabilität der Agrarmärkte sowie die wirtschaftliche Situation in Entwicklungsländern beeinflussen.
3.4. Lobbyismus im Agrarsektor
Das Phänomen Lobbyismus ist keineswegs neu. Er existiert, seitdem Gesetze menschliches Zusammenleben regeln und Individuen sich zusammenschließen, um Macht zu gewinnen. Die Lobby wird definiert als der Zusammenschluss von Personen oder Organisationen zur Vertretung gemeinsamer Interessen gegenüber Dritten. Im Wesentlichen ist der Lobbyismus durch persönliche Beziehungen und geschäftliche Bindungen des Lobbyisten charakterisiert und folgt dabei bestimmten Regelungen. Das Wechselspiel aus Geben und Nehmen, das Schließen von Informationslücken oder die Verschaffung von Vorsprüngen einerseits, sowie das aufzeigen von Präsenz, zeitnahes reagieren basierend auf Vertrauen und Glaubwürdigkeit kombiniert mit Klarheit und Offenheit andererseits stellen grundlegende Aspekte dar. Lobbying wird folge dessen auch definiert als das strategische Einwirken auf Entscheidungsträger und -prozesse durch präzise Informationen. Bangemann et al. stellte fest, dass Lobbyismus in seinen Ausprägungen als „legitim und nutzbringend“ einzustufen ist. Er begründet dies in der Interessenvertretung, die gerade in der Marktwirtschaft legitimiert sei, um ein richtiges Maß an Korrekturen und Verbesserungen vornehmen zu können. Dabei vermindert der Lobbyismus Reibungsverluste und leistungshemmende Konflikte zwischen Staat, Wirtschaft, Verbraucherverbänden oder Gewerkschaften und steigert insgesamt die Effizienz.
Die Agrarpolitik war eines der ersten Gebiete die ihre Zuständigkeiten, im Rahmen der GAP, auf die europäische Gemeinschaftsebene übertrug. Folge dessen waren es auch die Agrarlobbyisten, die sich mit zuerst in Brüssel organisierten und etablierten. Während es in der EU in Folge des Strukturwandels zu abnehmenden Beschäftigungszahlen im Agrarsektor kommt, wird die Lobby die Subventionen im landwirtschaftlichen Bereich verteidigt, durch vorgelagerte Branchen wie bspw. Maschinen- oder Agrochemikalienzulieferer und nachgelagerte Industrien, verstärkt.
1. Thematische Einführung: Diese Einleitung beleuchtet die globale Bedeutung der Landwirtschaft und thematisiert die aktuelle Volatilität der Nahrungsmittelpreise sowie die Rolle von Agrarsubventionen innerhalb der EU.
2. Grundlagen der EU-Agrarsubventionen: Dieses Kapitel liefert eine Begriffsdefinition sowie einen historischen Überblick über die Entwicklung und Reformen der Agrarpolitik, inklusive der WTO-konformen Klassifizierung nach Boxen.
3. Abgrenzung des EU-Agrarsektors: Der Abschnitt erläutert die ökonomischen Strukturen der europäischen Landwirtschaft, die Handels- und Agrarpolitik sowie die einflussreiche Rolle von Interessenverbänden.
4. Betrachtung der Märkte und ihrer Entwicklungen: Hier werden die Ursachen für Preisveränderungen am Nahrungsmittelmarkt und die wachsende Bedeutung nachwachsender Rohstoffe analysiert sowie deren Auswirkungen auf Entwicklungsländer diskutiert.
5. Zukunft von EU-Agrarsubventionen: Dieses Kapitel entwirft Szenarien für zukünftige Entwicklungen und erörtert strategische Handlungsoptionen, einschließlich des Einsatzes von Patenten und Zertifikaten.
6. Abschließende Betrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Subventionsabbaus bei gleichzeitiger Wahrung der politischen Stabilität und gesellschaftlicher Anforderungen.
Agrarsubventionen, Gemeinsame Agrarpolitik, GAP, WTO, Marktordnung, Nahrungsmittelmarkt, nachwachsende Rohstoffe, Lobbyismus, Subventionsabbau, Handelsliberalisierung, Entwicklungsländer, Welternährung, Biokraftstoffe, Strukturwandel, Agrarpolitik
Die Arbeit analysiert die Zukunft der EU-Agrarsubventionen unter dem Einfluss aktueller Marktentwicklungen im Nahrungsmittelbereich und bei nachwachsenden Rohstoffen.
Im Zentrum stehen die Struktur der Agrarsubventionen, die Auswirkungen der GAP, die Rolle des Lobbyismus und die ökonomischen Folgen für Entwicklungsländer.
Das Ziel ist es, den Reformbedarf der EU-Agrarsubventionen zu eruieren und Strategien für einen marktorientierten und effizienten Abbau aufzuzeigen.
Es wird eine qualitative Analyse durchgeführt, die unter anderem auf einer Szenario-Methodik zur Zukunftsvorhersage basiert.
Der Hauptteil befasst sich mit der Abgrenzung des Agrarsektors, den Marktmechanismen, dem Einfluss von Interessenverbänden sowie den Folgen der europäischen Politik auf globale Märkte.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Gemeinsame Agrarpolitik, WTO, Lobbyismus, Marktverzerrung und Welternährung gekennzeichnet.
Durch exportsubventionierte Überschusswaren aus der EU werden lokale Märkte in Entwicklungsländern überflutet, was die Existenzgrundlage dortiger Bauern gefährdet.
Die vermehrte Nutzung von Ackerflächen für Energiepflanzen erhöht die Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion, was die Preise landwirtschaftlicher Erzeugnisse in die Höhe treibt.
Agrarlobbyisten nehmen aktiv Einfluss auf Entscheidungsprozesse, um bestehende Subventionen zu sichern, was Reformen erschweren und die Konsensfindung behindern kann.
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