Bachelorarbeit, 2022
65 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Allgemeines zu Frauen auf der Flucht
2. Trauma und Postmigrationsstressoren
3. Resilienz und Posttraumatisches Wachstum
3.1 Posttraumatisches Wachstum
3.2 Resilienz
3.3 Resilienz geflüchteter Menschen
3.4 Religion in Verbindung mit Resilienz
3.5 Soziale Netzwerke in Verbindung mit Resilienz
3.6 Kultur in Verbindung mit Resilienz
4. Interview
4.1 Auswertung des Interviews nach Soeffner
4.1.1 erste Ebene: Paraphrasieren des Textausschnittes
4.1.2 zweite Ebene: Inkonsistenz
4.1.3 dritte Ebene: Objektive Sinnschließung
4.1.4 Schlussfolgerung der Auswertung
5. Empowerment als (Wieder-) Herstellung von Resilienz
5.1 Organisation „Women in Exile“ & „Women in Exile & Friend“
6. Fazit
6.1 Aufgabe der Sozialen Arbeit
6.2 Ausblick für die Soziale Arbeit
6.3 Umsetzung in der Sozialen Arbeit und aktueller Forschungsstand
Die Forschungsarbeit untersucht, welche Angebote die Soziale Arbeit bereitstellen sollte, um die Resilienz, Selbstwirksamkeit, Empowerment und Selbstorganisation geflüchteter Frauen effektiv zu fördern.
Textausschnitt des Interviews vom 10.11.21
„Jetzt habe ich Syrien ein bisschen vergessen. Also jetzt kann ich nicht läufen, also weiß ich diese Straße nicht oder so, ne? Ich war so klein und ja ich vermisse Syrien aber ich hab‘ mich hier gefunden, weißt du? Also ich hab‘ so viel Sache und so viel möglich hier, ich konnte das nicht in Syrien machen. Also ich liebe Syrien, das ist mein Heimatland aber gibt es so viele Sachen, dass ist Verbot und nur von Frauen, nicht für alle Leute z.27-35 (…).
Und hier in Deutschland kann ich arbeiten (…) Z.38. Also, musst du oder lernen oder arbeiten.
Und das ist gut. Hier in Deutschland ist Frau und Männer ist gleich, weißt du? Habe ich das auch, also sehr gut finden Z.41-44.
Dann ich hab‘ gesagt, ich will nach XY kommen und auch neben mein Eltern bleiben. Familie ist besser, nicht alleine. Also es ist für mich sehr wichtig hier mit meiner Familie zu sein Z.58-62.
Ich denke so auch, jetzt habe ich bessere Kraft und mein Tochter kann größer werden. Ich kann jetzt auch besser lernen und arbeiten, wenn mein Tochter in Kindergarten gehen. So das war sehr schön für mich zu kommen Z.67-70.
Ich habe viele Sorge, weil ich kann noch nicht alles verstehen und haben wir so viele Sache nicht. Aber, also jetzt mache ich die Post selbst in das gleiche Zeit, deswegen ist sehr gut. Habe ich weniger habe ich Ratenbezahlen ist besser Z.82-86.“
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die prekäre Lage geflüchteter Frauen, definiert Resilienz als seelischen Widerstandsprozess und formuliert die Forschungsfrage bezüglich unterstützender Angebote der Sozialen Arbeit.
2. Trauma und Postmigrationsstressoren: Dieses Kapitel erläutert Traumata als seelische Wunden und analysiert Postmigrationsstressoren wie soziale Isolation und bürokratische Hürden, die die psychische Gesundheit stark belasten.
3. Resilienz und Posttraumatisches Wachstum: Es werden die Konzepte Resilienz und posttraumatisches Wachstum detailliert definiert sowie die Bedeutung von persönlichen Ressourcen, Religion, sozialen Netzwerken und kulturellen Aspekten für die Krisenbewältigung untersucht.
4. Interview: Die Autorin begründet die Wahl der qualitativen Forschungsmethode und wertet mittels sozialwissenschaftlicher Hermeneutik ein Interview mit einer geflüchteten Klientin aus, um Einblicke in deren Ressourcen und Selbstbild zu gewinnen.
5. Empowerment als (Wieder-) Herstellung von Resilienz: Empowerment wird hier als zentraler Prozess der Gesundheitsförderung beschrieben, wobei die Organisation „Women in Exile“ als Paradebeispiel für gelungene Selbstorganisation und Solidarität dient.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Aufgaben der Sozialen Arbeit zusammen, kritisiert aktuelle Finanzierungsstrukturen und fordert eine stärkenorientierte sowie nachhaltige Unterstützung, um geflüchtete Frauen in ihrer Selbstbestimmung zu fördern.
Resilienz, Geflüchtete Frauen, Soziale Arbeit, Empowerment, Selbstwirksamkeit, Selbstorganisation, Trauma, Postmigrationsstressoren, Soziale Netzwerke, Integration, Identität, Sozialwissenschaftliche Hermeneutik, Gemeinwesenarbeit, Frauenrechte, Solidarität.
Die Forschungsarbeit befasst sich mit der seelischen Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von geflüchteten Frauen und untersucht, welche Unterstützungsangebote der Sozialen Arbeit notwendig sind, um deren Selbstwirksamkeit und Empowerment langfristig zu fördern.
Die zentralen Themenfelder sind die Analyse von Flucht- und Postmigrationsstressoren, das psychologische Verständnis von Resilienz und Wachstum sowie die praktische Rolle der Sozialen Arbeit bei der Förderung von Selbstorganisation.
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, welche Angebote der Sozialen Arbeit geflüchtete Frauen in ihrer Selbstwirksamkeit stärken sowie deren Empowerment und Selbstorganisation effektiv unterstützen können.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, insbesondere das teilnarrative Interview, welches mittels der Methode der sozialwissenschaftlichen Hermeneutik nach Soeffner ausgewertet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Trauma und Resilienzfaktoren, eine qualitative Analyse eines Interviews sowie eine Diskussion von Empowerment-Ansätzen in der Sozialen Arbeit anhand von Praxisbeispielen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Resilienz, Empowerment, Selbstwirksamkeit, Soziale Arbeit, Postmigrationsstressoren und Selbstorganisation charakterisiert.
Für die im Interview befragte Frau fungiert die Familie als essenzieller Schutzfaktor und Ressource, die ihr die notwendige Stabilität und Kraft für den Alltag sowie die persönliche Weiterentwicklung in Deutschland verleiht.
Diese Methode ist besonders geeignet, um subjektive Erlebnisse und die Handlungslogik geflüchteter Menschen tiefgründig zu verstehen, da sie auch Bedeutungen erschließt, die von den Interviewten nicht explizit artikuliert wurden.
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